Technik-Probleme kurzfristig gelöst: Neujahrsempfang von Stadt und Garnison war voller Erfolg

Von Oliver Hausladen · 24. Januar 2025 um 15:00

Mit einem Neujahrsempfang in der Stadthalle mit 600 Besuchern sind Stadt und Bundeswehr am Donnerstag glanzvoll in das neue Jahr gestartet – doch fast hätte die schon traditionelle gemeinsame Veranstaltung ausfallen müssen, denn ein Kabelbrand hatte am Nachmittag für ein großes Technikproblem gesorgt.

So galt der Dank von Bürgermeisterin Alexandra Riedl und Bundeswehr-Kommandeur Dr. Tobias Gößlbauer dem Technik- und Organisationsteam, das es unter Hochdruck schaffte, dass die Reden zu hören waren und auch noch ein Beamer mit (kleinerer) Leinwand bereitstand.

Ansonsten hätten die Zuhörer neben den Ansprachen von Riedl und Gößlbauer auch das Grußwort von Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler verpasst, der mahnte, sich angesichts der unsicheren Weltlage auf die eigenen Stärken zu konzentrieren – dann könnten Deutschland und die Region weiterhin erfolgreich sein.

Livestream musste entfallen

Die Zuschauer zu Hause mussten allerdings auf die geplante Übertragung verzichten – der Livestream konnte nicht mehr zum Laufen gebracht werden. „Das machen wir aber nächstes Jahr wieder“, versprach Riedl.

Zwei „bemerkenswerte Reden“ habe er gehört, befand Löffler. Riedl habe aufgezeigt, dass sich Roding gut weiterentwickle und sich sehr viel tue. „Eine neue Schule ist ein Statement“, sagte er. In Roding würde vieles richtig laufen, die Menschen hielten noch zusammen. Vor allem auch beim Gesundheitscampus sei man auf einem sehr guten Weg.

Der Landrat schlug aber auch nachdenkliche Töne an. Wohl selten habe es einen Jahreswechsel gegeben, an dem man so viel nachdenken musste, was sich wohl ändern werde, sagte er im Bezug auf die Lage in vielen Teilen der Welt, die vorgezogenen Bundestagswahlen im Februar und die anhaltende Rezession. Löffler griff dabei die Rede Gößlbauers auf und gab diesem Recht, dass es nie wieder so sein werde wie zuvor, auch wenn im Ukraine-Krieg die Waffen einmal schweigen würden: „Es gibt keinen Weg zurück zur gewohnten Lage.“ Russland unter Wladimir Putin wolle genauso wie China und Iran die Europäische Union destabilisieren, „wir müssen uns deshalb auf unsere eigenen Stärken besinnen und zusammenhalten“, betonte er.

Richtungswechsel durch Trump in den USA

Dies gelte insbesondere auch nach der Amtsübernahme von Donald Trump als Präsident der USA. Dies bedeute einen großen Richtungswechsel in der Politik des mächtigsten Landes der Welt mit einigen bedenklichen Aussagen wie eine Annektion von Grönland oder Kanada als 51. US-Bundesstaat. „Wir sollten aber nicht nur über Trump, sondern mit ihm reden“, betonte Löffler. Es könnten sich auch Chancen, unter anderem für Unternehmen im Landkreis, bieten. Dazu müssten aber Gespräche stattfinden und die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, unter anderem die Senkung von Steuern und weniger Regulatorik.

Die Rahmenbedingungen in Deutschland seien im Vergleich mit anderen Ländern sehr schlecht, haben Löffler mehrere Firmenchefs berichtet. „Hier muss sich dringend etwas ändern“, sagte er auch im Hinblick auf das dritte Jahr in Folge mit einer Rezession in Deutschland.

„Brauchen keine Populisten“

Deshalb hoffe er, dass nach der Bundestagswahl eine handlungsfähige Regierung gebildet werden könne, die Probleme schnell angehe. „Eines muss aber klar sein: Populisten von links und rechts brauchen wir nicht“, betonte der Landrat.

Auch das Thema Migration gelte es, „vom Kopf auf die Füße zu stellen.“ Wer kein Recht habe einzureisen, müsse abgewiesen werden, Straftäter müssten sofort gehen. „Es muss Handlung gezeigt werden, das macht uns nicht unsozial“, befand Löffler, zumal viele andere Länder längst so handelten.

Trotz der großen neuen Herausforderungen und Probleme zeigte sich Löffler aber optimistisch: „Es kann gelingen, das Land in eine vernünftige und gute Zukunft zu führen“, dazu sei es vor allem nötig, zusammenzuhalten und gemeinsam zu handeln.

Lob für Vereine, Feuerwehren und Kulturschaffende

Ein großes Lob von Bürgermeisterin Alexandra Riedl ging beim Neujahrsempfang am Donnerstagabend an die Vereine im Stadtgebiet. „Was unsere Vereine bei den Festen, aber auch das ganze Jahr über gemeinsam im Ehrenamt auf die Beine stellen, ist wirklich unglaublich. Ohne all diese Leute wäre unsere Gesellschaft ein ganz großes Stück ärmer“, sagte sie mit großem Dank.

Sportliche Erfolge

Die Vereine hatten nicht nur gesellschaftlich einiges zu feiern, sondern auch sportlich. „Es ist unglaublich beeindruckend welch herausragende Sportler wir in unserem Stadtgebiet haben“, freute sich Riedl und gratulierte unter anderem den Rock´n´Rollern des SV Obertrübenbach (Rock Bandidos Deutscher Meister, Royal Dancers und Let´s Do It Teilnehmer bei den Weltmeisterschaften in Prag), der Schützengesellschaft 1670 Roding zu drei ersten Plätzen bei der Deutschen Meisterschaft, Jenny Fink und ihrem Haflinger zum Ostbayerischen Meistertitel im Dressurreiten, den TB-Hebern zur Vizemeisterschaft in der 2. Bundesliga, TB-Heber Steffen Pilz zur Deutscher Meisterschaft bei den Masters, dem Eisstockverein EC Wetterfeld zum Aufstieg in die Bayernliga und Julia Schwarzfischer ist zur Bayerische Meisterschaft U14 im Schach.

Auch auf dem Kultursektor gab es lobende Worte, unter anderem für den TC Rodingia für „Weihnachten international“ in der Stadtpfarrkirche, für den Verein für Heimatgeschichte, für den „sehr aktiven“ Kunst- und Kulturverein und für Helmut Prommersberger, dessen Buch über die Geschichte des Theaters in Roding im Sommer erscheinen wird.

Viel los bei den Feuerwehren

Auch bei den Feuerwehren im Stadtgebiet war einiges los und es wurde und wird viel investiert: Das Feuerwehrgerätehaus in Altenkreith ist fast fertig, in Wetterfeld wird am neuen Feuerwehrgerätehaus fleißig gebaut, in Kalsing wird das Feuerwehrhaus modernisiert, in Trasching wird Anfang des Jahres umgebaut, in Roding wird eine Teil-Sanierung erfolgen und in Mitterdorf konnten wurde der Anbau am Feuerwehrgerätehaus eingeweiht. Die Rathaus-Chefin dankte in diesem Zusammenhang den Feuerwehren, die sich mit enormen Eigenleitungen an den Arbeiten beteiligen. „Nur gemeinsam können wir solche Baumaßnahmen und Investitionen stemmen“, sagte sie.

Landrat Franz Löffler sah viele Herausforderungen, aber auch Chancen und lobte die Entwicklungen in Roding.
Landrat Franz Löffler (rechts) tauschte sich mit Bundeswehr-Kommandeur Dr. Tobias Gößlbauer über die Lage bei der Bundeswehr und den Krisengebieten auf dem Globus aus.
Die Rodinger Stadtkapelle sorgte wieder für einen exzellenten musikalischen Rahmen mit mehreren Stücken sowie der Bayern- und der Nationalhymne zum Schluss der stimmungsvollen Veranstaltung. Fotos: Simon Tschannerl
Reger Austausch: Beim Neujahrsempfang waren unter anderem auch die Vorsitzenden des Multikulti-Integrationsvereins sowie Schwestern aus dem Kloster Strahlfeld mit dabei. Foto: Simon Tschannerl
Fleißig wurden anfangs vor dem Eingang zum Saal Hände geschüttelt.
In der Stadthalle entwickelte sich ein munterer Austausch.
Zahlreiche Ehrengäste, darunter Landrat Franz Löffler, Altbürgermeister Franz Reichold und die beiden Landtagsabgeordneten Dr. Gerhard Hopp und Julian Preidl, saßen in der ersten Reihe.
Viele Vertreter der Feuerwehren im Stadtgebiet waren zum Empfang gekommen.
Bundeswehr-Kommandeur Dr. Tobias Gößlbauer, für den es sein letzter Neujahrsempfang in Roding war, im Gespräch mit Susanne Müller von den Wirtschaftsjunioren Cham
Bürgermeisterin Riedl und ihr Gatte Manuel beim Austausch mit Brigadegeneral Axel Hardt
Die Rodinger Stadtkapelle stellte ihr Können einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis und erntete viel Applaus von den Gästen.