Projektbau Regner aus Furth findet Lösungen – 2026 neue Gaststätte in Drachenstadt geplant

Von Alexander Frimberger · 17. Dezember 2024 um 05:00

Die positive Wirtschaftsnachricht für Furth im Wald: Regner-Projektbau geht es gut. Gerade wurde eine Erdinger Baufirma übernommen. Der Hintergrund mag auf den ersten Blick erstaunen.

Diesen und was Matthias Regner in Zukunft auch in der Drachenstadt plant, hat er im Gespräch erzählt.

Zunächst einmal fällt auf, dass der Unternehmenssitz der Further Projektbau GmbH in der Dr.-Georg-Schäfer-Straße gar nicht so leicht zu finden ist. Man entdeckt keine Hinweisschilder, biegt am Ende der Straße vor einem Wanderweg auf Verdacht rechts ab und muss noch einige Meter mehr fahren, ehe man das Firmengebäude entdeckt. Ihn zu finden, sei nicht so wichtig, meint der Diplomingenieur. „Ich habe ja keine Laufkundschaft“, sagt er und lacht.

Firmenübernahme geglückt

Was noch auffällt: Der 60-Jährige, der nach eigenen Aussagen zwischen 90 bis 100 Stunden in der Woche arbeitet, strahlt eine große Ruhe aus.

Muss er wahrscheinlich auch bei den zahlreichen Großprojekten, die er seit Jahrzehnten betreut. Außerdem ist er Chef von rund 120 Mitarbeitern. Besser gesagt, er war es, denn vor Kurzem sind zwölf neue dazu gekommen. Matthias Regner hat eine Erdinger Baufirma übernommen.

„Den Fuhrpark hätte ich jetzt nicht gebraucht.“ Bagger, Kräne, eben alles, was ein Bauunternehmen benötigt, hat er selbst genug. Doch unter den neuen Mitarbeitern befinden sich zwei jüngere und ein älterer, die er unbedingt haben wollte, weil er sie braucht. In diesem Zusammenhang schiebt er auch gleich einen Werbeblock hinterher: „Vorarbeiter oder andere Fachkräfte, wenn jemand Arbeit braucht, darf er sich gerne bei uns melden.“ Der Blick auf neue Arbeitskräfte hat ihn im Jahr 2021 auch eine Auszeichnung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums eingebracht. Bayerns Best 50 zeichnet Unternehmen aus, die ihren Umsatz signifikant erhöht oder Mitarbeiter neu eingestellt haben. „Wir haben die Zahl in dem Jahr verdoppelt.“ Wichtig war bei der Firmenübernahme allerdings auch, die Fühler weiter auszustrecken, einen weiteren Standort zu haben, denn Projektbau Regner ist weitgehend überregional für die öffentliche Hand aktiv und kümmert sich um Probleme, an denen viele andere Konkurrenzunternehmen scheitern. „Wenn alle sagen, es geht nicht, ist es unsere Herausforderung herauszufinden, wie es doch geht.“ Ein Beispiel ist die Burg mitten in Nürnberg, in der eine Jugendherberge untergebracht ist.

Der passionierte Mineraliensammler zeigt eine Firmenbroschüre. Dort steht: „Am spannendsten beim Hochbau war sicherlich die neue vertikale Erschließung. Aufzug und Versorgungsleitungen fanden Platz in einem neuen gemeinsamen Schacht, der über das Dach führte.“ Die CO2-Gebäudesanierung mit Vakuum-Isolationspaneelen oder die Errichtung einer Halle in einem alten Brauereigebäude, Regner und seine Mitarbeiter fuchsen sich in Probleme und finden Lösungen. Der 60-Jährige nutzt dabei auch fortschrittlichste Technik.

So hat er drei Abbruch-Roboter, die spezielle Aufgaben übernehmen können. „Mein Vorteil ist vielleicht, dass ich eine gute Vorstellungskraft davon habe, wie es funktionieren kann.“ Koordinieren und planen, das macht er an seinem Schreibtisch in Furth im Wald. Auch deswegen braucht er fähige Mitarbeiter. „Ich kann ja nicht immer überall auf den Baustellen Händchen halten.“

Eine seiner Hauptaufgaben: Angebote für Ausschreibungen abgeben. 777 waren es im Jahr 2024. „Ich fülle Angebote aus, wie andere Zeitung lesen“, erläutert er und zeigt auf einen Stapel, den er abarbeiten muss. Circa 15 Stück sind es in der Woche. Die Trefferquote von durchschnittlich vier Prozent sei manchmal frustrierend. „Aber es ist wie bei einem Lotterielos, wenn man es nicht ausfüllt, kann man auch nicht gewinnen.“

Auch in Furth im Wald will Regner tätig sein. Gerade saniert er ein Gebäude in der von-Müller-Straße, für das Gewerbegebiet in der Dr. Georg-Schäfer-Straße entsteht im kommenden Jahr ein Blockkraftheizwerk, auf einem weiteren Grundstück soll eine Halle gebaut werden. Auf der Regner-Insel, die er zum Teil der Stadt für den Spielplatz verpachtet hat, soll 2026 etwas passieren: „Neben dem Spielplatz möchte ich eine Gaststätte mit einem Biergarten bauen.“

Positiv in Zukunft blicken

Matthias Regner bleibt positiv, will von seinem Further Büro aus noch viel in den kommenden Jahren bewegen. Die Zeiten sind härter, auch weil die Aufträge im Moment kleinteiliger und die Architektenplanungen zum Teil unbefriedigend sind. „Aber es wird in Zukunft wieder besser und ich versuche immer auch einen Plan B zu haben.“ Ans Aufhören denkt er folgerichtig noch nicht. 2029 wäre ein guter Zeitpunkt, überlegt er. Da wird das Unternehmen, das sein Großvater, der Architekt Wolfgang Regner in dem Jahr gegründet hat, 100 Jahre alt.

In der von-Müller-Straße wird ein Gebäudekomplex saniert.