Neue Leitung im Regina Kino Regensburg hat einiges vor: Charme und Programm sollen erhalten bleiben

In Regensburg ging zum Jahreswechsel eine Ära zu Ende. Nach 38 Jahren übergab Doris Lerchl-Goldermann die Theaterleitung im Regina Kino an ihre Nachfolgerinnen. Und die haben einiges vor: Sie wollen den altbewährten Charme des Lichtspielhauses mit einem Hauch Moderne verbinden.
Die neue Theaterleitung um Yvonne Kühl und Bianca Kuhl will das Kinoerlebnis im Filmtheater in Reinhausen auf ein anderes Level bringen. Das Rundumpaket soll noch besser werden. Vor allem auf modernere Technik setze man dabei. Das Programm hingegen bleibt weitestgehend gleich.
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„Wir wollen weiter einen Mix aus Arthouse, Familienprogramm und etwas Mainstream wie Blockbustern anbieten. Wir wollen aber auch Originalfassungen auf Englisch oder in den jeweiligen Sprachen zeigen. Das ist bisher sehr selten gemacht worden“, erklärt Yvonne Kühl.
Mehr als nur Filmschauen
Die Prämierung für das beste Kinoprogramm Bayerns im vergangenen Jahr allein zeige, dass es wenig an dem Filmprogramm zu ändern gebe. In anderen Sphären denkt die studierte Filmproduzentin hingegen bei der Eventisierung des Kinobesuchs.
„Das Kino wird immer mehr zum Event. Jeder kann sich zuhause auf der Couch auf allen Streamingplattformen fast direkt nach Kinostart Filme ansehen. Deswegen muss das Kino heutzutage mehr Event-Faktor bieten. Man geht aus und macht sich einen schönen Abend. Das muss die Besonderheit sein und das wollen wir unseren Zuschauern bieten“, so Kühl.
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Daher scheint es fast logisch, dass die bisher erfolgreichen Veranstaltungen im Regina weitergeführt werden sollen. Neben dem monatlichen Vino-Kino soll das Filmcafé auf einen wöchentlichen Turnus ausgeweitet werden. Außerdem soll das After-Work-Kino den Wochenendstart versüßen. Dazu wird die Bar im kleineren Saal Metropolis wieder in Betrieb genommen. Und auch das Schulkino wird fortgeführt.
Neben der punktuellen Erweiterung des Programms sollen auch Umbaumaßnahmen und Modernisierungen anstehen. So wird beispielsweise das Foyer ausgebaut und der Café- und Sitzbereich erweitert. „Regina ist ein Kino mit Tradition, aber wir gehen jetzt auch in die Moderne“, so Kühl. Das fängt bei Kleinigkeiten an. Kartenzahlung ist nun möglich. Der Online-Ticketpreis wurde an den Kassenpreis angepasst.
Gerade durch die Online-Möglichkeiten soll der Betrieb vereinfacht und Schlangen im Foyer vermieden werden. Auch die Säle sollen – vorwiegend im technischen Bereich – für ein besseres Kino-Gesamterlebnis angepasst werden. „Die Optik der Säle wird bleiben. Aber wir werden dort auch neuere Technik einbauen, beispielsweise neue Screens oder Soundtechnik. Die vorhandene Technik ist dann doch schon etwas in die Jahre gekommen“, erklärt Kühl.
Die Modernisierungsmaßnahmen sollen laut der Theaterleiterin in den nächsten zwei Jahren realisieren werden. Der Start ins neue Jahr war für die neue Leitung ein Erfolg. Einen Einbruch bei den Zahlen aufgrund des Eigentümerwechsels bemerkte Kühl nicht. Ganz im Gegenteil. „Januar und Februar sind die Kinomonate. Das sind die stärksten im ganzen Jahr. Wir hatten zwar sehr viel zu tun, aber es lief sehr, sehr gut und wir sind sehr zufrieden. Wir wollen aber nicht nur unser Stammpublikum zufriedenstellen, sondern auch neue Zuschauer gewinnen“, resümiert die Filmproduzentin den Start unter ihrer Regie.
Filmemacher vor Ort
Auch in Zukunft setzt man im Regina auf Promifaktor. Mindestens einmal im Monat sollen Filmemacher zu Filmpremieren im Regina eingeladen werden, um den Zuschauern einen direkten Austausch mit den Menschen hinter und vor der Kamera zu ermöglichen.
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„In der Vergangenheit gab es hier viele Filmpremieren. Das werden wir weiter machen. Heute haben wir beispielsweise die Premiere von Hundslinger Hochzeit im Haus. Dazu kam der Regisseur mit Cast und Crew. Als nächstes haben wir eine Preview von Maria. Das geht über den BR-Klassik. Da werden auch wieder Filmemacher eingeladen“, erklärt Kühl.
Solche Veranstaltungen schätzte Kühl zu ihrer Zeit als Filmemacherin sehr. Man hätte dabei einen anderen Bezug zur Zuschauerschaft bekommen. „Es war toll für mich, direktes Feedback nach dem Film zu bekommen. Aber auch für die Zuschauer ist es schön zu sehen, wer überhaupt Film macht“, verrät Kühl.
Während Kühl im Regina für die Events, das Programm und das Marketing zuständig ist, kümmert sich ihre Kollegin in der Theaterleitung, Bianca Kuhl, um den gastronomischen Bereich und das Personal. Das Personal im Regina sei laut Kühl bei der Übergabe vollständig übernommen worden. Zudem erweiterte die Leitung das Team um zwei weitere Mitarbeiterinnen.