Frühalarm-System: Neue App warnt Kelheimer in Echt-Zeit vor Starkregen

Als wohl erste Kommune im Landkreis bringt Kelheim ein Frühalarm-System für Starkregen-Ereignisse an den Start.
Das extreme Starkregen-Ereignis vom Sommer 2024 hallt bei vielen Kelheimern nach. Im neuen Jahr bringt die Kreisstadt, als wohl erste Kommune im Landkreis Kelheim, ein Frühalarmsystem für Bürger, Rettungskräfte und Verwaltung ans Laufen.
Würde Kelheim erneut solch eine Superzelle treffen, wie im Juli 2024, dann wäre wohl auch das Starkregen-Frühalarmsystem machtlos, schätzt Bürgermeister Christian Schweiger. Denn damals öffnete der Himmel seine Schleusen mehr oder weniger von jetzt auf gleich.
Doch bei vielen künftigen Starkregen-Ereignissen erhofft sich Kelheim durch die Investition Vorlauf, der Grundstückseigentümer, aber auch Rettungskräfte und Stadtverwaltung Zeit zum Handeln beschert.
120.000 Euro in die Hand genommen
An die 120.000 Euro hat die Kreisstadt dafür in die Hand genommen. Im vergangenen Sommer startete die Installation der Hardware. So wurden übers Stadtgebiet verteilt sieben Niederschlagssensoren auf Dächern städtischer Liegenschaften gebaut. Hinzu kommen sechs Pegelsensoren, die an neuralgischen Einlässen und Einläufen platziert wurden, erklärt Fabian Gruner von der Stadtverwaltung.
Die Pegelmesser finden sich an größeren Gräben, wie in Thaldorf oder Weltenburg, an Regenrückhaltebecken wie in Stausacker oder an Einlaufbauwerken wie an der Hemauer Straße am nördlichen Stadteingang. Sie erkennen, ob der Pegel steigt und ab gewissen kritischen Marken, melden die Pegelsensoren dies, so Gruner.
Regensensoren auf den Dächern der Feuerwehrhäuser
Auf den Dächern der Feuerwehrhäuser finden sich die Regensensoren. Sie messen quasi nach oben. Ab kritischen Niederschlagsmengen schlagen auch sie digital Alarm. Im Zusammenspiel mit Wetterdaten geben sie Aufschluss, welches Regenereignis auf die Kreisstadt und die Ortsteile zukommt.
Alle Daten werden in der App der Firma Spekter aus Herzogenaurach gesammelt. Zum Jahresende wurde laut Fabian Gruner noch an der reibungslosen Übertragung der Daten gefeilt. Spätestens im ersten Quartal 2025 soll alles störungsfrei laufen. Dann soll etwa auch die Schnittstelle zur Katastrophenschutz-App „Katwarn“ stehen, so Gruner.
Bereits jetzt können sich interessierte Bürger die Bürgerinfo-App aufs Handy laden. Sie findet sich in den bekannten App-Stores unter dem Suchbegriff „Starkregen-App“. Nach dem Herunterladen kann man Kelheim auswählen. Dann lassen sich die Echt-Zeit-Karten abrufen.
Neben diesem Tool steckt hinter der sechsstelligen Investition der Stadt auch eine App, die auf die Bedürfnisse von Einsatzkräften und Verwaltung zugeschnitten ist.
Bürger können Risikokarten einsehen
Starkregen-Auskunft: Kelheimer Bürger können online Starkregengefahrenkarten für ihre Grundstücke anfordern. Zur Minimierung des Schadenspotentials werden die Bürger hier über die Pflicht zur Eigenvorsorge sowie über mögliche Schutzmaßnahmen vor einem Überflutungsereignis informiert, heißt es aus dem Rathaus.
Details: Das Starkregen-Auskunft-System bietet eine interaktive Gefahrenkarte über die Überflutungen im gesamten Kommunalgebiet. Für Grundstückseigentümer gibt es individuelle Detailauskünfte unter: www.kelheim.de/katastrophenschutz; Interessierte können weitere Fragen per E-Mail (starkregen@kelheim.de) ans Rathaus adressieren.

