Voll im Zeitplan: Die Mittlere Naabbrücke in Schwandorf nimmt Gestalt an

Von Jan Lange · 29. Januar 2025 um 05:00

Die riesigen Stahlträger künden davon, dass sich die Arbeiten an den Naabbrücken in Schwandorf, die seit Sommer 2023 laufen, nun auf das mittlere Bauwerk konzentrieren. Trotz Kälte und Regen sind die Mitarbeiter der Firma Habau im Einsatz. Schon in wenigen Monaten könnten hier wieder Autos darüberrollen.

Das Tragwerk besteht aus vier einzelnen Stahlteilen, jedes für sich über 50 Tonnen schwer erklärt Hannes Neudam vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach. Mit Schwerlastern wurden sie in die Große Kreisstadt transportiert und am Naabufer mit Spezialkränen, die selbst 500 Tonnen auf die Waage bringen, eingehoben. Anschließend wurden die Stahlteile zusammenmontiert, so dass sie zwei Längsträger ergeben, die momentan das Bild der Baustelle prägen.

Stahlteile werden später wieder demontiert

Wenn der Überbau betoniert ist, was in spätestens vier Wochen der Fall sein soll, werden die tonnenschweren Stahlteile wieder demontiert und abtransportiert. Das wird noch einmal ein größerer Akt sein. Bereits der Einhub der riesigen Stahlteile hatte zahlreiche Schaulustige angelockt.

Schließlich ist es nicht nur Schwandorfs derzeit größte Baustelle, sondern die Naabbrücken auch eine wichtige Verkehrsstrecke. Deshalb war von Anfang an klar, dass während der Brückenbau der Verkehr nicht einfach nur umgeleitet werden kann. Es mussten gleich daneben Behelfsbrücken errichtet werden, über die nun seit Monaten der Verkehr rollt.

Das soll bald vorbei sein: Noch vor der Sommerpause sollen die neuen Naabbrücken für den Verkehr freigegeben werden, verspricht Hannes Neudam. Danach werden die beiden Behelfsbrücken zurückgebaut. Auch das wird noch einmal einige Monate in Anspruch nehmen.

Baustelle liegt voll im Zeitplan

Ende des Jahres soll dann aber alles fertig sein. So sieht es der Zeitplan der Brückenbaumaßnahme vor. Bisher liege man voll im Zeitrahmen, erklärt der Abteilungsleiter des Staatlichen Bauamtes. Man könnte sogar noch etwas früher fertig werden, hofft Neudam. „Habau gibt richtig Gas“, lobt er das ausführende Bauunternehmen. Damit das Ziel des kompletten Abschlusses der Maßnahme bis Ende 2025 erreicht wird, muss die Witterung weiter gut mitspielen. Im aktuellen Winter gab es für die Bauarbeiter bisher keine größeren Zwangspausen aufgrund des Wetters. Das könnte bis zum Ende gern so bleiben, wünscht sich Neudam.

Bis der Verkehr über die neuen Naabbrücken rollen kann, ist noch einiges zu tun. Bei der größten der drei Brücken, die die Wöhrvorstadt mit Krondorf verbindet, wurden vor dem Jahreswechsel die Kappen betoniert. Nun werden noch die Geländer montiert, der Asphalt auf- und die Markierungen angebracht.

Die Brücken sind mit ausliegender Kappe 13 Meter breit. Davon entfallen auf die Fahrbahn 6,50 Meter. Dazu kommen je drei Meter für den kombinierten Geh- und Radweg, der auf Wunsch der Stadt Schwandorf gebaut wurde.

Nur noch ein Brückenpfeiler

Größere Überraschungen sind beim Bau der Naabbrücken bisher zum Glück ausgeblieben. Die Bauarbeiter waren allerdings bei der Errichtung des neuen Brückenpfeilers, der in etwa in der Mitte der beiden vorherigen Pfeiler steht, auf Reste der vor 1934 existierenden Brückenfundamente gestoßen. Die waren in keiner Karte verzeichnet und sorgten so für eine kleinere Überraschung. Nachdem sie entfernt waren, konnte die Errichtung des neuen Pfeilers planmäßig fortgesetzt werden.

Der Bau der mittleren Brücke sei im Vergleich zur großen technisch komplizierter, heißt es vonseiten der Baufirma. Direkt neben dem Baufeld wurde eine schwimmende Behelfsplattform errichtet. So kann das Wasser der Naab weiterfließen und der kleinere Flussarm muss nicht unnötig eingeengt werden. Im Hochwasserfall kann die Plattform weggefahren werden. Bislang war dies noch nicht erforderlich.

Die Kosten für die Naabbrücken werden sich wohl bei einer Summe zwischen 20 und 22 Millionen Euro einpegeln, schätzt Neudam. Es habe ein paar Nachträge gegeben, die aber im „üblichen Rahmen“ einer Großbaustelle liegen würden.

Hauptpolier Daniel Pirker (r.) informierte Hannes Neudam, Abteilungsleiter Brückenbau beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach und Projektleiter für die Baumaßnahme in Schwandorf, über den aktuellen Stand der Arbeiten.