Ziegler Holding meldet Insolvenz an: 3000 Arbeitsplätze stehen im Feuer

Die Ziegler Holding mit Sitz in Plößberg (Lkr. Tirschenreuth) hat am Amtsgericht Weiden einen Insolvenzantrag gestellt. Betroffen sind 170 Mitarbeiter, doch insgesamt könnten bis zu 3000 Arbeitsplätze in ganz Deutschland in Gefahr sein – 1500 davon in der nördlichen Oberpfalz. Nach der Insolvenz der Gruber-Firmengruppe in Roding, bei der 270 Arbeitsplätze gefährdet sind, ist dies bereits die zweite Hiobsbotschaft aus der Branche in der Oberpfalz. So geht es jetzt bei Ziegler weiter.
Die Holding-Gesellschaft der Ziegler Group mit Sitz in Plößberg (Lkr. Tirschreuth) hat Insolvenz angemeldet. Das bestätigte der zuständige Richter Dr. Alexander Wedlich vom Amtsgericht Weiden auf Anfrage der Mediengruppe Bayern. „Der Antrag ist heute eingegangen und zwar für die Muttergesellschaft, der Ziegler Holding GmbH“, sagte Wedlich am Mittwoch. „Ich habe eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet und damit den Nürnberger Rechtsanwalt Volker Böhm beauftragt.“ Der sei auch sofort vor Ort in der nördlichen Oberpfalz in dem holzverarbeitenden Unternehmen erschienen, um sich ein Bild von der Situation zu machen.
Böhm macht sich „in Gesprächen mit den beiden Geschäftsführern Stefan Ziegler und Jörg Artmann ein Bild der Lage“, hieß es dann auch von einem Sprecher der Nürnberger Kanzlei. Und weiter: „In den nächsten Tagen und Wochen wird Böhm die zur Verfügung stehenden Sanierungsoptionen prüfen sowie geeignete Maßnahmen einleiten und umsetzen.“
170 Mitarbeiter sind derzeit direkt betroffen
Der Sprecher verwies darauf, dass bislang lediglich die Holding als Mutterkonzern den Antrag gestellt hat. Keine der mehr als 30 Gesellschaften der Ziegler Group hat einen Antrag gestellt. „Inwieweit einzelne dieser Gesellschaften ebenfalls Insolvenzantrag stellen müssen, ist noch offen und wird zurzeit geprüft“, heißt es dazu.
Der Mitteilung des Insolvenzverwalters lässt sich entnehmen, dass derzeit 170 Mitarbeiter direkt betroffen sind. Deren Gehälter seien drei Monate lang durch Insolvenzgeld abgesichert. Die Gruppe beschäftigt aber in Deutschland insgesamt 3000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Gesamtumsatz von einer Milliarde Euro. Da das Unternehmen allein 1500 Arbeitsplätze in der nördlichen Oberpfalz bereithält, zeigten sich Lokalpolitiker wie der Weidener Oberbürgermeister Jens Meyer und der Tirschenreuther Landrat Roland Grillmeier gegenüber Medien schockiert.