Mittagsverpflegung in Rötz: Kita wechselt Caterer – Stadt übernimmt Preiserhöhung für Schüler

Stadtrat Georg Braun kam in der Stadtratssitzung am Montagabend auf ein Thema zu sprechen, das seit geraumer Zeit Eltern, Kinder und Senioren in Rötz bewegt.
Wie das Schulessen war auch dasjenige für die Kita St. Martin im September von der „hauseigenen“ Zwergerlküche auf den Dienstleister Bon Cibus Menüservice, eine Firma der Gruppe SequVita Fersch Gesundheitsdienste Rötz/Neunburg vorm Wald, umgestellt worden.
Braun fragte an, ob bekannt sei, dass die Kita mittlerweile auf einen anderen Menüservice – wie mehrere Eltern berichten, handelt es sich um den Menüservice Regensburg – umgestellt habe und ob man, da es dort günstiger sei, beim Essen für die Schüler auch wechseln wolle. Spindler entgegnete, man habe für das Schulessen einen Vertrag geschlossen.
Bei einem Pressetermin am Dienstag ging er näher auf das Thema ein: Er informiere sich bei den Kindern laufend darüber, ob es ihnen schmecken würde und bekomme großteils positive Antworten, wobei die Geschmäcker natürlich verschieden seien. Teilweise vermutet er Vorbehalte der Eltern gegen die Umstellung von der Zwergerlküche auf einen Dienstleister. Auch von der Menge her sei es ausreichend, niemand gehe hungrig nach Hause. Für jeden sei ein Nachschlag möglich, ist der Bürgermeister überzeugt. Zu einem möglichen Wechsel sagte er, bis kurz vor Anfang dieses Schuljahres sei man ohne Küche für die Schüler dagestanden, und Bon Cibus sei ganz kurzfristig eingesprungen. Der Dienstleister koche frisch, habe eine sehr kurze Anlieferzeit und auch der Preis für das Mittagessen sei bekannt gewesen.
Dass dieser etwas höher ist – früher hat das Mittagessen in Rötz für die Schüler vier Euro gekostet, nun liegt der Preis bei 4,60 Euro, sei für einige Eltern durchaus ein Thema gewesen. Auch dass es ab Januar einen Aufschlag von 0,50 Euro je Gericht geben werde, sei von Anfang an offen kommuniziert worden. Dieser, so teilte Spindler nun mit, werde aber nicht an die Kinder weitergegeben: Weil man während des laufenden Schuljahres eine Preissteigerung für die Eltern vermeiden wolle, habe man in Absprache mit der Kämmerei beschlossen, dass die Stadt die Differenz zum jetzigen Preis übernehme. Das gelte nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Senioren der Stadt Rötz, die an drei Tagen in der Woche in der Grundschule gemeinsam ein warmes Mittagessen einnehmen können.
Was nun einigen Eltern sauer aufstößt: Die laufenden und künftigen Kosten sind es unter anderem gewesen, die mit als Grund für das Aus der Zwergerlküche angegeben worden sind. Wenn es nun möglich ist – warum hätte die Zwergerlküche nicht bezuschusst werden können? Spindler erklärt, es gehe hier nur um einen Zuschuss bis zum Ende dieses Schuljahres, nicht um einen längeren Zeitraum, danach werde es wieder eine Besprechung im großen Kreis geben. Der frühere Preis aus der Zwergerlküche wäre mittelfristig auf keinen Fall mehr zu halten gewesen, hatte er bereits bei einem früheren Termin erläutert. Doch, so macht eine Mutter ihrem Ärger Luft, seien es nun ja viel weniger Kinder und auch Senioren, die das Mittags-Angebot nutzen würden als früher – „somit hält sich der Betrag, den die Stadt ab Januar übernimmt, ja in Grenzen“, ist sie überzeugt. Viele Kinder würden nun mehr Brotzeit eingepackt bekommen.
Über den Wechsel des Caterers in der Kita, der Ende November/Anfang Dezember stattfand, sei er von Kita-Leiterin Birgit Frank vorab informiert worden, so Spindler. Norbert Przybyla von der Kirchenverwaltung Rötz sagt, bei der jüngsten Kirchenratssitzung habe man beschlossen, den Verantwortlichen in der Kita die Entscheidung zu überlassen. Er habe von dort gehört, dass man mit Menge und Qualität zufrieden sei, so Przybyla.
sb