Besucherandrang sorgte für Park-Chaos im Bayerischen Wald – Rettungswege versperrt?

Von Sabrina Kauer · 14. Januar 2025 um 16:00

Kombiniert man Sonnenschein und Schnee mit Feiertagen, entsteht was? – Chaos. Und zwar dort, wo dann alle hinwollen. Im Bayerischen Wald im Landkreis Cham sind das vor allem die Berge – und ihre (Wander)Parkplätze. Einer davon zog in den vergangenen Weihnachtsferien massenweise Ausflügler an, sodass sogar die Polizei eingreifen musste.

Damit ist der Große Arber gemeint. Dort herrschte an manchen Tagen in den Weihnachtsferien Hochbetrieb. „Die Feiertage waren starke Tage, aber für Besucher auch nervenaufreibend“, sagt Andreas Stadler, Pressesprecher der Fürstlich Hohenzollernschen Arber-Bergbahn.

Alles zusammengekommen

Weil der Große Arber laut Stadler derzeit das einzige Skigebiet mit Schnee im Umkreis von 80 Kilometern ist, ist dort während der Ferien alles zusammengekommen, was mit Wintersport zu tun hat: Nicht nur Skifahrer, sondern auch Rodler, Winterwanderer, Tourenski-Geher und Tagesausflügler, zählt der Pressesprecher auf. „Die Leute wollen alle in den Schnee und auf den Berg“, sagt er.

Deshalb hätten sich die Wintersportler bei der Parkplatzsuche gedulden müssen. Genauer gesagt für mehr als eine Stunde, denn so lange haben manche Besucher Ausschau nach einem Parkplatz gehalten, erzählt Stadler. Das Problem: An der Arber-Talstation führt die Brennesstraße entlang. Links und rechts davon liegen die Parkplätze. Wenn ein parkplatzsuchender Ausflügler auf der vielbefahrenen Straße unterwegs ist, Ausschau nach einem freien Stellplatz hält und sieht, dass beispielsweise eine Familie zu ihrem Auto geht, dann bleibt er stehen und wartet. „Es kommt zum Rückstau. Das ist nicht zu vermeiden“, sagt Stadler.

Weil die Straße laut Pressesprecher „überlastet“ war, ist die zuständige Polizei in Zwiesel tätig geworden und hat am zweiten Weihnachtsfeiertag eine Verkehrsmeldung veröffentlicht, die auch im Radio zu hören war. Darin haben die Beamten die Autofahrer gebeten, das Gebiet „zu meiden“, sagt ein Sprecher der Zwieseler Polizei. „Die Parkplätze waren schon ab dem Vormittag komplett überfüllt. Das hat sich auch bis nachmittags um circa 15 Uhr hingezogen“, so der Beamte weiter.

Wäre etwas passiert, und der Rettungsdienst hätte anrücken müssen, dann hätten die Autos nicht ausweichen können, und es wäre nur noch ein Hubschrauber durchgekommen, sagt der Polizist, der nach eigener Aussage selbst vor Ort war.

An den Feiertagen wie Weihnachten oder Silvester sei schon öfter viel los gewesen, doch „so schlimm wie heuer“ war es noch nicht, so der Sprecher.

Hohenbogen-Wanderparkplatz: „Chaos ohne Ende“

Auch auf dem Hohenbogen-Wanderparkplatz bei Rimbach herrschte „Chaos ohne Ende“, sagt Schönblick-Wirt Thomas Schmidberger. „Wenn ich meine Gäste zum Parkplatz fahre, wüsste ich nicht, wo ich einkehren könnte, weil überall Autos stehen“, sagt Schmidberger. Doch das ist „an jedem schönen Sonntag“, der Fall, ganz gleich, zu welcher Jahreszeit, sagt er.

Nun sei laut des Wirts eine „Schwierigkeit“ hinzugekommen: nämlich eine „komplette Eisplatte“ auf dem Wanderparkplatz. „Die Autos sind einfach umhergerutscht. Mir selbst ist das auch passiert“, sagt er.

Die Rettungswege sehe Schmidberger trotz der am Fahrbahnrand parkenden Autos nicht als beeinträchtigt. „Das ist nicht problematisch, die Straße ist eigentlich immer frei“, sagt er.

Sollte ein Fahrzeug im Halteverbot mit der Kennzeichnung „Rettungsweg“ stehen, werde das laut Thomas Schmidt, stellvertretender Leiter der Polizei Bad Kötzting „konsequent geahndet“. Die Polizeistreife würde beim Hohenbogen-Wanderparkplatz hin und wieder kontrollieren. Schwerere Verstöße seien den Beamten während der Weihnachtsferien nicht gemeldet worden, so Schmidt.

So war es auch beim Heilbrünnl in Roding. An den Feiertagen war der Wallfahrtsort und die gleichnamige Gaststätte „gut besucht“, sagt Heilbrünnl-Wirt Josef Gallmeier. Doch die Rettungswege seien nicht versperrt gewesen. Die Besucher sind „teils auch an der Straße entlang“ gestanden, aber „größere Schwierigkeiten“ hat es dadurch nicht gegeben, so Gallmeier.

Ein paar Kilometer weiter in Falkenstein, insbesondere bei der dortigen Burganlage, sei die Parksituation an den Feiertagen „ganz normal“ gewesen, teilt die Tourist-Info Falkenstein auf Anfrage mit.

Wanderparkplatz Reitenberg

Zurück im östlichen Landkreis Cham findet sich der Kaitersberg. Wie Thomas Schmidt sagt, haben die Bad Kötztinger Polizeibeamten an den Feiertagen mehr Verkehr festgestellt – „bei dem Wetter nicht verwunderlich“, so Schmidt.

Von Bekannten habe er öfter gehört, dass manche Parkplätze sehr voll gewesen seien. Doch blickt man beispielsweise auf den Wanderparkplatz in Reitenberg in Bad Kötzting, seien keine „schweren Verstöße“ vorgekommen. „Ich kann mir schon vorstellen, dass es zu bestimmten Spitzenzeiten mal eng runtergeht, aber uns ist nichts bekannt“, sagt Schmidt.

Unten Nebelsuppe, oben Sonnenschein: Bei einer Inversionswetterlage, so wie es an manchen Feiertagen der Fall war, wollen Ausflügler aller Art auf die Berge im Bayerischen Wald. Foto: S. Kauer