Bayernoil erklärt, wie es zur Explosion in der Raffinerie in Neustadt kam

Von Jochen Dannenberg · 24. Januar 2025 um 15:00

In der Bayernoil-Raffinerie Neustadt (Landkreis Kelheim) kam es in der vorigen Woche zu einer Explosion, die weit über die Stadt hinaus zu spüren war, und einem Brand, zu dessen Bekämpfung rund 400 Feuerwehrleute eingesetzt waren. Das Unternehmen hat sich jetzt zum Geschehen in der Raffinerie geäußert. Danach sei die genaue Ursache noch immer unklar, aber es gibt erste Hinweise.

„Inzwischen haben wir etwas mehr Klarheit darüber, was passiert ist“, teilt Britta Heidemann-Schöberl, Pressesprecherin der Bayernoil, mit. „Am Donnerstag, den 16. Januar, wurde ein Behälter, der mit einem Katalysator befüllt war, von Mitarbeitern einer Partnerfirma für eine Öffnung und Reinigung vorbereitet. Die gesamte Anlage und der Behälter waren bereits außer Betrieb, von anderen Systemen getrennt und von Kohlenwasserstoffen entleert.“ Der Behälter wurde mit Stickstoff in das dafür vorgesehene Fackelsystem gespült, um eventuell noch vorhandene Produktreste zu entfernen.

Mit einem Mal kam es zum Zwischenfall. „Die Stickstoffspülung lief bereits sechzehn Stunden störungsfrei“, schildert Britta Heidemann-Schöberl, „als plötzlich der Behälter platzte.“ Dadurch seien weitere Anlagenteile beschädigt worden, wodurch an mehreren Stellen Kohlenwasserstoffe ausgetreten sei und sich entzündet habe. „Der anschließende Brand hat weitere Schäden an verschiedenen Anlagenteilen verursacht und konnte am frühen Nachmittag vollständig gelöscht werden.“

Explosion bei Bayernoil in Neustadt: Untersuchungen noch nicht abgeschlossen

Die Pressesprecherin betont, dass damit die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind. Britta Heidemann-Schöberl stellt fest: „Die genaue Ursache für den Vorfall ist derzeit immer noch unklar. Experten der Kriminalpolizei, des TÜV, der Versicherungen und von Bayernoil arbeiten jedoch mit höchster Priorität daran, die Hintergründe zu ermitteln. „Sobald neue Erkenntnisse vorliegen, werden wir diese selbstverständlich umgehend mitteilen.“

Momentan seien die meisten Anlagen im Betriebsteil Neustadt vorsorglich außer Betrieb. Es werde intensiv daran gearbeitet, die nicht beschädigten Anlagen zu überprüfen und danach wieder zu starten.

Abschließend stellt die Pressesprecherin fest: „Wir freuen uns, dass die beiden leicht verletzten Personen inzwischen wieder wohlbehalten zu Hause sind. Für die Unannehmlichkeiten, die unseren Nachbarn durch den Vorfall entstanden sind, möchten wir noch einmal in aller Form um Entschuldigung bitten und bedanken uns für ihr Verständnis.“