Kläranlage: Gemeinderat Duggendorf diskutiert über gemeinsames Kommunalunternehmen

Von Andrea Leopold · 25. Oktober 2024 um 15:00

In der jüngsten Gemeinderatsitzung wurden die Pläne für die Kläranlage konkreter.

In der Septembersitzung des Gemeinderates informierte Bürgermeister Thomas Eichenseher, dass der Wasserzweckverband Beratzhausen zusammen mit einem Kommunalunternehmen die Trinkwasser- und Abwasserthematik zusammenführen will und Duggendorf sich daran anschließen könnte. Man würde dann die Kläranlage und den Kanal outsourcen.

Damit würden größere Kapazitäten am Bauhof frei werden. Da die gesetzlichen Hürden und Anforderungen für die Gemeinde immer höher werden, wäre dies aus der Sicht von Eichenseher „der einzige Weg und vernünftig“. Die Gemeinde sei dann nicht mehr der Träger der Kläranlage. Es zeichne sich ab, so der Bürgermeister, dass sich genügend Gemeinden finden werden, um dieses Projekt zustande kommen zu lassen.

Höhere Anforderungen

In der jüngsten Gemeinderatsitzung wurde es konkreter. Der Bürgermeister präsentierte dem Rat einen genauen Businessplan des Unternehmens. Franz Herrler vom Wasserzweckverband Laber/Naab meinte bei der Vorstellung des Projektes: „Die Anforderungen an das Abwasser werden immer mehr. Der Investitionsstau wird für Kommunen aus eigener Kraft schwer zu stemmen sein“.

Die einzelnen Schritte zur Gründung eines möglichen gemeinsamen Kommunalunternehmens (gKU) sind eine Bedarfsanalyse, Machbarkeitsstudie, strategische Planung, Wirtschaftlichkeitsberechnung, organisatorische Umsetzung und formelle Gründung. Um die Kläranlage zu bewerten, sei ein umfassender Prozess notwendig. Es muss sowohl der strukturelle und technische Zustand, die Dichtheit, die hydraulische Leistungsfähigkeit, Alter- und Lebensdauer sowie Betriebssicherheit und die Kosten-Nutzen Situation bewertet werden.

Die zukünftigen Anforderungen an Kläranlagen würden − so das Unternehmen- – insbesondere in der Größenklasse 3 weiterhin ansteigen. „Wir sind an einem Kipppunkt angekommen“, sagte Eichenseher. Es werde strengere gesetzliche Vorgaben geben. Das heißt, dass man sich auf moderne technische Überwachungsmethoden und den elektronischen Datenaustausch fokussieren müsse.

Außerdem würde größerer Wert gelegt werden auf Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz, die Treibhausgasemissionen müssten weiter reduziert werden durch die Nutzung erneuerbarer Energien. Man werde das gereinigte Abwasser wiederverwerten, Fachpersonal gewinnen und der Investitionsbedarf werde steigen durch Ausbau, Erweiterung und Nachrüstung bestehender Kläranlagen auf den Stand der Technik.

Die Vorteile eines gemeinsamen kommunalen Unternehmens sieht der Betreiber bei der gemeinsamen Interessenvertretung, im Innovationspotenzial eines neuen Unternehmens, in der Gestaltungsfreiheit und bei Kooperation und Synergien. Die Nachteile lägen im Gründungsaufwand, in einer längeren Anlaufphase und in der Ungewissheit eines neuen Unternehmens.

Für kommende Generationen

Alles in allem sah der Bürgermeister bei seiner Vorstellung eher den zukunftsorientierten Ansatz, der bedeute, „,dass gemeinsame Kommunalunternehmens nicht nur auf aktuelle Herausforderungen reagieren, sondern proaktiv die Weichen für kommende Generationen stellen“. Die Weichen seien beispielsweise die Herausforderungen bei Digitalisierung, die Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks und finanzielle Stabilität. „Es führt kein Weg daran vorbei“, so Eichenseher. „Mit der Abwasserthematik gewinnt man keine Freunde“, fügte er noch hinzu.

Gemeinderat Wullinger (SPD) warf die Kosten einer Bestandsaufnahme in den Raum. Anna Braun (CSU) wollte wissen, wie viele solcher Unternehmen es denn schon gäbe. „Die LNI ist doch erst gegründet worden. Ist das nicht überdimensional?“, merkte Renate Zeidler (FW) noch an.

Cybersicherheit im Klärwerk

Ersatz: Ein weiteres Thema im Gemeinderat betraf ebenfalls die Kläranlage. Das Leitsystem und Betriebstagebuch der Kläranlage läuft teilweise auf veralteten Windows-Versionen. Zudem ist Hardware im Einsatz, für die im Schadensfall kein Ersatz mehr besorgt werden könnte.

Gefahr: Daher könne die IT-Sicherheit der Anlage nicht mehr gewährleistet werden. Es könne schlimmstenfalls zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen kommen, wenn die entsprechende Hardware ausfällt.

Fernwartung: Der Betriebsumfang des Leitsystems solle so erweitert werden, dass ein Teil der Fehlermeldungen auch gleich per Fernwartung behoben werden kann. Darüber soll auch eine Reduzierung der Einsatzstunden des Anlagenpersonals erreicht werden.

Kosten: Für die Ausführung der IT-Arbeiten soll die Firma beab in Regensburg beauftragt werden. Von dieser lag ein Angebot über 15 646 Euro vor. Der Gemeinderat beschloss die Vergabe des Updates an diese Firma.