Noch fünf Dörfer leiten Abwasser ins Klärwerk Regensburg: Das sind die Pläne gegen Überlastung

Von Heike Haala · 24. Januar 2025 um 05:00

Friesheim, Illkofen, Altach, Eltheim und Auburg – auch diese Barbinger spülen ihr Abwasser inzwischen in das Regensburger Klärwerk. 15.000 Bürger aus dem Naabtal könnten dies bald ebenfalls tun. Dafür muss die kritische Infrastruktur ausgebaut werden.

Denn jedes Mal, wenn ein Regensburger duscht, auf die Toilettenspülung drückt oder die Waschmaschine anschmeißt, schickt er damit auch einige Liter Abwasser über den Abfluss ins Klärwerk. Und weil es immer mehr Regensburger gibt, kommen dort im Laufe eines Tages inzwischen 65 Millionen Liter Abwasser zusammen, an Regentagen sogar 180 Millionen Liter.

Am Klärwerk hängen laut Auskunft von Juliane von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt, aber auch Barbing, Neutraubling, Obertraubling, Pentling, Pettendorf, Lappersdorf, der Abwasserzweckverband Regental mit der angeschlossenen Gemeinde Wolfsegg, südliche Teile von Maxhütte-Haidhof, Tegernheim und Donaustauf. Zudem sei davon auszugehen, dass weiterhin die Naabtalgemeinden Duggendorf, Kallmünz, Nittendorf und Pielenhofen hinzukommen.

Vorteile für Gemeinden

Welche Vorteile es für Gemeinden wie diese hat, an ein bestehendes Klärwerk anzudocken, erklärt Thomas Geser, Verwaltungsfachwirt in Barbing. Vor etwa drei Jahren habe ein Ingenieurbüro eine grobe Kostenvergleichsrechnung aufgestellt. Der Anschluss an das Klärwerk Regensburg wurde laut Geser damals mit Kosten von rund 1,5 Millionen Euro beziffert, die zu erwartende Förderung durch den Freistaat mit 1,1 Millionen Euro und die jährlichen Kosten mit 50.000 Euro. Eine Generalsanierung der Kläranlage Auburg sei dagegen auf Kosten von rund einer Million Euro ohne Fördermöglichkeiten und mit jährlichen Kosten von 120.000 Euro geschätzt worden.

Unterm Strich lagen die Kosten laut Geser nun allerdings bei über drei Millionen Euro, wofür nach der Schlussrechnung noch 1,4 Millionen Euro an Förderung zu erwarten seien. Jedoch geht er davon aus, dass sich auch die Kosten für eine Generalsanierung der alten Anlage in der Zwischenzeit verdoppelt hätten.

Weiterhin sei der Aufwand für den Betrieb und den Unterhalt einer kleinen Kläranlage für eine einzelne Gemeinde groß. „Ein Zusammenschluss von mehreren Kommunen zur Abwicklung solcher öffentlichen Aufgaben ist schlicht einfacher“, sagt Geser. Als weiteren Vorteil nennt er einheitliche Abwasserkosten in der Gemeinde Barbing.

Mehr und mehr Abwasser

Und so sind laut von Roenne-Styra aktuell etwa 280.000 Einwohner auf das Klärwerk angewiesen. Hinzu kommt laut der Pressesprecherin das Abwasser aus Industrie und Gewerbe. Aus diesen Komponenten – den Einwohnerzahlen und den sogenannten Einwohnergleichwerten, die sich aus Gewerbe und Industrie ergeben, – setze sich die Einheit zusammen, mit der die Kapazität des Klärwerks gemessen wird: die Einwohnerwerte (EW).

Die derzeitige Ausbaugröße beziffert von Roenne-Styra auf 400.000 EW. Die soll laut eines Stadtratsbeschlusses aus dem Jahr 2021 auf 500.000 EW hochgeschraubt werden. „Damit wird die künftige Entwicklung der Stadt Regensburg und deren Anschlussgemeinden sichergestellt und eventuell zusätzliche Anschlüsse ermöglicht“, erklärt die Pressesprecherin. Dieser Ausbau soll voraussichtlich 2026 fertig sein.

Laut des aktuellen Finanzplans will die Stadt bis 2028 41,8 Millionen Euro in diverse Erneuerungen und Erweiterungen im Klärwerk investieren. Die Gesamtkosten der Maßnahme liegen bei 135 Millionen Euro.

Inzwischen habe die biologische Reinigungsstufe neue Belüftungsanlagen sowie eine optimierte Steuerung bekommen. Ständig werden laut von Roenne-Styra zudem die Technik der Anlage erneuert oder neue Verfahren für die Abwasserreinigung, Schlammbehandlung und die Gasverwertung eingeführt. Derzeit liege der Schwerpunkt auf der Kapazitätserhöhung der Abwasserreinigung und mehreren Optimierungsmaßnahmen. In den kommenden Jahren sollen etwa die Entwässerungszentrifugen und die Gasverwertungsanlagen erneuert werden.