„Made in Hell“ beleuchtet Kraftsportler und Weltmeistertrainer Sepp Maurer

Er schüttelt Hände, macht Smalltalk und posiert für Fotos auf dem roten Teppich. Die Hände werden zu Fäusten geballt, oder es gibt ein Daumen-Hoch. 1200 Gäste sind am Montag in das Chamer Kino im Randsberger Hof gekommen – in ihrer Mitte Sepp Maurer, um den sich an diesem Abend alles dreht.
„Made in Hell“ heißt Maurers neuer Dokumentarfilm, der seit Montagabend im Chamer Kino zu sehen ist. Spitzensportler aus aller Welt sind gekommen und bilden mit den den anderen Gästen den glanzvollen Rahmen der Gala. Robin Krasniqi zum Beispiel, der 2020 Boxweltmeister war. Er wurde von Maurer in der Höllhöhe trainiert. So heißt das kleine Dorf bei Neukirchen beim Heiligen Blut, wo die Sportschule Kinema steht.
32 Operationen und eine Knieprothese
Das Dorf, in dem Maurer aufgewachsen ist, dient auch als Namensgeber für den Film. Der Titel rührt aber auch daher, dass Maurer selbst durch die Hölle gegangen ist nach einem einem schweren Motocrossunfall. Er braucht 32 Operationen und eine Knieprothese. Die Karriere im Kraftsport ist vorbei. Aber Maurer kämpft sich wieder auf die Beine und schafft es 2023 sogar – trotz Knieprothese – 320 Kilo im Kreuzheben zu stemmen.
Auf seinen Weg der Besserung sammelt Maurer Erfahrungen, die er heute in seinem Therapie- und Rehazentrum umsetzt. Profisportler und Rehapatienten kommen zu ihm. „Der Anteil ist ungefähr 30 Prozent Profis, 70 Prozent Reha“, sagt Maurer. „Was beim Profi funktioniert, funktioniert auch in der Reha.“ Vor allem die Hightech-Geräte die sich die Sportschule zugelegt habe könnten da enorm helfen.
Profis aus fast jedem Sport
Zur Premiere kommen Bekanntheiten der Sportszene und Trainingspartner von Maurer wie Robin Krasniqi, Rallye Legende Walter Röhrl, Boxer Axel Schulz, Boxweltmeisterin Tina Rupprecht aber auch andere bekannte Gesichter wie Kultreggisseur Franz Xaver Bogner, Maurers Bruder, der Fleischpapst Ludwig „Lucki“ Maurer und BR Moderator Thorsten Otto.
Mit dabei waren auch die Mitproduzenten Thomas Eckl und Diana Binder. Binder ist Buchautorin und hat gemeinsam mit Sepp Maurer an seinem Buch geschrieben. Am Abend der Premiere ist sie Organisator, Star und Ansprechpartner für die Gäste in einem. „Die Idee einen Film zu drehen lag nahe, wir hatten eine Anfrage eines Fernsehsenders den Film zu drehen, die aber mit vielen Regularien verbunden war und haben wir uns gefragt: Warum machen wir das nicht selber?“, erzählt Binder.
Gemeinsam mit der Deggendorfer Bildschnitt TV wurden die Dreharbeiten begonnen. Das Datum zur Filmpremiere stand schon damals. „Wir hatten das Kino für die Premiere gebucht, bevor wir im Frühjahr mit den akuten Dreharbeiten begonnen haben“, sagt Binder mit einem Schmunzeln.
Zum ersten Mal gesehen
Ungefähr 80 Minuten läuft Sepp Maurers „Made in Hell“. der Mann der Stunde zeigt sich nach der Premiere gerührt. Eine Träne sei geflossen, erzählt er im Gespräch. Heute hat er den Film zum ersten Mal ganz gesehen. So hat er es sich gewünscht. „Ich war heute zum ersten Mal wirklich stolz auf das, was passiert ist“, sagt er bei einer Dankesrede. Ihm fehlen die Worte. „Es war mega. Unfassbar mega. Mehr kann man nicht sagen und mehr fällt mir auch nicht ein.“
Auch Profiboxer Krasniqi ist überwältigt von dem Film: „Der Film ist super, sehr emotional. Es ist wirklich wahr, was er alles geschafft hat und wie er jedem hilft. Alles, was er gesagt hat, ist mit meinem Körper passiert, und deswegen hab ich das größte Vertrauen in ihn.“
Sepp Maurers Bruder Lucki gefällt eine Szene besonders. Es geht um Johannes Altmann. Dieser hat 2018 bei einem Unfall, ausgelöst durch ein illegales Straßenrennen, seinen Vater verloren und trug selbst schwerste Behinderungen davon. Sepp Maurer unterstützte Johannes mit dem Team von Kinema und so konnte der Junge wieder gehen lernen
Spende an Johannes
„Da hab ich wirklich ein Tempo gebraucht und hab mir die Tränen aus den Augen wischen müssen. Weil es wirklich um alle geht. Nicht nur um die Elite, um die Weltmeister, sondern wirklich um alle“, sagt Lucki Maurer. Am Abend der Premiere steht eine Spendenbox im Randsberger Hof. Der Erlös geht an Johannes. Er ist auch bei der Premiere anwesend und ist mittlerweile 16 Jahre alt. 30.000 Euro kommen am Abend zusammen, aufgestockt durch Sepp Maurer. Damit kann sich Johannes ein Auto kaufen.
Nach dem gemeinsamen Essen im Randsberger Hof spielt Hans-Jürgen Buchner von Haindling seine Titelmelodie zu „Irgendwie und sowieso“, Maurers Lieblingsserie, auf einem Flügel. Außerdem ehrte die Sportschule die Profiboxerin Tina Rupprecht, den Skirennläufer Jonas Stockinger und den Bodybuilder Tim Budesheim. Robin Krasniqi bekam einen Preis für sein Lebenswerk.
Diana Binder sprach am Tag nach der Premiere von einem vollen Erfolg: „Die Resonanz hat uns wirklich überwältigt, so etwas hat Cham noch nicht gesehen.“ Diese Woche läuft der Film in Cham im Kino, in Kürze folgt eine Ankündigung wo man den Film in Zukunft streamen kann.
Daten zum Film
Tickets: Made in Hell läuft vorerst bis 22. Dezember im Chamer Kino.
Streaminganbieter: Der Film wird in naher Zukunft auch bei einem Streaminganbieter zu sehen sein – bei wem, das ist noch ein Geheimnis.
Produktionsdauer: Aktiv wurde seit Frühjahr gedreht, unter anderem in Bayern, Schweden, England und Tschechien. Viele Aufnahmen kommen auch aus dem Archiv.
Produktionskosten: Der Dreh des Films hat laut Diana Binder einen sechsstelligen Betrag gekostet.






