Multimillionen-Schulbau, Leerstände und Haushalt: So blicken Hemaus Politiker auf 2025

Von Daniel Pfeifer · 28. Dezember 2024 um 10:00

So schnell geht’s: Das Jahr ist vorüber und das nächste steht schon in den Startlöchern. Mit dem Multimillionen-Schulbau, dem Naherholungsgebiet und dem Schreckgespenst Kreisumlage wird es spannend. Einen Ausblick wagen Bürgermeister Herbert Tischhöfer und die Vorsitzenden der Fraktionen im Stadtrat.

Für Hemau war 2024 ein gemächliches Jahr: ein ausgeglichener Haushalt, ein paar Jubiläen (Musikschule, Stadtkapelle, SG Hohenschambach, Feuerwehr Laufenthal) und der Baubeginn für das neue Kinderhaus. Das Jahr 2025 könnte da spannender werden. „Wir haben heuer viele Weichen gestellt, im kommenden Jahr wird es ernst“, sagt Tischhöfer und zählt auf: Das Kinderhaus wird fertig, die Multimillionen-Schulsanierung beginnt, die Schönbergstraße wird ertüchtigt, der erste Bauabschnitt (Spielstätte) des Naherholungsgebiets soll starten, in Hohenschambach entsteht ein Regenrückhaltebecken, die Gemeinde soll endgültig auf LED-Straßenlicht umgerüstet werden. Und ganz nebenbei wird die Stadtverwaltung tausende alte Akten des Bauamts digitalisieren. „Eine halbe Etage voll“, so Tischhöfer.

Finanzen werden spannend

Für all diese Projekte steht ein Rekordhaushalt bevor. „Was uns schon einschränkt, ist die finanzielle Situation. Wir haben kein Einnahmenproblem, aber die Ausgaben steigen“, sagt Tischhöfer. Dazu gehört auch die befürchtete deutliche Erhöhung der Kreisumlage, die im Frühling feststehen wird. Gleichzeitig steigen Schlüsselzuweisungen – genug? „Es ist das Wesen eines Bürgermeisters, nie zu sagen: es reicht“, sagt Tischhöfer. „Aber ich blicke immer optimistisch in die Zukunft. Das Schlechte kommt von selbst.“

Diese Einstellung, nicht in Pessimismus zu verfallen teilt auch Petra Lutz, Fraktionsvorsitzende der SPD im Hemauer Stadtrat. Ebensowenig will sie jedoch in Unvorsichtigkeit verfallen: „Wir werden nicht immer so viel Glück haben wie 2024, wo wir mit einem blauen Auge davonkommen“, sagt sie über den Haushalt, der sich gut ausgegangen ist. Bei den teuren Bauprojekten ist der finanzielle Spielraum für Wünsche klein. Dennoch haben die Fraktionen Themen, die sie angehen wollen. So möchte Petra Lutz die alte Idee eines Bürger-Windrads, für die es jedoch noch keine Standortvorschläge gibt, erneut mit Bürgern ins Gespräch bringen. „So könnte man Bürger mitnehmen bei der erneuerbaren Energie“, sagt sie. Auch die Zukunft der Hausarztversorgung werde „in zwei bis drei Jahren ein Riesenthema.“ Nicht zuletzt hofft Lutz, dass man im kommenden Jahr bei Leerständen vorankommt. Als Beispiel nennt sie die ehemalige Rockfabrik sowie das Bleicher-Anwesen, das die Stadt erworben hat. „Wenn ich das kaufe als Entwicklungsgebiet, muss ich das auch mal entwickeln und kann nicht immer warten, warten, warten“, sagt Lutz. Auch das renovierungsbedürftige Luber-Anwesen (Zur Post) in Hohenschambach wolle sie thematisieren.

Leerstände und Windräder in Hemau

Dass man die Leerstände nicht vergisst, dafür will sich auch Peter Ostenrieder als einziger Grüner (inzwischen aber fraktionsloser) Stadtrat einsetzen. Gleichzeitig will er dafür einstehen, dass im Naherholungsgebiet naturverträgliche Flächen wie ungemähte Blühwiesen nicht vernachlässigt werden. „Außerdem ist mit immer ein Anliegen, dass die alternative Energieversorgung für Hemau im kommenden Jahr vorankommt“, sagt Ostenrieder.

2025 soll die Bürgerbeteiligung und vielleicht auch schon die Bauvorbereitung für den großen Windpark in den Wäldern zwischen Hemau und Riedenburg anstehen. „Zu Flächenphotovoltaik wird auch der eine oder andere Antrag kommen, denke ich“, sagt Christine Lammert von den Freien Wählern.

Große Wünsche für das Jahr hat ihre Fraktion nicht, sagt sie. „Wir verstehen uns als realistische Leut, nicht als Träumer. Ich glaube, das kommende Jahr ist durchgetaktet und vorprogrammiert durch das jetzige Jahr.“ Im Schatten von Schulen, Dorferneuerung Laufenthal und dem Rückstau an Straßensanierungen würden dann auch Themen wie das Hemauer Feuerwehrhaus weiter zurückstehen. Auch hier rechnet sie nicht mit Neuigkeiten im kommenden Jahr. Wenn sie ein Thema jedoch hervorheben müsste, wäre das der „immer schlechter werdende Handyempfang“, wie sie sagt. Als Kommune habe man hier wenig Spielraum, doch hier gebe es Handlungsbedarf.

Wahlen stehen kurz bevor

So viele Jubiläen wie 2024 stehen im kommenden Jahr nicht an, aber einige gibt es schon. So feiert die Freiwillige Feuerwehr Berletzhof von 30. Mai bis 1. Juni groß. Diesen Termin hat sich auch Florian Meyer, Vorsitzender der CSU-Fraktion, dick angestrichen. Sein Anliegen für kommendes Jahr ist, auch in schwierigen Zeiten Ehrenamts- und Vereinshilfen auszuzahlen. „Vereine erhalten das Leben vor Ort. Die Jugendarbeit, die sie leisten, wie bei mir in Hohenschambach, entlastet die Gemeinde sehr“, sagt er. Einen wichtigen Termin haben sich natürlich alle im Kalender angestrichen: die Bundestagswahl im Februar.

„Ich hoffe vor allem auf eine hohe Wahlbeteiligung und auf eine stabile Regierung“, sagt Florian Meyer. „Ich werde sie natürlich aufmerksam verfolgen“, sagt Petra Lutz. Aber man dürfe auch nicht vergessen, auch in Hemau stehen die Kommunalwahlen an. „Da wird der Wahlkampf kommendes Jahr schon langsam angehen“, prophezeit Lutz. Ernst wird es für die Lokalpolitiker dann Anfang 2026. Doch das ist dann ein Thema für den nächsten Jahresausblick.

„Ich wünsche mir, dass wir immer optimistisch in die Zukunft schauen. Es gibt so viel Gutes in der Welt.“ - Herbert Tischhöfer, Bürgermeister
„Ich wünsche, dass das Miteinander nicht verloren geht, jetzt bei der ganzen Aggressivität.“ - Petra Lutz, SPD
„Ich wünsche Hemau viel Grün und eine gesunde Natur.“ - Peter Ostenrieder, Grüne/unabhängig
„Ich wünsche mir, dass es weiter so viele Hemauer gibt, die sich ehrenamtlich für andere einsetzen.“ - Christine Lammert, Freie Wähler
„Ich wünsche jetzt nicht hochtrabend den Weltfrieden – sondern einfach Zufriedenheit.“ - Florian Meyer, CSU