Islamisches Kulturzentrum im Herzen Regensburgs? Petition will Kaufhof-Pläne stoppen

In der Domstadt regt sich Widerstand gegen das Vorhaben einer Investoren-Gruppe, aus dem Kaufhof-Gebäude am Neupfarrplatz ein islamisches Kulturzentrum zu machen. Ein Regensburger hat noch am Freitagabend, also nur Stunden, nachdem die exklusive MZ-Recherche für Aufregung sorgte, eine Petition ins Leben gerufen.
Überschrieben ist die Forderung mit „Keine Errichtung des islamischen Kulturzentrums im ehemaligen Kaufhof Gebäude, Regensburg“. Begründet wird die Petition wie folgt: „Ich und viele andere Bewohner der Regensburger Altstadt fühlen uns zunehmend unsicher bei dem Gedanken an ein islamisches Kulturzentrum in unserer unmittelbaren Umgebung.“ Man unterstütze Toleranz und Vielfalt, heißt es weiter. Ein solches Zentrum achte allerdings nicht den Geist und den historischen Kontext der Altstadt. Abgesehen davon könne ein solches Vorhaben zu einer Polarisierung und Spaltung der lokalen Gemeinschaft. Die Aufgabe sei es, das historische Erbe und die kulturelle Signifikanz der Altstadt zu erhalten.
Urheber der Petition betont: „Wir wollen niemanden diskriminieren“
Der Urheber der Petition möchte vorerst anonym bleiben. Der MZ hat er seine Motive erläutert. Er gehöre keiner Partei und keinem Milieu an, betont er. „Ich stehe keiner Religion oder Kultur kritisch gegenüber und meine Absicht war nicht irgendjemanden zu diskreditieren, zu diskriminieren oder etwas zu pauschalisieren.“
Er habe die zahlreichen negativen Facebook-Kommentare zu den Investoren-Plänen gesehen und habe eine Art Auffangbecken bilden wollen. „Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass die Petition so schnell so viele Unterschriften erhält.“ Bislang haben rund 23.000 Menschen die Petition unterzeichnet.
Petition gegen Islamisches Kulturzentrum – Urheber betont: „Wir sind ein offenes Land“
Das Kaufhof-Aus im vergangenem Sommer habe viele Menschen geschmerzt, sagt der Petitions-Urheber. Das islamische Kulturzentrum solle zwar Brücken bilden und mit einem Shop-in-Shop Prinzip durchaus auch Abwechslung schaffen, betont er. Allerdings fremdelten Menschen damit, wenn man ihnen so etwas direkt vor die Nase setzt. „Wir sind grundsätzlich ein offenes, aber auch christlich geprägtes Land und wenn man den Menschen mitten in die Altstadt, und auch noch in ein so großes Gebäude eine fremde Kultur setzt, dann fühlen sich die Menschen erst mal vor den Kopf gestoßen.“
Er hätte sich gewünscht, dass sich die Stadt mehr mit den Bewohnern auseinandersetzt und auslotet, welche Möglichkeiten es für das Gebäude gebe. „Es gibt genügend Sachen, die man daraus machen könnte.“ Seine Hoffnung: Die Stadt entscheidet sich noch um.