Neunburgs Ladestationen im Wandel: Eine E-Säule ist weg, eine ist neu

Bei den Ladesäulen für E-Autos ist in Neunburg eine Ära zu Ende gegangen. Seit 2015 betrieb die Stadt an der Rötzer Straße, direkt vor der Schwarzachtalhalle, eine Ladestation. Das ist nun vorbei: Die E-Ladesäule ist Ende 2024 außer Betrieb gegangen.
Die Bürger konnten im Neunburger Rathaus eine Karte erwerben, mit der sie dann jederzeit ihr Fahrzeug an der Säule neben der Schwarzachtalhalle aufladen konnten. Für die Stadt war der Betrieb der E-Ladesäule aber immer ein Zuschussgeschäft. Denn der Gesamtpreis des verbrauchten Stroms war höher als die Einnahmen aus der Jahresgebühr.
Über das hohe Defizit hatte es im Stadtrat seit langem Diskussionen gegeben. Einige Räte fanden, dass es nicht sein könne, dass sich Besitzer von Elektroautos ihr Fahrzeug auf Kosten der Steuerzahler auftanken könnten. Selbst nach einer deutlichen Erhöhung der Nutzergebühr vor zwei Jahren ließ sich die Ladesäule an der Rötzer Straße nur schwer wirtschaftlich betreiben. Deshalb war die Stadt schon einige Zeit auf der Suche nach einem privaten Betreiber für E-Ladesäulen.
Wunsch, die Ladeinfrastruktur auszubauen
Das ging einher mit dem Wunsch, die Ladeinfrastruktur in der Pfalzgrafenstadt auszubauen. Denn die Lademöglichkeiten für Elektroautos waren bis vor zwei Jahren sehr überschaubar: Die Station an der Schwarzachtalhalle war die einzige zentrumsnahe Ladesäule. Daneben gab es noch Ladestationen an der Realschule, am Aldi-Markt im Industriegebiet sowie am Autohaus Lacher an der Neukirchner Straße.
Bei keiner dieser Säulen handelte es sich um einen Schnelllader. Das hatten auch Nutzer kritisiert und die Infrastruktur mit der benachbarter Kommunen verglichen, die kleiner als Neunburg seien, aber dennoch über einen oder mehrere Schnellladesäulen verfügen würden.
Auch das ist nun Geschichte: In Neunburg gibt es seit vergangenem Herbst zwei Schnelllademöglichkeiten. Die Firma Energu aus Bad Neustadt an der Saale hat auf dem Parkplatz hinter dem Feuerwehrgerätehaus eine Station mit zwei Ladepunkten errichtet. Sie ersetzt die kommunale Ladesäule, die in den nächsten Wochen zurückgebaut werden soll.
Vorerst keine weiteren Ladepunkte geplant
Es gibt zwar jetzt einen Schnelllader, die Anzahl der Ladestationen hat sich aber dadurch noch nicht erhöht. Das wird sich wohl so schnell auch nicht ändern. Wie Ulrike Meixner, Pressesprecherin der Stadt Neunburg, auf Anfrage der MZ mitteilt, sind zum jetzigen Stand keine weiteren Ladepunkte geplant. Denn für private Anbieter sei es entscheidend, dass eine Ladesäule auch wirtschaftlich betrieben werden könne.
Aus Sicht von Ulrike Meixner hat die Stadt mit den jetzigen Ladestandorten eine sehr gute Abdeckung des Bedarfs. „Selbstverständlich wird dieses Thema aber weiterhin berücksichtigt, und die Stadt unterstützt hier im Rahmen des Möglichen auch gegebenenfalls angedachte Planungen von Anbietern.“
