Explosion in Raffinerie in Neustadt weckt schlimme Erinnerungen

Von Jochen Dannenberg, Oliver Konze · 17. Januar 2025 um 19:00

Explosion, Verpuffung, Brand bei Bayernoil – am Freitag schreckten viele hoch, als sie vom Unglück bei Bayernoil in Neustadt a.d. Donau (Kreis Kelheim) hörten oder lasen. Zu sehr sind die schrecklichen Bilder und Nachrichten im Gedächtnis, die durch die verheerende Explosion am Bayernoil-Standort in Vohburg(Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) am 1. September 2018 ausgelöst wurden.

Ein Riss in einem Reaktor war seinerzeit wohl der Auslöser für den bisher größten Unfall bei der Bayernoil. Alle gehen davon aus, eine abschließende Beurteilung durch die Staatsanwaltschaft steht noch immer aus.

Die Explosion vor fast sechseinhalb Jahren war weithin hörbar, die Schäden lagen im dreistelligen Millionenbereich – in der Raffinerie, vor allem aber auch an Häusern in Irsching. Anwohner wurden evakuiert, Hunderte Helfer waren im Einsatz. Verletzt wurden bei der Explosion 16 Menschen.

Die OATS-Anlage, die Ursache für dieses Unglück war, wird nicht mehr betrieben. Anfang Mai 2019 lief die Produktion in der Raffinerie wieder an. Über sechs Jahre danach wurde im vergangenen Dezember die neue Feuerwache offiziell in Betrieb genommen.

Es gab noch weitere Unfälle, die aber vergleichsweise glimpflich abliefen. Bei einem Brand in der Bayernoil-Raffinerie Neustadt a.d. Donau im Herbst vorigen Jahres wurde ein Mitarbeiter einer Partnerfirma verletzt. Das Feuer brach in einer Rohöldestillations-Anlage aus. Der Arbeiter erlitt Verletzungen, als er die Gefahrenzone verlassen wollte. Ein Rettungsdienst brachte ihn in ein Krankenhaus.

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Zu zwei Bränden kam es 2023 in der Bayernoil-Raffinerie Neustadt. Anschließend war die Produktion eingeschränkt, wie eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage bestätigte. Im Juli war ein undichter Flansch an einem Gasverdichter-Ventil die Ursache: Dort trat Wasserstoff aus, der sich entzündete, wie Bayernoil-Geschäftsführer Alexander Struck damals erklärte. Die Werksfeuerwehr löschte den Brand mit Wasser. Die Raffinerie wurde damals vorsorglich evakuiert; es kam aber niemand zu Schaden.

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Anders im Oktober, als ein Brand im Bereich einer Destillier-Anlage ausgebrochen war: Damals erlitt ein 56-jähriger Arbeiter schwerste Verletzungen und musste per Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht werden. Neben der Werksfeuerwehr wurden vorsorglich auch die umliegenden Wehren alarmiert. Nach etwa einer dreiviertel Stunde hatte die Feuerwehr das Feuer unter Kontrolle.