Mit Hackathon und Co-Working startet Neumarkts Versuch, eine Start-up-Szene aufzubauen

Von Wolfgang Endlein · 10. Januar 2025 um 12:17

Mehr Innovationskraft und eine Gründerszene: Das will die Stadt Neumarkt mit einer eigens gegründeten Firma anschieben. Das Wochenende ist eine wichtige Wegmarke für die Dreamdriven gGmbH. Firmenchef Manuel Kania erklärt, was für Probleme bei einem Hackathon in der Hochschule gelöst werden und was das Makers Home in der Kaminfegergasse ist.

Die Bemühungen der Stadt Neumarkt, junges und kreatives Leben in die Altstadt zu bringen, nehmen Fahrt auf. Seit Wochen lernen Studenten im neuen Hochschulgebäude. Am Sonntag eröffnet nebenan mit dem Makers Home ein Nährboden für innovative Köpfe. Bereits seit Freitag versuchen junge Menschen, binnen 48 Stunden Probleme von Neumarkter Firmen zu lösen.

Ein Hackathon in der Hochschule bietet den Rahmen dafür. Mit der Veranstaltung macht ein Projekt den ersten Schritt von der Idee zur praktischen Umsetzung. Die Stadt und der junge Unternehmer Manuel Kania haben sich zusammengetan, um die gemeinnützige Dreamdriven GmbH zu gründen. Deren Ziel: Kreative Köpfe mit unternehmerischen Ideen in Neumarkt zu fördern und auch die lokalen Firmen davon profitieren zu lassen.

Hackathon soll Probleme für Klebl und Rödl Energie lösen

Der Hackathon ist der Startschuss für das breit angelegte Vorhaben. Rund 30 Teilnehmer stellen sich den Aufgaben, die ihnen die Firmen Klebl und Rödl Energie stellen. Es geht konzentriert, aber locker zu: Pizza gibt Energie, Feldbetten ermöglichen kurze Ruhepausen. Den Großteil der Zeit stecken die Teilnehmer aber die Köpfe zusammen. Es seien meist Studenten, die ihr technisches Wissen im Bereich digitaler Lösungen einbringen, erklärt Kania. Erst vor Ort bilden sich Teams, die am Ende unterschiedliche Lösungsansätze präsentieren.

Beispielsweise für das Problem, welches Klebl hat. Nach wie vor erhalte das Bauunternehmen viele Baupläne in Papierform, erklärt Kania. Bislang werden diese durch Menschen digitalisiert. Beim Hackathon sollen technische Lösungen entstehen, die den Personaleinsatz reduzieren.

Veranstaltungen wie der Hackathon sind eine von drei Säulen von Dreamdriven. Weitere Events sollen folgen, sagt Kania. Beispielsweise Workshops, die Handwerksbetriebe bei der Digitalisierung unterstützen.

Co-Working in Neumarkt trägt den Namen Makers Home

Eine weitere Säule des Projekts eröffnet am Sonntag mit dem Makers Home in der Kaminfegergasse. Im Erdgeschoss eines Eckhauses bietet das Co-Working Freiberuflern, Studenten und Gründern von Start-ups Raum, um zu arbeiten und das in einer Atmosphäre, in der unterschiedliche Menschen im besten Fall voneinander profitieren. Es gibt nicht fest zugeteilte Arbeitsplätze, Besprechungsräume und einen offenen Raum mit Küche, in dem das soziale Leben stattfinden kann.

Rückmeldungen zeigten ihm, dass es einen Bedarf in Neumarkt gebe, sagt Kania. Das Makers Home sei zugänglich für jeden, der einen niedrigschwelligen Mitgliedsvertrag abschließe, sagt Kania. Anfangs soll es kostenlos sein.

Die dritte Säule sind Programme, bei denen junge Gründer intensiv bei den ersten Schritten von der Idee zur Gründung begleitet werden. Die Teilnehmer leben dafür mehrere Monate gemeinsam, um intensiv Geschäftsideen zu entwickeln. Ein Team aus unterschiedlichen Experten um Kania, der selbst Start-ups gegründet hat, begleitet sie dabei. Ziel ist, die Idee soweit zu entwickeln, um erste Investoren zu finden.

Teilnehmer entwickeln in Neumarkt Ideen für Start-ups

Das erste dieser Start-up-Programme unter dem Dach der Dreamdriven gGmbH geht nun zu Ende. Zehn Teilnehmer arbeiteten laut Kania an Geschäftsideen. Eine davon will zwei Probleme lösen: In Deutschland fehlten Gründern oftmals die IT-Fachleute, um ihre Ideen in die Tat umzusetzen, sagt Kania. Zugleich hätten größere Firmen das Problem, die Fähigkeiten potenzieller IT-Mitarbeiter verifizieren zu können. An dieser Stelle könnte eine Plattform beide Bedürfnisse abdecken.

Die Idee: Die Plattform soll IT-Fachleute an Start-ups vermitteln, wo sie ihre Fähigkeiten zeigen können. Davon könnten wiederum größere Unternehmen bei der Akquise von Fachkräften profitieren.

Im April soll das nächste der Start-up-Programme beginnen, sagt Kania, der inzwischen einer weiteren Idee folgt. Für Dreamdriven will er bei einem kurzfristig aufgelegten Förderprogramm des Bundes Geld einwerben.

Im Co-Working namens Makers Home in Neumarkt, das Manuel Kania leitet, gibt es unterschiedliche Formen von Arbeitsplätzen. Foto: Endlein