Kommt das Bürgerbüro in den Fürstenkasten? – Informationen zu Asylbewerberunterkunft

Das „Herzstück“ der Stadtratssitzung am Montag befasste sich mit Anregungen aus dem Inklusionsspaziergang im September. Neue Informationen gab es auch zur Asylbewerberunterkunft im Thamerbräu.
Die dabei festgestellten Hürden wurden bereits im Bauausschuss beraten und mit Matthias Riederer, dem Behindertenbeauftragten der Stadt, sowie Seniorenbeauftragter Anni Bittner vorab diskutiert. Nun wurden die Empfehlungen vorgestellt.
Ein großes Problem ist, dass das Rathaus nicht barrierefrei ist. Auch der Gang über das Kopfsteinpflaster der Rathausstraße ist nicht nur für gehbehinderte Menschen eine Zumutung, haben Riederer, der bei der Stadtratssitzung vor Ort war, und Bittner festgestellt. Ein barrierefreier Zugang könnte nur durch größere bauliche Maßnahmen umgesetzt werden, informierte Bürgermeister Dr. Stefan Spindler.
Die Idee: das Bürgerbüro in den Fürstenkasten zu verlegen mit einer Klingel außen für behinderte Personen, die trotzdem nicht ohne Hilfe ins Gebäude können oder auch eventuell motorische Türen – Platz für das Bürgerbüro wäre ausreichend vorhanden, eine Klingel ist bereits installiert. Angedacht ist, das Tourismusbüro im Leseraum unterzubringen und das Bürgerbüro ins jetzige Tourismusbüro einzugliedern. Ein Angebot für dafür notwendige Trockenbauarbeiten wird derzeit eingeholt. Geklärt werden muss unter anderem noch, welcher Mehraufwand im Bürgerbüro durch eine räumliche Trennung zu den weiteren Sachgebieten des Rathauses entsteht.
Fußgängerampeln aufrüsten
Stadtrat Markus Dirscherl (LU) sprach sich gegen die Verlegung aus. Das erschwere die Arbeitsabläufe, und schließlich müssten Leute auch beispielsweise ins Bauamt. Er schlug vor, stattdessen eine „barrierefreie Sprechstunde“ mit Terminvergabe anzubieten.
Spindler verwies darauf, dass das Bürgerbüro das „meistfrequentierte“ sei. Kosten und Prozesse werden nach Vorliegen der Angebote für die Umbauarbeiten aufgeschlüsselt. Die Gremiumsmitglieder waren einverstanden, das Ganze so voranzutreiben und dann im Stadtrat zu entscheiden.
Dazu soll ein Behindertenparkplatz beim Fürstenkasten geplant werden. Eine Umwidmung des „Notfallparkplatzes" vor der gegenüberliegenden Arztpraxis gestaltet sich in der Umsetzung aber aus verschiedenen Gründen als sehr schwierig, waren sich sowohl der Bauausschuss als auch die Beauftragten einig. Das Thema soll im Hinterkopf behalten werden – optimal wäre es, wenn auf einem Nachbargrundstück ein Behindertenparkplatz realisiert werden könnte. Außerdem sollen die Fußgängerampeln mit Lautsprechern ausgestattet werden, die für Sehbehinderte/Blinde geeignet sind. Wegen des Straßenverkehrs höre man die Ampel am Marktplatz fast gar nicht, so Riederer. Die Anregung wurde durch das Ordnungsamt an das Staatliche Bauamt weitergegeben.
Die westliche Seite der Bushaltestelle am Marktplatz Richtung Fitnessstudio stellt ebenfalls eine Hürde dar. Wenn die Neugestaltung des Marktplatzes in den nächsten Jahren nichts wird, müsste man hier eine Rampe bauen, so Spindler.
Die Verwaltung prüft, ob bis zur Schaffung einer dauerhaften Lösung eine „provisorische
Lösung“ in Form der Anbringung von Rampen wie im Generationencafé – so der Vorschlag der Beauftragten – umgesetzt werden kann. Bei der Apotheke gibt es zwar eine Rampe, aber die Stufen sollten mit einem Leuchtband abgesetzt sein. Das wurde bereits an den Besitzer der Apotheke weitergemeldet, so der Bürgermeister.
Ein Problem in der Brückenstraße sind die Bäume beidseits. Nach Meinung von Matthias Riederer müssten mindestens diejenigen auf der Seite der Apotheke entfernt werden, da sie eine zu große Unfallgefahr darstellen würden. Doch hat die Städtebauförderung der Regierung ausdrücklich festgelegt, dass diese Bäume integriert werden müssen, so Spindler – sollte es zu einer Entfernung der Bäume kommen, bestehe die Gefahr, dass die Förderung zurückgezahlt werden muss. Die Engstellen und die damit verbundenen Problematiken seien bekannt.
Auch zur öffentlichen Toilette gab es Diskussionsbedarf, unter anderem wegen der Möglichkeit eines „Notfallknopfes“ (hierzu folgt ein gesonderter Bericht).
Bei der Turnhalle wurde festgestellt, dass bezüglich einer Rampe an der Südseite als Zugang für Rollstuhlfahrer kein Handlungsbedarf gegeben ist, denn es ist ein barrierefreier Zugang über den Haupteingang möglich, um in das Untergeschoss zu gelangen.
Die Steinplatten nördlich der Turnhalle in Richtung Schule sind unterspült und locker. Der Stadtbauhof wurde beauftragt, die lockeren Platten wieder zu befestigen. Das soll laut Spindler im Frühjahr in Angriff genommen werden. Ein Rampe für das Retza Café sollte die Stolperfalle des Fensterprofils eliminieren. 3. Bürgermeister Karl Heinz Hofmann hat kurzerhand eine Gummirampe beschafft, die laut Matthias Riederer eine optimale Lösung ist. Beim Eingang zur Stadtbücherei soll eine Rampe entlang der Außenmauer im Zuge der Planungen zur Sanierung der Mittelschule berücksichtigt werden.
Zuwegung wiederherstellen
Auch die Museumsschänke wurde unter die Lupe genommen. Hier soll die ursprüngliche Zuwegung zum Biergarten über die Nordseite von Gras befreit und wiederhergestellt werden. „Wir wollen in puncto Barrierefreiheit am Ball bleiben“, versprach der Bürgermeister, man wolle diese auch bei künftigen Baumaßnahmen im Hinterkopf haben.
Den Teilnehmern am Inklusionsspaziergang und Matthias Riederer sowie Anni Bittner zudem für die Vorbesprechung sprach er einen großen Dank aus für die Unterstützung mit ihrem Fachwissen.
Barrierefreiheit in Rötz bei Inklusionsspaziergang unter die Lupe genommen
Inklusionsspaziergang: Am 27. September fand ein gemeinsamer Termin mit Matthias Riederer, dem Behindertenbeauftragten der Stadt, sowie der Behindertenbeauftragten des Landkreises Renate Hecht, der Leiterin der offenen Behindertenarbeit Tamara Kager, dem Vertreter der Barmherzigen Brüder Reichenbach Simon Pux, der Behindertenbeauftragten von Treffelstein Manuela Bindl, der Rötzer Seniorenbeauftragten Anna Bittner sowie mit dem Vorsitzenden statt. Außerdem nahmen auch behinderte Menschen an dem Inklusionsspaziergang teil.
Informationen zu Asylbewerberunterkunft
Neben etlichen weiteren Themen gab es in der Stadtratssitzung auch neue Informationen zur Asylbewerberunterkunft im Thamerbräu. Der Bürgermeister berichtete, er sei am 23. Januar 2025 vom Landratsamt Cham darüber unterrichtet worden, dass die Bau- und Brandschutzmängel im Thamerbräu behoben wurden und am 21. Januar 2025 ein Vertrag zur Unterbringung von Asylbewerbern unterzeichnet wurde.
Die Räumlichkeiten müssen jetzt noch für die Beherbergung eingerichtet werden. Es sei damit zu rechnen, dass Mitte Februar die ersten Asylbewerber einziehen können. Es kommen zunächst, informierte der Bürgermeister, 15 Männer, wahrscheinlich Syrer, die bereits in anderen Unterkünften im Landkreis untergebracht sind.

