Schulbau in Hemau: Millionen-Kosten bleiben unter Schätzung

Fast 26 Millionen Euro investiert Hemau (Landkreis Regensburg) in die Sanierung und Erweiterung der Schulen am Mönchsberg. Im Frühjahr sollen die Vorarbeiten und die Baufeldfreimachung beginnen, am Dienstagabend stellten die Architekten dem Stadtrat die Kostenberechnung vor. Und die wird günstiger, als prognostiziert.
Schritt für Schritt geht das Millionen-Projekt in Hemau seinem Baustart entgegen: Die Sanierung und Erweiterung der Schulen am Mönchsberg bescheren der Stadt laut Bürgermeister Herbert Tischhöfer die „größte Investitionssumme in der Geschichte von Hemau“. Im Frühjahr geht es los, nun ist die konkrete Kostenberechnung da. Die ist niedriger, als zunächst geschätzt.
„Erfreulich, normalerweise geht es in die andere Richtung“, kommentierte Bürgermeister Tischhöfer. Statt der geschätzten 26,1 Millionen werden sich die Kosten laut neuer Berechnung „nur“ noch auf 25,4 Millionen belaufen. Einige Änderungen gab es zu besprechen – nicht ohne Kritik von Stadträten. So schrumpfen die Photovoltaik-Flächen auf dem Flachdach der neuen Schule auf nur noch 70 kWp Leistung.
Warum nur so wenig?
Kritik daran äußerte Grünen-Stadtrat Peter Ostenrieder. Wenn doch immer gefordert werde, mehr PV auf Dächern statt auf Feldern zu bauen, und im Gewerbegebiet Firmen in die Pflicht genommen werden, verstehe er nicht, warum auf einem kommunalen Gebäude nun nur ein Bruchteil genutzt werde. „Berechnungen haben ergeben, dass Eigenstromverbrauch die bessere Alternative ist“, entgegnete Bürgermeister Tischhöfer. Grund für das Umdenken sei vor allem auch die Änderung, bei der Heizung doch auf Hackschnitzel statt Wärmepumpe zu setzen.
Apropos Holz: Stadtrat Thomas Semmler fragte, warum man eine verputzte Fassade statt einer offenen Holzfassade plane. Diese Debatte wurde aber erst einmal vertagt, denn die Stadträte votierten einstimmig dafür, nun zunächst den Maßnahmenbeschluss mit Kostenplanung zu verabschieden – den brauche man nämlich für den FAG-Förderantrag, so Tischhöfer. Allein stemmen kann Hemau den Bau nicht. Die maximale Förderung mit 90 Prozent werde man in nicht erreichen, so Tischhöfer, mit 60 Prozent könne man aber rechnen.
Weitere Änderungen, auf die die Architekten eingingen, betrafen die Mensa, die zweigeteilt werden soll, um Veranstaltungen besser zu ermöglichen, sowie ein taktiles Leitsystem an der Bushaltestelle für die Barrierefreiheit. Seit der letzten Entwurfsplanung im April hatten die Architekten mit der Schulfamilie selbst diese Feinabstimmungen durchgeführt.
Nach dem Schulthema ging es im Stadtrat am Dienstag um die Finanzen: In einer Debatte über die Grundsteuer waren sich CSU- und SPD-Fraktion uneinig. Während die Christsozialen den Hebesatz zum Jahresanfang senken wollten, um den Bürger weniger zu belasten, wurde dies von der SPD als zu risikoreich für den Haushalt kritisiert. Am Ende setzte sich die CSU trotz Gegenstimmen der SPD aber durch. „Auch symbolisch ist das ein Zeichen für Bürgerinnen und Bürger, den Hebesatz zu senken trotz schwieriger Zeiten“, sagte Bürgermeister Tischhöfer, fügte aber hinzu: „Wird auf jeden Fall spannend werden, wie es sich entwickeln wird.“
Kommt das Solarfeld?
Neben Schulbau und Grundsteuer behandelte der Hemauer Stadtrat am Dienstag auch ein geplantes Energieprojekt in Wangsaß bei Haag. 9,5 Hektar Fläche (doppelt so groß wie Wangsaß selbst) soll das Solarfeld neben dem Dorf, das bereits etliche Dächer voller PV-Platten vorweisen kann, umfassen. Das Projekt wird nun geprüft auf die Blendwirkung und auf einen Wegeeinzug. Auf die Frage von Stadtrat Markus Huber (CSU) nach der Bodenqualität nannte der Wangsaßer FW-Stadtrat Thomas Hölzl einen Wert von knapp 30 für die Fläche – für den Ackerbau wenig ertragreich und für PV prädestiniert.
Weiteres Thema im Stadtrat waren die Parkplätze an der Postgasse. Auf Anregung von Stadtrat Thomas Semmler wird geprüft, sie zur Kurzzeit-Parkzone zu machen. Auch die Friedhöfe waren wieder einmal Thema. Als sanierungsbedürftig bezeichnete SPD-Stadträtin Petra Lutz die großen Kreuze. Viele Bürger hätten sie auf den Missstand angesprochen. Am Waldfriedhof werde eine Überarbeitung eingeplant, antwortete Tischhöfer, am Salvator warte man noch immer auf Rückmeldung der Diözese.
