Bürgermeisterin beim Neujahrsempfang: „Wir wollen das Maximum für Roding herausholen“

Von Bastian Schreiner · 11. Januar 2024 um 20:15

Ihre Rede beim Neujahrsempfang von Stadt und Garnison hat Bürgermeisterin Alexandra Riedl unter das Motto „Gemeinsam“ gestellt. Zunächst blickte sie auf ein „ereignisreiches Jahr“ zurück, in dem gemeinsam gefeiert und gemeinsam Projekte umgesetzt wurden. Die Rathaus-Chefin wünschte sich aber auch, dass alle an einem Strang ziehen, um die Aufgaben und Herausforderungen der heutigen Zeit zu meistern.

Den Rückblick auf 2023 gliederte Riedl in mehrere Themenblöcke und startete mit der Bundeswehr, mit der die Stadt den Empfang traditionell organisiert. Der Alltag sei geprägt vom Krieg in der Ukraine, dem Konflikt im Nahen Osten und weiteren Brandherden auf der Welt. Die Soldaten würden an diesen Brennpunkten eintreten, um den Frieden zu sichern. Die ganze Stadt sei dankbar und erleichtert, wenn alle Soldaten wieder gesund und unversehrt von den Auslandseinsätzen zurückkehren, so Riedl.

Von Freibad bis Kindergärten

Roding wachse und entwickle sich weiter. Im Stadtgebiet leben mittlerweile über 13000 Einwohner. Das bedeute auch Investitionen in die Infrastruktur, sei es in Schulen und Kindergärten, die Digitalisierung oder die Energiewende. Der Schuldenberg schränke die Stadt bei ihren Vorhaben zwar ein, doch im Haushalt 2023 sei ein Invest in Höhe von 30 Millionen Euro eingeplant gewesen. „Wir haben große Investitionen angestoßen, befinden uns bei vielen in der Umsetzungsphase und konnten Baumaßnahmen abschließen“, berichtete Riedl. Auch 2024 werde wieder viel Geld in die Hand genommen, damit die positive Entwicklung der Stadt anhält.

Das größte Projekt sei die Sanierung des Freibades, die 14 Millionen Euro kosten wird. Zwar gebe es kleine Verzögerungen, doch die Stadt halte am Eröffnungstermin pünktlich zu den Sommerferien fest, versicherte sie. Erfreulich sei auch, dass der Landkreis das Hallenbad erneuern lässt. Der Spatenstich für diese Maßnahme, welche die Sanierung der Realschulturnhalle einschließt, sei ebenso erfolgt.

Viel getan hat sich im Bereich der Kindertagesstätten. Demnach ist der letzte Bauabschnitt im Kindergarten Mitterdorf fertig – die Einweihung ist im Sommer vorgesehen. Zudem laufen die Erweiterung des Waldkindergartens in Mitterkreith und die Planungen für die Erweiterung des Kindergartens in Neubäu am See. Für den neuen Kindergarten in Wetterfeld soll im Frühjahr der Spatenstich erfolgen. Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen sei weiter immens, so Riedl.

Auch in die Feuerwehren hat die Stadt viel Geld investiert. Die Feuerwehr Roding hat ein neues Einsatzfahrzeug erhalten, in Mitterdorf wurde das Gerätehaus erweitert und für das neue Gebäude in Altenkreith wurde Richtfest gefeiert. Und es stehen bereits weitere Maßnahmen an: Neubau des Feuerwehrhauses in Wetterfeld, Teilsanierung der Feuerwehrwache Roding, neuer Transportwagen für Altenkreith und Umbau bei der Feuerwehr Trasching.

Die neue Fußgänger- und Radwegbrücke in Mitterdorf ist fertig, freute sie sich. Das Bauwerk sei ein Besuchermagnet, Fotografen würden sich zu Tages- und Nachtzeiten einfinden, um tolle Bilder zu machen. Die Bürgermeisterin schob aber gleich ein großes Aber hinterher: Denn der Hochwasserschutz sei vom Umweltministerium eingestampft worden. „Das ist ein schwerer Schlag für Mitterdorf, für Roding, aber auch für uns alle“, sagte sie. Das Vorgehen sei nach über zehn Jahren gemeinsamer Planung sehr fragwürdig – und ein sehr trauriges, wenn man die Hochwasserlage in den vergangenen Wochen betrachtet.

Grund zur Freude gab es 2023 bei der Freigabe der B85. Doch die Bagger sollen weiter rollen, damit der Lückenschluss mit der Ortsumgehung Altenkreith geschafft wird. Ferner wurden neue Radwege gebaut, wenngleich nicht alle Wünsche – wie eine Strecke zwischen Roding und Trasching – erfüllt werden können. Der Glasfaser-Ausbau sei nahezu abgeschlossen. Auch wenn dieser zu Problemen und Straßensperren geführt habe, „freuen wir uns sehr, dass wir damit praktisch alle weißen und grauen Flecken angeschlossen haben“, so Riedl.

In Altenkreith wurde im vergangenen Jahr ein neues Industriegebiet errichtet. Auf rund 15 Hektar können sich dort neue Firmen ansiedeln und bestehende Betriebe erweitern. Mit diese Flächen können die Unternehmen das bestmögliche Entwicklungspotenzial herausholen.

Betriebe, Geschäfte, Gastronomie, Handwerker und Landwirte „sind der wichtigste Stützpfeiler, das Rückgrat und der Motor unserer Region“. Es liegen schwierige Zeiten hinter ihnen und ungewisse vor ihnen, trotzdem dürfe Riedl miterleben, dass sich die Betriebe positiv entwickeln. „Wohnortnahes Arbeiten und wohnortnahe Ausbildungsplätze, die unsere Firmen anbieten, sind das A und O für einen innovativen Wirtschaftsstandort“, betonte sie. Funktionierende Firmen seien ein Garant dafür, wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Umstrukturierung des Krankenhauses zum Gesundheitscampus sei in vollem Gange. „Das Schild am Eingang füllt sich, und auch die Wartezimmer. Das zeigt eindrucksvoll, dass der Gesundheitsstandort Roding perfekt gelegen ist und Zukunft hat“, so Riedl.

Es gibt keine Blaupause

Auch das Thema Asyl beschäftige die Stadt. Neben der bereits seit 2015 bestehenden Unterkunft der Regierung mit 80 Plätzen ließ der Landkreis eine weitere für ebenfalls 80 Personen errichten. Für dieses schwierige Thema gebe es keine Blaupause, sagte Riedl. Und weiter: „Die Leute müssen untergebracht werden, wenn sie bei uns im Landkreis Cham ankommen, und das eben nicht in Turnhallen oder Ähnlichem.“ Sie zeigte sich dankbar, dass nun sowohl ein Kümmerer auch als ein Sicherheitsdienst für die Anlage am Richterholz installiert wurden.

Bei der 24. Rodinger Messe mit fast 100 Ausstellern hat das neue Team auf Altbewährtes gesetzt, aber auch neue Impulse eingebracht. Auch das Volksfest war laut Riedl wieder ein „absolutes Highlight“. Als Volksfestkönigin begleitete Mariam Weiß die elf Festtage, die in diesem Jahr auf neun verkürzt werden. Es wird einige Änderungen im Programm geben, um das Volksfest attraktiv zu halten, kündigte sie an.

„Was die Vereine auf die Beine gestellt haben, war wirklich unglaublich“, betonte Riedl und erinnerte an eine Vielzahl von Jubiläen und Feiern. Ihr Dank galt allen für ihren ehrenamtlichen Einsatz: „Wir als Stadt sind wahnsinnig stolz auf diese Vielfalt und auf das, was ihr alle gemeinsam leistet!“ Sie gratulierte auch zu allen sportlichen Leistungen.

Die Rathaus-Chefin ging aber auch auf Privates ein: „Unser Höhepunkt war natürlich die Geburt unseres Sohnes Theo. Es ist ein großes Glück, und wir freuen uns wahnsinnig darüber. Es war unglaublich für uns zu sehen, wie alle mit uns mitgefiebert haben und uns beglückwünscht haben.“

Am Ende dankte Riedl allen Bürgern für ihr Engagement. „Wir wollen alle das Maximum für Roding herausholen, gemeinsam vieles schaffen und gemeinsam für Roding arbeiten“, sagte sie.