Eine bunte Truppe in Flecktarn hat eine Mission zwischen Roding und Cham

Von Johannes Schiedermeier · 18. September 2024 um 19:00

Es ist eine bunte Truppe in Tarnanzügen, die an diesem Mittwochmorgen in Roding aufmarschiert. 50 Männer und Frauen in Uniform sind gekommen, um nach Cham zu gehen. Im Gepäck haben sie eine zwei Meter lange gelbe Schleife. Der Landesverband der Reservisten in Bayern pflegt seit 2010 beim „Marsch der Verbundenheit“ die Erinnerung an die Soldaten der Bundeswehr im Auslandseinsatz.

Die riesige gelbe Schleife wird unterschrieben und geht mit der nächste Truppe in den Einsatz. Sie wird von der Einheit aufbewahrt als Zeichen, dass man sie in der Heimat nicht vergessen hat. Die Bayern sind stolz auf diesen Marsch. „Viele haben versucht, ihn zu kopieren, aber nur in Bayern gibt es ihn seit 2010 durchgehend“, sagt Oberstleutnant der Reserve Johann Schmidt, der für diese 5. Etappe durch Bayern verantwortlich ist. In Roding unterschreibt neben Bürgermeisterin Alexandra Riedl die CSU-Bundestagsabgeordnete Martina Engelhardt-Kopf, die eine einwöchige Grundausbildung bei der Bundeswehr absolviert hat. „Ich wollte wissen, wie das ist, und es war eine einmalige Erfahrung“, sagt sie.

„Und wie ist Ihr Tag so?“

Diese Erfahrung haben alle gemacht, die an diesem Morgen aufbrechen, um die gelbe Schleife nach Cham zu bringen. Drei Veteranen sind darunter, der Stabsunteroffizier der Reserve Winklmann hat die 90 schon überschritten. Aus den Kasernen in Roding und Cham stoßen junge Berufssoldaten zu der Truppe. Es geht durch Roding an der B85 entlang über Laichstätt nach Untertraubenbach.

Und spätestens als dort Oberst Axel Hardt, Kommandeur der Panzerbrigade 12 Oberpfalz zu den Marschierern stößt, ist die Truppe wirklich bunt. Der Oberst fragt einen Reservisten, wie es bei ihm so läuft. Der erzählt und fragt zurück: „Und wie ist Ihr Tag so?“ Und der Kommandeur berichtet völlig selbstverständlich, was er seit 5 Uhr morgens so alles hinter sich hat. Und überhaupt findet er die Arbeit der Reservisten als Scharnier zwischen den Soldaten der Bundeswehr extrem wichtig. Und auf dem Marsch finden sich plötzlich Soldaten, die miteinander in der Grundausbildung waren, oder aus bereits aufgelösten Einheiten wie dem Panzeraufklärungsbataillon 4 in Roding kommen.

Eine wichtige Mission

„Vorne kürzer“, kommt vom Ende der Kolonne der Befehl – und der Marsch verlangsamt sich, damit auch die Veteranen ankommen, die sich bei 24 Grad 13 Kilometer weit durchkämpfen. Im Bernhard-Wicki-Wäldchen ist nochmal Verschnaufpause, bevor 50 Soldaten im Gleichschritt, angeführt von drei Musikanten, über „Die Brücke“ und durch das Biertor auf den Marktplatz marschieren. Dort betonen Bürgermeister Martin Stoiber und Oberst Axel Hardt, dass die Mission der Reservisten wichtig ist und es Menschen braucht, die den aktiven Soldaten im Ernstfall daheim den Rücken stärken und mit Mut und Entschlossenheit die Werte der Gesellschaft verteidigen. Und eine weitere gelbe Schleife wird demnächst mit in den Auslandseinsatz gehen.

Mit Musikbegleitung marschierte die Truppe zunächst vom Bernhard-Wicki-Wäldchen über die Brücke durch das Biertor auf den Marktplatz.
Bürgermeister Martin Stoiber, Vizebürgermeister Walter Dendorfer und Oberst Axel Hardt trugen sich auf Einladung von Marschleiter Oberstleutnant Johann Schmidt auf dem gelben Band ein.
Wildsau Willi ist seit Jahren der meistfotografierte Mitmarschierer, obwohl er von seinem Herrchen getragen wird.
Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es aus dem Wicki-Wäldchen über „Die Brücke“ aus dem gleichnamigen Kriegsfilm.