Ziegler-Insolvenz: Mittlerweile fast 2000 Mitarbeiter betroffen – Investorensuche gestartet

Im November hat der Holzkonzern Ziegler einen Insolvenzantrag gestellt. Mittlerweile sind den Angaben des Insolvenzverwalters nach 1930 Beschäftigte direkt von der Pleite betroffen. Währenddessen ist die Suche nach Investoren gestartet.
Letzteres geht aus einer Mitteilung hervor. Demnach nutzt Volker Böhm, vorläufiger Insolvenzverwalter, dafür einen sogenannten „strukturierten Investorenprozess“. Das bedeutet: Es werden mögliche Käufer identifiziert und angesprochen. Daraufhin folgt ein mehrstufiges Verfahren, bei dem die passenden Investoren für einzelne Unternehmen ausgewählt werden. Laut Mitteilung werden dabei auch Interessenten berücksichtigt, die sich aus eigener Initiative gemeldet haben.
Interesse an Ziegler-Unternehmen besteht
Es hätten sich bereits potenzielle Käufer zu erkennen gegeben, teilt Böhm mit. „Dies ist ein wichtiges Indiz für den weiteren Investorenprozess, zeigt es doch das grundsätzliche Interesse, das im Markt besteht.“ Das Ziel des Anwalts ist es den Angaben nach, für möglichst viele der betroffenen Firmen Investoren zu finden, um die Betriebe und Arbeitsplätze zu erhalten. „Die Unternehmen der Ziegler-Gruppe benötigen einen Investor, damit sie als wettbewerbsfähige und erfolgreiche Anbieter langfristig im Markt bestehen können“, so Böhm. Er sei überzeugt, dass teilweise gute Zukunftschancen bestehen würden.
Dem Anwalt zufolge ist auch ein Gesamtverkauf des Konzerns denkbar. Allerdings sei es aufgrund der verschiedenen Geschäftsbereiche durchaus möglich, dass mehrere Investoren zum Zug kommen. „Es kommt am Ende darauf an, dass wir für jedes Unternehmen das bestmögliche Ergebnis für Gläubiger, Arbeitgeber und Region erzielen.“
3000 Menschen arbeiten bei der Ziegler-Gruppe
Bis es soweit ist, soll der Geschäftsbetrieb in den einzelnen Firmen den Angaben nach „möglichst uneingeschränkt“ aufrecht erhalten werden. Insgesamt sind bei Ziegler rund 3000 Mitarbeitende angestellt. Während zunächst nur die Muttergesellschaft mit 170 Beschäftigten betroffen war, hat sich die Insolvenz mittlerweile drastisch ausgeweitet. 20 der 45 Unternehmen innerhalb der Gruppe haben inzwischen Insolvenzanträge gestellt. Seit dieser Woche ist unter anderem die Ziegler Logistik GmbH aus Wiesau (Lkr. Tirschenreuth) mit etwa 300 Mitarbeitern betroffen. Das Unternehmen spielt der Mitteilung zufolge eine „Schlüsselrolle“ für die Fortführung des Sägewerks mit seinen 700 Beschäftigten, das bereits im November Insolvenz angemeldet hatte.
Es stehen wohl weitere Insolvenzen bevor
Böhm geht indes davon aus, dass noch weitere Unternehmen der Gruppe diesen Schritt gehen müssen. Die Prüfungen seien aber noch nicht abgeschlossen, heißt es in der Mitteilung. Insgesamt sind bislang 1930 Mitarbeitende von der Insolvenzwelle direkt betroffen. Ihnen zollte Böhm „besondere Anerkennung“: Sie würden „trotz der belastenden Situation weiterhin ihr Bestes geben“.
Den Angaben zufolge hatte die Ziegler-Gruppe zuletzt einen offensiven Wachstumskurs eingeschlagen, sei dann aber durch „den Nachfrageeinbruch im Bausektor infolge des Ukraine-Krieges und des Zinsanstiegs schwer getroffen“ worden.