Bürgermeisterin Riedl bei Neujahrsempfang: Trotz Hürden wurden in Roding viele Meilensteine erreicht

Von Oliver Hausladen · 24. Januar 2025 um 05:00

„2024 war ein Jahr voller Herausforderungen, aber auch Chancen. Es ist viel passiert, wir haben gemeinsam Hürden überwunden und viele Meilensteine erreicht“, machte Bürgermeisterin Alexandra Riedl am Donnerstagabend in der voll besetzten Stadthalle beim Neujahrsempfang von Stadt und Bundeswehr deutlich.

„Gerne würden wir mehr erreichen und bei manchen Themen schneller sein. Aber manche Mühlen mahlen langsamer, und manche Hintergründe machen die einfache Lösung oftmals unmöglich“, erläuterte sie. Nur durch gemeinsames Anpacken sei es auch künftig möglich, die Stadt gut weiterzuentwickeln.

Etwas Besonderes sei das gute Miteinander mit der Bundeswehr. „Dieses besondere Zusammengehörigkeitsgefühl leben wir das ganze Jahr: von den Gelöbnissen bis hin zum Tag der Soldaten am Volksfest“, sagte Riedl. Sie freue sich, dass die Beziehung zwischen Bundeswehr und Zivilbevölkerung so aktiv gelebt werde und Roding auf über 65 Jahre Garnison zurückblicken könne.

„Aufgabe ist große Ehre“

Es sei für sie nicht nur eine Aufgabe oder ein Beruf, Bürgermeisterin zu sein, sondern eine große Ehre. Das wohl zeitaufwendigste, komplizierteste und spannendste Thema im Stadtgebiet war und werde der Krankenhaus-Standort sein, so Riedl. Die geplante Umstrukturierung vom stationären Krankenhausbetrieb in ein breit aufgestelltes ambulantes Gesundheitszentrum, dem Gesundheitscampus, sei in vollem Gange. „Diese Entwicklung ist eine riesige Chance für die Stadt Roding und den gesamten Landkreis Cham“, erläutert die Rathaus-Chefin.

Viele Besucher, darunter der ehemalige bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek, haben sich den Gesundheitscampus angeschaut, und so diene diese Metamorphose mittlerweile als Vorzeigeobjekt und vielleicht auch ein bisschen als Blaupause für andere (schon sterbende) Kliniken. Die Stadt sei in diesem Zusammenhang sehr froh, dass die Sana Kliniken des Landkreises Cham mit der Firma Feldbauer einen örtlichen Investor gefunden hat, der auf diesem großen Areal neben dem wichtigen Faktor Gesundheit auch dringend benötigten Wohnraum schaffe.

Bäder eröffnen wieder

Heuer könnten beide Bäder wieder eröffnet werden. „In einer Zeit, in der immer mehr Menschen nicht schwimmen können, sind Bäder vor Ort umso wichtiger“, betonte die Rathaus-Chefin. Die Generalsanierung des Freibads war mit 14 Millionen Euro eines kostspieligsten Projekte in den letzten Jahren, aber das Geld sei sehr gut angelegt. „Leider hat die Bauphase länger gedauert als geplant, aber wir hatten mit vielen Hürden und Herausforderungen zu kämpfen, die im Vorfeld so nicht abzusehen waren“, erläuterte Riedl.

Ein „Leuchtturmprojekt“ sei die neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke von Roding nach Mitterdorf. Mit 5,4 Millionen Euro Baukosten und einer Förderung von 3,5 Millionen Euro ein zwar kostenintensives, aber auch unglaublich wichtiges Projekt, so Riedl, die in diesem Zusammenhang noch einmal die Einstellung des Hochwasserschutzes trotz anderer Zusagen vom Freistaat Bayern kritisierte. Im Hintergrund liefen noch Gespräche, aber eine Lösung sei bislang nicht in Sicht.

Neubau von Grundschule nötig

Die nächste (noch größere) Baumaßnahme steht schon an: der Bau einer neuen Grundschule mit Kindergarten und Sporthalle. „Die Grund- und Mittelschule platzt aus allen Nähten“, sagte Riedl. Seit Jahren werde in Klassenzimmer-Containern beschult, das sei nicht der Standard, der den Kindern zugemutet werden solle. Die geforderte Ganztagsbetreuung – voraussichtlich ab 2026 Pflicht – fordere viel mehr Platz, aber auch steigende Geburtenzahlen und der große Zuzug machten einen Neubau nötig.

Neben vielen positiven Dingen gebe es auch Probleme, machte Riedl klar, unter anderem mache die Lage der Wirtschaft Sorge. „Wir leben in einer Rezession und die Prognosen für das nächste Jahr sind – gelinde gesagt – nicht die besten“, sagte sie. Riedl hofft, dass sich Firmen nach der Bundestagswahl im Februar wieder auf Zusagen und Regularien verlassen können, um sich zukunftsfähig aufstellen zu können.

„Das ist momentan nicht möglich. Das hören wir aus allen Bereichen“, erläuterte die Bürgermeisterin. Firmen gerieten so in Schieflage oder müssen ins Insolvenzverfahren. Auch eine große Rodinger Firma sei davon bereits betroffen.

„Arbeitsplätze sichern“

Die Unternehmen vor Ort seien aber der Garant für den städtischen Haushalt. Die Gewerbesteuereinnahme ist die größte Einnahmequelle für die Kommune. „Wir als Stadt versuchen, unsere örtlichen Unternehmen so gut es geht zu unterstützen, wenn es um dringend notwendige Flächen oder Infrastruktur geht. Das ist unsere Aufgabe, um Arbeitsplätze vor Ort für die Zukunft zu sichern“.

Die Nachfrage nach Gewerbegrundstücken sei nach wie vor groß, aber oftmals seien die Firmen zurückhaltend. Daher freue es die Stadt sehr, wenn im Industriegebiet am Kammermoosweg gebaut wird. Es konnte aber auch RKT groß erweitern und die neue Zentrale der Post eingeweiht werden.

Sehr schwierige Zeiten erlebte der örtliche Einzelhandel. Das Einkaufsverhalten ändere sich, was auch in der Innenstadt zu Schließungen führe. Daher unterstützten die Stadt den Werbekreis, damit Geschäfte und Wirtshäuser vor Ort nicht aussterben.

Fast 90 Nationen leben in Roding

„In Roding leben knapp 90 Nationen – ein Spagat, den wir als Kommune und als Gesellschaft leisten müssen, aber auch leisten wollen“, sagte Riedl. Neben dem Zuzug aus familiären oder Arbeitsplatzgründen sei auch die Asylsituation in Roding angespannt. Neben einzelnen Wohnungen, die von Asylanten bewohnt sind, leben mit den beiden Unterkünften alleine am Richterholz etwa 150 Asylsuchende.

„Und der Zustrom reißt nicht ab“, sagte Riedl. Es müssten dringend andere Lösungen her, die Kommunen und Landkreise vor Ort könnten das nicht mehr stemmen, die „große Politik“ sei daher dringend gefordert, nachzubessern.

In diesem Jahr stehen viele Maßnahmen und Höhepunkte an

Viel Grund zum Feiern: Viel gefeiert wurde in Roding im vergangenen Jahr, blickte Bürgermeisterin Alexandra Riedl zurück und nannte unter anderem das „rauschende Reib’n- Fest“, das Programm auf der Flussbühne für alle Altersgruppen, das „unglaublich gut besuchte Volksfest“ und das idlyllische Weihnachtsdorf am Esper.

Freibad wird wiedereröffnet: Die Rathaus-Chefin blickte auch voraus. So wird am 1. Mai das Freibad nach der Generalsanierung wiedereröffnet.

Kindergarten und Feuerwehrhäuser werden fertig: Der Kindergarten in Wetterfeld wird fertiggestellt, das Feuerwehrhaus ebenfalls. Das Feuerwehrhaus in Altenkreith wird nicht nur fertig, sondern auch feierlich gesegnet, verbunden mit einem Fest vom 18. bis 20. Juli.

Investition in Glasfaserausbau: Es stehen im Stadtgebiet große Investitionen im Bereich des Glasfaserausbaus durch den Eigenbetrieb des Landkreises Cham an.

Kirchplatz wird saniert: Der Kirchplatz wird nach den nun laufenden Sanierungsarbeiten fertig.

Maßnahmen im Dorfgemeinschaftshaus: Das Dorfgemeinschaftshaus in Kalsing wird energetisch saniert.

Lückenschluss für Radwege: Zwei Radwege sind 2025 und 2026 geplant, von Strahlfeld nach Pösing und dann der Lückenschluss von Oberkreith nach Mitterdorf.

Keine Messe, dafür „Tag der offenen Stadt“: Die Messe wird 2025 nicht stattfinden, dafür aber ein „Tag der offenen Stadt“ als Ersatz, ohne viel Aufwand für die Betriebe, aber mit großer Wirkung, hofft Riedl.