Glück im Unglück bei Explosion der Raffinerie: BRK-Leiter weist auf wichtigen Umstand hin

Die Explosion in der Bayernoil-Raffinerie ist derzeit das beherrschende Thema. Auch in der jüngsten Stadtratssitzung in Neustadt (Landkreis Kelheim). Da wurde nicht nur ein Thema aufgrund der aktuellen Geschehnisse kurzfristig von der Tagesordnung gestrichen. Zwei Männer, die sich mit dem Unfall in der Raffinerie ausgiebig beschäftigt haben, äußerten sich.
Bürgermeister Thomas Memmel (CSU) betonte in der Sitzung des Stadtrats am Montagabend, dass die Explosion eine „schwierige Situation“ geschaffen habe, die „aber, Gott sei Dank, ohne große Personenschäden“ geblieben sei. Ausdrücklich lobte Bürgermeister Memmel die Einsatzkräfte von Feuerwehr, BRK und THW, die am Freitag in Neustadt a.d. Donau eingesetzt waren und deren Zusammenarbeit mit der Werkfeuerwehr der Bayernoil.
Stadtrat Stefan Wagner (SPD) der am Freitag als Organisationsleiter des BRK Kelheim vor Ort war und 77 Einsatzkräfte führte, wies auch auf die gute Zusammenarbeit der Rettungsorganisationen hin, stellte aber zu dem Unfall, bei dem vier Personen verletzt wurden und ein Schaden in Millionenhöhe entstanden ist, auch fest: „Es ist ein Glück gewesen, dass nicht noch mehr passiert ist.“
„Nicht auszumalen, was gewesen wäre, wenn die Explosion tagsüber passiert wäre“
Was Wagner meinte, war, dass die Raffinerie und die Stadt Glück im Unglück gehabt hätten. „Es ist nicht auszumalen“, sagte er, „was gewesen wäre, wenn die Explosion tagsüber passiert wäre.“ Dann wären nämlich Hunderte Mitarbeiter in der Raffinerie unterwegs gewesen und nicht nur die deutlich geringere Zahl an Beschäftigten in der Nacht.
Bürgermeister Memmel ergänzte zu dem Einsatz der rund 500 Rettungskräfte am Freitag, dass Einsätze wie dieser immer wieder geübt würden. Unter anderem Ende 2023 hatte es eine Großübung in Neustadt a.d. Donau gegeben, in der 130 Einsatzkräfte von Feuerwehr, DLRG und THW den Ernstfall probten. Wichtig war dabei vor allem auch die koordiniert Zusammenarbeit der Kräfte.
Weiter wichtig sind die Auswertungen von Übungen und Einsätze. So war im Sommer beim Hochwasser ein Bürgertelefon eingerichtet worden. Die Neustädter konnten dort alle ihre Sorgen und Fragen zum Hochwasser loswerden. An diesem Freitag wurde das Bürgertelefon wieder eingerichtet. Über 100 Bürgerinnen und Bürger riefen bei Franziska Ruhfaß im Rathaus an. Erst am späteren Nachmittag, als der Brand in der Raffinerie weitestgehend gelöscht war und alle Verkehrssperrungen aufgelöst waren, wurde das Telefon wieder abgeschaltet.
Kein Thema war aufgrund der Ereignisse bei der Bayernoil die Wärmeauskoppelung aus der Raffinerie. Darüber hatte der Stadtrat eigentlich auch am Montag sprechen wollen. Das Thema war kurzfristig gestrichen worden.