Gruber Holzbau meldet Insolvenz an: Rund 270 Arbeitsplätze stehen im Feuer

Paukenschlag in der Wirtschaft im Landkreis Cham: Die beiden größten Unternehmen der Gruber-Firmengruppe mit Sitz in Bernried, die in Roding-Altenkreith eine große Fertigungshalle für Holzhäuser besitzt und rund 270 Mitarbeiter beschäftigt, haben Insolvenz angemeldet.
Sowohl für die Gruber Holzwerke GmbH in Roding als auch für die Gruber Innenausbau-Holzbau GmbH aus Rötz wurden ein Insolvenzverfahren über das eigene Vermögen eröffnet, wie am Dienstag auf der Homepage des Amtsgerichts Regensburg öffentlich bekanntgemacht wurde.
Grund: Konjunkturflaute
Der Schritt sei vor allem wegen der großen Konjunkturflaute auf dem Bausektor nötig geworden, die auch Gruber Holzbau enorm getroffen habe, erläutert Unternehmenssprecher Tobias Schiller. Auch hätten einige Kunden nicht immer pünktlich ihre Rechnungen gezahlt. Dass viel investiert wurde, um in Altenkreith ein Zwischengebäude zu errichten, um später eine zweite große Produktionshalle bauen zu können, habe nicht den Ausschlag gegeben, sagte er.
Rechtsanwältin Rosemarie Lankes aus Weiding ist die Verfahrensbeauftragte im laufenden Verfahren, sie hat die Vollmacht zur Vertretung von Geschäftsführer Gerhard Gruber. Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Hans-Peter Lehner aus Regensburg habe sich am Mittwoch vor Ort mit seinem Team ein erstes Bild von der Lage gemacht, informiert sie. Es gehe um eine drohende Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens, nicht um eine bestehende, machte er deutlich.
Mitarbeiter sind geschockt
Die Gehälter der Mitarbeiter seien für die nächsten drei Monate gesichert. Lehner werde nach einer Möglichkeit suchen, die Jobs zu erhalten. „Es stehen viele Arbeitsplätze im Feuer, die Mitarbeiter sind geschockt“, sagt Lankes. Das Ziel sei es aber, dass das Unternehmen fortgeführt werden kann.
Ob dies möglich ist oder eine Schließung der einzige Ausweg ist, wird im Zuge eines Insolvenzverfahrens nun geprüft. Ziel ist es, die Gläubiger in ihrer Gesamtheit bestmöglich und gleichmäßig zu befriedigen. Zu diesem Zweck erfolgt entweder eine Zerschlagung des insolventen Unternehmens, indem das vorhandene Vermögen des Schuldners verwertet und der Erlös verteilt wird, oder es wird eine Sanierung durchgeführt, aus deren Erträgen die Gläubiger befriedigt werden können.
Drohende Zahlungsunfähigkeit
Ein Insolvenzverfahren wird eröffnet, wenn der Unternehmer die fälligen Zahlungspflichten nicht mehr erfüllen kann oder wenn für den Unternehmer schon absehbar ist, dass er die Rechnung nicht bezahlen kann (sogenannte drohende Zahlungsunfähigkeit), wie es bei Gruber Holzbau der Fall ist.
