Die Hochschule in Neumarkt startet – und plant schon für die Zukunft

Von David Santl · 20. September 2024 um 18:06

Am Freitag, 27. September, wird der Neumarkter Standort der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm offiziell eingeweiht. Schon jetzt ist klar: Es soll nicht nur beim Studiengang „Management in der Ökobranche“ bleiben. Denn Neumarkt bietet für dieses Thema ideale Voraussetzungen.

Studenten, die sich am Residenzplatz die Zeit zwischen den Vorlesungen vertreiben und danach in der Neumarkter Innenstadt was trinken gehen: Es dauert nur noch wenige Tage, bis diese Vorstellung Wirklichkeit wird. Denn zum Semesterstart am 1. Oktober wird die neue Außenstelle der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm am Neumarkter Residenzplatz offiziell ihren Betrieb aufnehmen.

Doch der Neumarkter Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn und der Präsident der Hochschule, Niels Oberbeck, denken schon einige Schritte weiter. In Neumarkt sollen noch weitere Angebote angesiedelt werden, kündigte Oberbeck an. Aktuell sei ein Masterstudiengang mit dem Arbeitstitel „Nachhaltige Ernährungs- und Ressourcenwirtschaft“ in der Konzipierungsphase.

Dieser könne auf dem bereits vorhandenen Studiengang „Management in der Ökobranche“ aufbauen. Auch ein weiterer Bachelor-Studiengang sei denkbar. Zudem könnte das Gebäude auch für berufliche Weiterbildungen genutzt werden, so Oberbeck. Ein Kompetenzzentrum mit dem Fokus Nachhaltigkeit soll ebenfalls in Neumarkt an den Start gehen. Dieses soll auch eine Anlaufstelle für die örtlichen Betriebe und deren Nachhaltigkeits-Konzepte sein.

Beste Öko-Voraussetzungen

Die Betriebe vor Ort waren übrigens einer der Gründe, warum Neumarkt überhaupt Standort einer Außenstelle der Technischen Hochschule Nürnberg geworden ist. Denn das war eigentlich gar nicht geplant: „Wir haben uns schon oft gegen Außenstandorte entschieden. Aber in Neumarkt gab es eben besondere Umstände“, so Ohm-Präsident Niels Oberbeck. Seit 2016 wird daher im Haus St. Marien der Studiengang „Management in der Ökobranche“ gelehrt. Bereits damals vereinbarten die Stadt Neumarkt und Ohm den Bau eines neuen Hochschulgebäudes auf dem Residenzplatz.

Oberbeck verrät natürlich auch, welche Umstände die Hochschule von Neumarkt überzeugt haben: Neben der aus seiner Sicht „ausgezeichneten Zusammenarbeit“ mit der Stadt Neumarkt sei es vor allem die vor Ort gelebte Nachhaltigkeit, die schließlich für den Studiengang „Management in der Ökobranche“ zentral ist. „Darum ist das eine ideale Kombination“, so Oberbeck.

Unternehmen Sie hier einen virtuellen Rundgang durch die neue Hochschule.

OB Markus Ochsenkühn verwies dabei vor allem auf das städtische Amt für Nachhaltigkeit und auf die lokalen Betriebe, die gut in diesem Bereich unterwegs seien und den Studiengang unterstützten. „Gerade die Baubranche ist in der Region stark vertreten. Und hier ist Nachhaltigkeit ein großes Thema“, so Ochsenkühn. Aus diesem Grund sei der Studiengang sowohl für die Kommune als auch für die Neumarkter Wirtschaft ein echter Gewinn. Das sieht auch Niels Oberbeck so: „Als Hochschule für angewandte Wissenschaften ist es generell unser Ziel, näher an der Wirtschaft und an der Gesellschaft zu sein.“

„Wir haben uns schon oft gegen Außenstandorte entschieden. Aber in Neumarkt gab es eben besondere Umstände“

Niels Oberbeck, Präsident der Technischen Hochschule Ohm Nürnberg

Gute Erfahrungen mit den Firmen vor Ort habe die Hochschule bereits beim Bau des Gebäudes gemacht. „Es ist ein hochwertiges Gebäude entstanden, an dem viele regionale Firmen beteiligt waren. Die haben eine tolle Qualität abgeliefert“, lobt auch OB Ochsenkühn.

Außerdem habe sich durch die Hochschul-Außenstelle der komplette Residenzplatz verändert, ebenso durch die Sanierung des Reitstadels und der Hofkirche. Und jetzt werde der Platz zusätzlich mit Leben gefüllt, freute sich der OB. Darum stellt die Stadt in der Kaminfegergasse auch Wohnungen für 23 Studenten bereit. Ebenso wurde die Tiefgarage beim Residenzplatz erweitert.

Viele auswärtige Studenten

Das scheint auch notwendig zu sein: Denn es kommen nur wenige der „Neumarkter“ Studenten von hier. Besonders stark vertreten ist laut Oberbeck der Raum Nürnberg. Aber auch für junge Leute aus Nordrhein-Westfalen und aus Brandenburg wird Neumarkt demnächst Studenten-Stadt sein. Neumarkt als Studentenstadt – das passt für Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn offenbar bestens zusammen: „Ich habe zwar nie studiert, aber hier würde ich direkt anfangen“, bemerkte er mit einem Schmunzeln.

Mit der Einweihung am kommenden Freitag um 18 Uhr wird nun der offizielle Startschuss für das Langfrist-Projekt „Hochschule am Residenzplatz“ fallen – übrigens im Beisein von Ministerpräsident Markus Söder und Finanzminister Albert Füracker.

Zahlen und Kosten:

Studenten: Zum Semesterbeginn gibt es für den Studiengang „Management in der Ökobranche“ 44 Neueinschreibungen. Insgesamt sind 130 Studenten eingeschrieben.

Baukosten: Der Neubau kostet wohl zwischen 13 und 13,5 Millionen Euro. Die Krisen der letzten Zeit verursachten eine geringfügige Preissteigerung.

Willkommen an der neuen Außenstelle: Bald geht der Betrieb an den Start.
Vor dem Hochschulgebäude erledigen Bauarbeiter noch kleine Restarbeiten.