Endzeit in Klingen und ein neues Herz für Laufenthal: Grünes Licht für Bauvorhaben

Von Daniel Pfeifer · 27. November 2024 um 17:00

30 Besucher, vor allem aus Laufenthal und Klingen – so voll wie am Dienstag war es lange nicht mehr bei einer Sitzung des Hemauer Stadtrats. In beiden Orten stehen große Veränderungen an: Laufenthal bekommt einen neu gestalteten Ortskern und Klingen ein neues Feuerwehrgerätehaus. So geht es nun weiter.

Während die Dorferneuerung von Laufenthal noch etwas dauert, stehen der Abriss und der Neubau des Gerätehauses in Klingen kurz bevor. Wenige Stunden bevor der Stadtrat einen Maßnahmenbeschluss fasste, wurden die alten Bäume vor dem Gebäude gefällt. Das Ziel: Das alte, simpel gebaute und im Inneren teils verfallende Gebäude soll weg und durch ein neueres, deutlich besser ausgestattetes ersetzt werden.

20 Einsätze der Feuerwehr Klingen

Der moderne, von einer Wärmepumpe beheizte Neubau hat dann Umkleide, Küche, Toilette und Lager. 650 000 Euro wird er kosten, 121 000 Euro Förderung gibt es für den Stellplatz, 400 000 Euro schreibt sich Hemau für die kommenden drei Jahre in den Haushalt und die restliche knappe Achtelmillion ist Eigenleistung der Feuerwehr. Als „sehr erfreulich“ stellte Stadtrat Johann Eichenseher den Neubau dar und hob die für den kleinen Ort hohe Einsatzzahl der Klingener Floriansjünger hervor. Vor allem aufgrund der Lage an der Staatsstraße habe es heuer bereits 20 Einsätze gegeben. Und so fasste der Stadtrat einstimmig einen Maßnahmenbeschluss, für den es Applaus von den anwesenden Feuerwehrleuten im Publikum gab. „Gerade in Zeiten wie diesen, wo alles nicht so einfach ist, stehen wir zu unseren Worten. Und zu unseren Feuerwehren“, sagte Bürgermeister Herbert Tischhöfer. Baumfällungen begannen schon vor der Stadtratssitzung – das neue Haus wird etwas nach vorne versetzt und wird größer. Dafür kaufte die Gemeinde zusätzlichen Grund an. „Wir sind noch im Zeitplan“, bekräftigte Tischhöfer. Warten müsse man nur noch auf die neue Sirene, die bereits bestellt ist. „Bis dahin kann man mit dem Abbruch nicht beginnen“, so Tischhöfer.

Kein Tempo 30 in Wangsaß

Im Anschluss an diesen Tagesordnungspunkt ernannte der Stadtrat noch einen neuen Gewässerschutzbeauftragten, stimmte über kommunale Förderungen ab und hielt fest, mit Beratzhausen, Painten und weiteren Orten eine ILE (Integrierte Ländliche Entwicklung) anzustreben, die die Gemeinden unterstützen soll, mit künftigen Herausforderungen noch besser fertig zu werden.

Am Ende informierte Bürgermeister Tischhöfer, dass in Wangsaß kein Tempo 30 eingerichtet werden sollte, weil sonst Fördergelder wegfallen würden – dies habe die Regierung der Oberpfalz auf Nachfrage mitgeteilt. Der Stadtrat nahm dies zur Kenntnis, mit einer Gegenstimme von Stadtrat Thomas Hölzl, der sich für Tempo 30 eingesetzt hatte.

Laufenthal bekommt ein neues Herz

Anne Wendl und Michael Planck vom Büro Landimpuls stellten dem Stadtrat am Dienstag die konkreten Pläne für die Dorferneuerung von Laufenthal vor. Diese hatte das Büro mit Bürgern und Vereinen erarbeitet. 1,9 Millionen Euro soll alles in Summe kosten.

Der größte Brocken ist der Alte Wirt: Das Gasthaus ist für viele Bürger so etwas wie das Herz der Dorfgemeinschaft. Für 315 000 Euro werden Dach und Heizung saniert, für 895 000 Euro wird der alte Anbau durch einen neuen, offeneren Erweiterungsbau mit Freisitzen und Teeküche ersetzt.

Weiter geht es im Außenbereich: Der Wirtsgarten soll auf Vordermann gebracht werden und eine Rampe installiert werden, um barrierefrei vom Wirtshaus in den Garten zu kommen. Im Kostenplan ist dies Teil eines 700 000 Euro großen Budgets für „Außenanlagen“. Diese umfassen auch neue Pflasterflächen sowie neue Geräte für den Spielplatz. Dort sollen außerdem künftig ein Sonnensegel und eine Pergola etwas Schatten in heißen Sommern bieten. Abgesehen davon, so betonte Anne Wendl, solle an der historisch gewachsenen Dorfstruktur aber nichts geändert werden.

Hemau baue bei den Plänen auf Unterstützung der Bürger, sagte Herbert Tischhöfer. „Die Vergangenheit hat gezeigt: Laufenthaler haben schon immer viel Arbeit in unser Gebäude gesteckt“, sagte er. Beim Alten Wirt zum Beispiel erneuerten sie eigenständig Fenster und Türen oder reparierten das Dach.

Einstimmig gab der Stadtrat grünes Licht für die Pläne, nun geht der Antrag an das Amt für Ländliche Entwicklung. „Es geht in die entscheidende Phase“, sagte Wendl. Sobald das Amt im kommenden Jahr mit der Prüfung des Antrags fertig sei, könne mit der Dorferneuerung begonnen werden.

Für 1,9 Millionen Euro wird Laufenthals Ortskern erneuert.