Ende der Shisha Bar Sila in Regensburg – Antonio Rüdiger und Serge Gnabry waren zu Gast

Von Marius Göhl · 13. Januar 2025 um 19:00

Elf Jahre lang haben Demet und Hüseyin Kaya die Shisha Bar Sila im Regensburger Osten betrieben. Die Bar war mehr als nur ein Ort, um eine Wasserpfeife zu genießen. Mit gemeinsamen Philosophie- und Fußball-Abenden machten die Kayas die Shisha Bar zu einem Gemeinschaftsort. Doch nun ist Schluss.

Als das Ehepaar am 2. Januar in den sozialen Medien die dauerhafte Schließung ihrer Bar verkündete, zeigten sich viele ehemalige Gäste wehmütig. „Die elf Jahre – bis auf die Corona-Zeit – waren wunderschön. Alleine die ganzen Kommentare – das ist extrem emotional. Wir haben auch sehr viele Anrufe erhalten“, sagt Demet Kaya.

Doch nicht nur im Netz meldeten sich viele Shisha-Fans. „Die Leute sind teilweise mit Geschenken gekommen und haben sich verabschiedet“, ergänzt Hüseyin Kaya.

Rüdiger und Gnabry als Gäste

Für Hüseyin und seine Frau Demet stand vor allem der soziale Aspekt immer im Vordergrund. „Wir wollten, dass jeder so behandelt wird, wie wir es uns auch wünschen würden. Von Shisha-Fans für Shisha-Fans war unser Motto“, erklärt der passionierte Wasserpfeifenraucher. Und so fand, neben dem alltäglichen Geschäft, nahezu monatlich ein gesellschaftlicher Abend im Sila statt.

Von Philosophie-Abenden über interreligiöse Gespräche und Workshops, bis hin zum gemeinsamem Fußballschauen war alles dabei. „Wir wollten nicht einfach nur eine Bar sein. Wir wollten auch viel zurückgeben“, sagt der gebürtige Saarbrücker.

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An bekannten Gesichtern habe es im Sila nie gemangelt. „Die Gäste sind zu 40 bis 50 Prozent alleine gekommen, weil sie wussten, dass sie schon irgendwen kennen. Für mich war es eine Bereicherung, dass so viele Ansichten aufeinandertreffen und jeder seine Meinung sagt. Es hat sich viel bewegt“, erklärt Demet.

Die Atmosphäre im Sila machte sich einen Namen. So lockte die Shisha Bar auch einige Fußballprofis und Rapper in den Regensburger Osten. Neben Champions League-Siegern wie Antonio Rüdiger und Serge Gnabry waren auch zahlreiche Jahn-Spieler in der Bar. Auch einige Profis von Hertha BSC besuchten nach einem Auswärtsspiel in der Domstadt die Lokalität. Zu den Gästen zählten auch Größen aus der deutschen Rap-Szene wie Manuellsen oder Alpa Gun.

Gesundheitliche und private Gründe

Nun haben Demet und Hüseyin einen Schlussstrich gezogen. Vor allem aus gesundheitlichen und privaten Gründen sei es Zeit für eine Pause. Aber auch die steigenden Kosten und der abflachende Shisha-Hype nach der Corona-Pandemie hätten ihren Teil zum Entschluss, die Bar zu schließen, beigetragen.

„Wir haben zwei Kinder und machen das elf Jahre – irgendwann wird es schwierig. Nach Corona ist alles teuerer geworden. Aber auch die Kontrollen im letzten Jahr waren komisch“, erklärt Hüseyin. Nach Corona sei das Geschäft wieder besser gelaufen. Allerdings seien auch die überraschend häufigen Kontrollen nicht unbedingt förderlich für das Geschäft gewesen. „Die Art und Weise der Kontrollen war manchmal komisch – man kann ja kontrollieren, soll man ja auch. Einmal fanden vier Wochenenden hinter einander Kontrollen statt“, sagt Hüseyin.

Als die Kayas die Shisha Bar im April 2014 eröffnet hatten, entwickelte sich die Bar trotz anfänglicher Bedenken zum Selbstläufer. „Wir dachten am Anfang, dass nur wir den Laden schmeißen. Vielleicht muss Demets Bruder mal aushelfen. Aber von der ersten Woche an mussten wir Mitarbeiter einstellen “, sagt Hüseyin. Vor allem die neu gedachte Art Wasserpfeife zu rauchen im Sila, habe zum Erfolg maßgeblich beigetragen.

Equipment und Tabak neu

„Damals haben alle in Regensburg mit Alufolie und Standard-Tabak Sorten geraucht. Wir haben damals andere Tabak Sorten angeboten. In gewisser Weise haben wir Regensburg so ein bisschen revolutioniert, was das Shisha-Rauchen angeht“, so der 39-Jährige.

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Wie es für das Ehepaar weitergeht, steht noch in den Sternen. Demet betreibt noch ein Kosmetik-Studio, auf das sie sich erstmal fokussieren will. Hüseyin will seiner Leidenschaft im Journalismus nachgehen. Vor allem aber Ruhe und Zeit für ihre Kinder (drei und neun Jahre) stehen für die beiden im Vordergrund. Eigentümer des Gebäudes ist Demets Vater. Ob die Räumlichkeiten vermietet werden, ist ebenfalls offen. Interessenten hätte es aber bereits gegeben, so Hüseyin.

Nach dem Spiel ins Sila: Die Spieler vom SSV Jahn Regensburg und Hertha BSC Fotos: Kaya
Auch Antonio Rüdiger von Real Madrid war schon zu Gast.