Trotz persönlicher Rückschläge bleiben „Gassigeher“ Manuel Schwarz und seine Familie positiv

Von Alexander Frimberger · 23. Dezember 2024 um 11:00

Hunde machen Jessica und Manuel Schwarz glücklich. Das sieht man ihnen an, beide strahlen um die Wette, wenn kleine und große Fellnasen um sie herumspringen. Diese sind aber auch Trost während und nach einem Jahr, das nicht so ganz einfach war.

Treffpunkt Wiese am Stadtrand von Furth im Wald: Der weiße Wagen mit der Aufschrift Rudelzeit bleibt stehen. Darin eine Fracht, die Bock auf Spaß hat. Doch zunächst steigen der 34-Jährige, seine drei Jahre jüngere Frau und Sohn Aaron (4) aus. Leni (7) ist heute nicht dabei. Sie geht seit diesem Jahr in die 1. Klasse. Aber Pauli, ihr kleines, weißes Fellknäuel, ist dabei. Papa Manuel grinst. Klar liebt er Pauli genauso, aber er hat es persönlich mehr mit den größeren Hunden sowie dem schwarzen Schäferhund Toni. Er ist eineinhalb „und mein bester Mitarbeiter“, lobt Herrchen.

Kein Hundetraining

Mama Jessica sagt: „Leni wollte Pauli unbedingt, hat sehr darauf gespart, und mit Unterstützung von Oma und Opa hat es dann auch geklappt.“

Die Autotüren gehen auf, und heraus kommt die pure Lebensfreude. Die Gruppe der Kleinen macht ihr eigenes Ding, die Großen lassen erst einmal ihrer Energie freien Lauf. Nachdem sie sich ausgetobt haben, startet Manuel seinen eigentlichen Job: Gassigeher. Seit gut einem Jahr macht er das jetzt als Kleinunternehmer.

Derzeit insgesamt 19 Hunde – und eine Warteliste

„Wir gehen im Moment mit insgesamt 19 Hunden spazieren, haben eine Warteliste.“ Es läuft so gut, dass er seine Berufe als Friseur und Gebäudereiniger an den Nagel hängen konnte. Hat er in den zurückliegenden Monaten einen Hund abgelehnt? „Nein“, sagt er. „Doch“, widerspricht Jessica. „Einen haben wir abgelehnt, weil den solltest du trainieren.“ Der Gatte nickt: „Stimmt, du hast recht.“

Hintergrund: Manuel Schwarz ist, wie er betont, kein Hundetrainer, er geht spazieren mit seinen Schützlingen. Die Tiere geben ihm und seiner Frau Halt, machen beide zufrieden und glücklich. Gerade nach einem Jahr, das vielerlei persönliche und gesundheitliche Probleme mit sich gebracht hat. Im Dezember 2023 ist sein Vater überraschend gestorben. Nach der Beerdigung in der Woche darauf auch seine dreijährige Schäferhündin Lotte. „Krebs“, sagt Schwarz traurig. Auch er selbst und seine Frau Jessica hatten das ganze Jahr über mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. „Unser starker Glaube und natürlich die Hunde haben uns sehr über die Zeit geholfen.“

Alma kommt angerauscht. „Unsere Knutschkugel“, sagt der Gassigeher über seine dreieinhalbjährige Labradorhündin. Und dann ist da noch Edgar, der neunjährige Golden Retriever. Der Opi, wie ihn Manuel Schwarz nennt, steht etwas abseits, will abkürzen, wenn der Ball fliegt. Glücklich machen die Familie aber nicht nur die eigenen Hunde.

Hunde lieben das Rudel

Susa ist neu dazu gekommen, die hatte keinen leichten Start ins Leben. „Sie wurde in ihren ersten acht Monaten vier Mal vermittelt, galt mit ihrer hohen Energie schon als unvermittelbar.“ Doch Toni und die anderen Hunde haben sie in den Gassirunden integriert.

Jetzt fühlt sie sich wohl, und auch der neue Besitzer kann mit ihr umgehen. Mit Blick auf die Weltlage und die aktuellen Krisen wird Schwarz kurz nachdenklich. „Natürlich macht man sich große Sorgen.“ Aber auch hier helfen ihm und seiner Familie der Glaube, positiv in die Zukunft zu blicken. Was soll das neue Jahr bringen? „Gesundheitlich geht es aufwärts, das ist gut. Ansonsten kann alles so bleiben, wie es ist.“

Das finden wohl auch die Hunde, die das Glück haben, dass ihnen ihre Frauchen und Herrchen einmal in der Woche den Spaß in einem Rudel gönnen. Wie groß der sein muss, bekommt Familie Schwarz von den Besitzern erklärt. „Wenn wir Urlaub haben, sitzen die Hunde traurig an der Tür und warten, dass wir kommen.“

Manuel Schwarz grüßt und bedankt sich bei seinen tollen Kunden.