Höhenmeter und Temperaturen machten den Spindellauf im DEZ außergewöhnlich

Schon vor Ladenschluss bot sich am Samstagabend im Donau-Einkaufszentrum in Regensburg ein ungewöhnlicher Anblick. Die Einkaufspassagen entwickelten sich zur Laufstrecke. Sportler joggten an Geschäften und Gastronomie vorbei oder dehnten sich. Einige Passanten wunderten sich – machten dann aber Halt und warfen, spätestens nach dem Auftritt der Band Midlife Crisis, einen Blick auf den Spindellauf 2025.
Um 20.30 Uhr fiel der Startschuss. Bereits in der ersten Runde verließen so manchen Läufer die Kräfte. Durchaus verständlich, wenn man sich den Kurs des Spindellaufs vor Augen führt. Gerade für die 200 Einzelläufer.
Strecke sehr anspruchsvoll
In 13 Runden legten die Sportler rund 21 Kilometer zurück. Die besondere Herausforderung lag allerdings nicht in der Distanz, sondern in den rund 860 Höhenmetern sowie im Temperaturunterschied zwischen Außen- und Innenbereich.
Und so machte der ein oder andere Läufer nach dem ersten Mal Spindel eine Gehpause. Doch auch sie fanden, vorbei an der Versorgungsstation, angefeuert von den Samba-Sounds der Band Sarará, wieder den Rhythmus und wechselten bei der Rückkehr ins Warme wieder in den Laufschritt.
Auch die besseren Läufer hatten so ihre Probleme. „Man weiß nach der Winterpause nie, wo man steht. Die Höhenmeter sind schon krass. Wenn man raus läuft, ist es eiskalt und dann kommt man wieder rein und hat fast keine Luft“, erklärte der Sieger der Herren, Marcus Gruber.
Auch für Carina Prey, die erneute Siegerin der Frauen, war der Kurs durch die Einkaufspassagen raus in die Kälte nicht ohne. „Heute war die Temperaturschwankung extrem. Das habe ich schwieriger als in den letzten Jahren empfunden“, sagte Prey.
Sobald die Läufer wieder in den Innenbereich kamen, sollte sie die Live-Musik von KULT beflügeln. Neben den anfeuernden Klängen der vier Live-Bands, die verteilt an der Strecke für Stimmung sorgten, motivierten auch die rund 2000 Zuschauer die Läufer lautstark. Selbst im Außenbereich an der Spindel standen bei Minusgraden und eiskaltem Wind rund 40 Besucher zum Anfeuern bereit.
„Es ist ein super Event. Wir sind jedes Jahr als Unterstützung dabei. Wir gehen immer rein und raus, damit es nicht zu kalt wird“, sagte Sina Kurt, deren Mann selbst beim Spindellauf angetreten war. Aber auch im Innenbereich war einiges los. Und das Konzept der Veranstalter, den Startschuss kurz nach Ladenschluss zu geben, trug zum Zuschauerrekord bei. „Das ist eine tolle Organisation und eine super Stimmung. Und die Musik ist der Hammer“, sagte Martina Röder.
Zusammen mit ihrem Mann Oliver sei sie zufällig beim Einkaufsbesuch auf den Spindellauf aufmerksam geworden. „Dieser Lauf ist einmalig. Wir wohnen in Weiden und waren zum Einkaufen hier. Nächstes Jahr werden wir auf jeden Fall wieder kommen“, ergänzte Oliver Röder. Der sportliche Erfolg stand beim Event nicht im Mittelpunkt. Worüber es allerdings einen Wettstreit hätte geben können, wäre das beste Lauf-Outfit. Von Hawaii-Hemd mit Blumenketten bis hin zum „Wiesn“-Funktionsdress war alles dabei.
Auch die Kleinsten waren noch zu später Stunde an der Strecke zu finden, feuerten sie doch lautstark ihren Papa oder ihre Mama an. Nach zwei Stunden war der Lauf offiziell vorbei. Laut dem Vorsitzenden des LLC Marathon, Wolfgang Kammann, hatten alle Teilnehmer das Ziel erreicht. Jeder Teilnehmer hatte am Ende eine Medaille, auf der ein Läufer sowie die Außenfassade des Donau-Einkaufszentrums abgebildet war, erhalten.
Der Spindellauf in Regensburg macht mittlerweile deutschlandweit auf sich aufmerksam. Laut Kammann hatte eine Staffel aus Aachen die weiteste Anreise. Aber auch Läufer aus Ingolstadt, Landshut und München wollten sich den außergewöhnlichen Saisonauftakt nicht entgehen lassen.
Kühle Getränke bei After Run
Im Anschluss an den Lauf stand die After-Run-Party auf dem Programm, bei der Midlife Crisis nochmal für Stimmung sorgte. Auch Thomas Zink, Geschäftsführer des DEZ, dürfte sich im Nachgang ein Kaltgetränk gegönnt haben.
„Das war mein elfter Lauf heute. Ich weiß gar nicht, auf welchem Platz ich gelandet bin. Das werde ich mir morgen anschauen und den Lauf analysieren“, sagte Zink mit einem Augenzwinkern. „Jetzt gibt es erstmal eine kleine Erfrischung und dann schauen wir, wie lange wir durchhalten“, resümierte Zink und machte sich wieder auf den Weg Richtung Aktionsfläche.




