Unterkünfte für Flüchtlinge in Cham: Die Lage entspannt sich langsam

Von Christoph Klöckner · 9. Januar 2025 um 05:00

Kaum ein Thema hat in den vergangenen Jahren für so viele Debatten und so viel Unruhe in den Landkreiskommunen gesorgt, wie die Suche nach Flüchtlingsunterkünften. Zwischenzeitlich hatte Chams Landrat Löffler offen darüber nachgedacht, die Kommunen mehr in die Pflicht zu nehmen, die wenig oder keine Flüchtlinge aufgenommen hatten. 2025 scheint sich das nun zu ändern.

Wie jetzt berichtet wurde, hat die sinkende Zahl Geflüchteter bundesweit Entspannung in die Unterkunftssuche gebracht, mancherorts stehen Unterkünfte bereits leer. Im Wahlkampf ist gleichzeitig Migration weiterhin ein großes Thema. Wie schaut die Entwicklung im Landkreis aus? Und was ist mit den Syrern, die bei uns leben?

Rückgang um etwa 100

„Die Flüchtlingszahlen sind auch im Landkreis Cham rückläufig. Im Januar 2024 waren 2254 Personen mit Asylbezug bei uns gemeldet, Stand November waren es 2140 Personen“, so Landrat Franz Löffler auf Nachfrage. Das zeige für ihn, dass es richtig gewesen sei, die Binnengrenzen stärker zu kontrollieren und Schleusern damit das Handwerk schwerer zu machen. Syrien sei auch im Jahr 2024 das Hauptherkunftsland bei den Asylsuchenden im Landkreis gewesen.

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„Ich finde es richtig, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Neuanträge erst einmal ruhen lässt, um die Lage neu zu bewerten. Vielleicht kann Syrien schon bald als sicheres Herkunftsland eingestuft werden“, so Löffler.

Für die Syrer, die hier im Landkreis leben, müsse man genau unterscheiden. Wer straffällig geworden sei, der müsse wieder heim, findet der Landrat. Das gelte auch für die, die sich weigern, sich zu integrieren. „Doch es gibt genügend Syrer, die sich hier bestens integriert haben, die hier arbeiten, Steuern zahlen und teils eingebürgert sind“, stellt Löffler fest. Denen müsse man es freistellen, ob sie bleiben oder gehen wollen.

Für die Suche im Landkreis nach Unterkünften für Flüchtlinge, die vor kurzem noch drängend war, hat der bundesweite Trend eine Änderung herbeigeführt. Aufgrund rückläufiger Zugangszahlen von Asylbewerbern habe sich die Unterbringungssituation auch im Landkreis Cham entspannt, teilt die Pressestelle des Landratsamtes mit. Die bestehenden Unterkünfte seien aber noch immer ausgelastet.

Zum Stand Ende November seien 1135 Personen in den Gemeinschaftsunterkünften der Regierung der Oberpfalz und in den dezentralen Unterkünften des Landratsamtes Cham untergebracht. Auch die dezentrale Unterkunft in Rötz werde noch wie geplant demnächst eröffnet. Man müsse die weiteren Entwicklungen abwarten und will wohl auch auf alles vorbereitet sein – zumal dort schon seit August des vergangenen Jahres alles vorbereitet wird.

Noch keiner eingezogen

2300 Flüchtlinge aus den Krisenregionen der Welt und 1200 Ukrainer waren zu der Zeit in Cham zuhause, und alle 14 Tage kamen neue Flüchtlinge. „Unter dem Strich ist die Tendenz aber leicht nach oben“, so Landrat Löffler noch im August 2024. Der Rötzer Bürgermeister Dr. Stefan Spindler hatte vor knapp einem halben Jahr gemeinsam mit Landrat Löffler die Bürger von Rötz darüber zu informieren, dass zum Jahresende die Unterbringung von bis zu 40 Flüchtlingen im Thamer-Bräu geplant sei. Bislang scheint dort aber noch kein Asylsuchender eingezogen zu sein.

In Deutschland sei die zugangsstärkste Staatsangehörigkeiten 2024 bisher – Stand inklusive November − Syrien mit 72.420 Erstanträgen gewesen, danach folgten Afghanistan mit 32.519 und die Türkei mit 27.888 Erstanträgen. „Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Landkreis Cham wider“, so das Landratsamt jetzt.

Das Thamer-Bräu in Rötz ist die bislang letzte Unterkunft, die für Geflüchtete noch hergerichtet wird. Foto: si