Islamisches Kulturzentrum im Kaufhof? Regensburger Oberbürgermeisterin kritisiert Investoren-Pläne

Von Philip Hell · 5. Januar 2025 um 11:00

Aus dem Kaufhof-Gebäude am Neupfarrplatz soll ein islamisches Kultur- und Einkaufszentrum werden. Das planen zumindest die Investoren, die den Mega-Leerstand im Herzen Regensburgs unlängst gekauft haben. Die exklusive MZ-Recherche sorgte am Wochenende für Aufsehen in Regensburg.

Die Stadtgesellschaft debattierte über das Vorhaben – und im Internet häuften sich tausende Kommentare an. Auf MZ-Anfrage äußert sich nun Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) zu den Vorhaben der Investoren-Gruppe.

Maltz-Schwarzfischer betont: „Der Investor hat noch kein konkretes Konzept vorgelegt oder Kontakt zu mir aufgenommen.“ Schon die Nachricht vom Kaufhof-Verkauf schien die Stadt im Dezember überrascht zu haben. Kurz vor Weihnachten teilte Stadt-Sprecherin Juliane von Roenne-Styra mit, dass der Verkauf der Stadt erst „kürzlich und ohne vorherige Ankündigungen“ vom zuständigen Notariat mitgeteilt worden sei.

In Bezug auf die Kulturzentrums-Pläne stellt die Oberbürgermeisterin klar: „Für jegliche andere Nutzung als die, die Gegenstand der Baugenehmigung ist, ist eine Nutzungsänderung bei der Stadt zu beantragen beziehungsweise eine Genehmigung einzuholen.“ Schließlich könnten mit Nutzungsänderung baurechtliche Auswirkungen einhergehen.

Kontroverse um Kaufhof-Pläne in Regensburg – Stadt betont: Es gilt eine Baugenehmigung

Die Stadt hatte im August – also kurz nachdem der Kaufhof endgültig seine Pforten schloss – mitgeteilt, dass für das Gebäude eine Baugenehmigung aus den 1970er-Jahren vorliege, die klare Regelungen hinsichtlich der Nutzung treffe. „Bei einer Abweichung von der genehmigten Einzelhandelsnutzung greifen die geltenden bauplanungs- und bauordnungsrechtlichen Vorschriften, die eine Nachnutzung erschweren“, hieß es damals weiter. Inwieweit die Pläne der Investoren von der Baugenehmigung abweichen, steht derzeit noch in den Sternen – dazu müssten sie schließlich erst einmal Kontakt zur Stadt aufnehmen.

Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer betont: „Es bleibt abzuwarten, was hier konkret geplant ist und zu prüfen, was tatsächlich realisiert werden kann.“

Kaufhof soll islamisches Kulturzentrum werden – Kritik von Oberbürgermeisterin

Die SPD-Politikerin macht indes keinen Hehl daraus, von den Plänen nicht besonders angetan zu sein: „Ein islamisches Kultur- und Einkaufszentrum ist in meinen Augen nicht mit den Zielen der Stadt für die Entwicklung der Altstadt vereinbar.“