Sanierung des Pfaffensteiner Tunnels in Regensburg braucht noch mehr Zeit

Von Jürgen Scharf, Thomas Kreissl · 5. Dezember 2024 um 05:00

Es ist das Mega-Verkehrsprojekt der kommenden Jahre in und um Regensburg: die Sanierung des Pfaffensteiner Tunnels und der Donaubrücke. Für die Bauarbeiten prognostizieren Experten ein Nadelöhr auf der A93, das große Verkehrsprobleme auslösen wird. Ein Vertreter der Autobahn GmbH gab nun bekannt, dass die Sanierung allerdings nicht vor 2029 beginnen wird.

Christoph Graebel ist im Auftrag der Autobahn GmbH Niederlassung Südbayern zuständig für die Projektkommunikation im Raum Regensburg. Er berichtete nun im Regensburger Stadtrat und im Kreistag über den aktuellen Stand bei der Sanierung. Und er wisse, sagte er, dass alle am meisten interessiere, wann die Bauarbeiten losgehen. Hier korrigierte er nun die erste Grobplanung, welche Anfang des Jahres bekannt gegeben wurde.

Eine unendliche Geschichte

Damals hatte es geheißen, dass es 2027 losgehen könnte, wenn bis dahin alles optimal läuft. Jetzt schloss Graebel dies aber aus: „Die Arbeiten werden nicht 2027 und auch nicht 2028 losgehen“, sagte er im Regensburger Stadtrat. Weiter wollte er sich zu den Terminen aber nicht mehr äußern: „Denn wenn man da einmal eine Jahreszahl rauslässt, lässt sie sich nicht mehr einfangen.“

Die Sanierung wird somit immer mehr zu einer nahezu unendlichen Geschichte. 2018 hatte es den Startschuss gegeben. Damals gab der Freistaat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. 2022 stellte das Bundesverkehrsministerium den groben Sanierungsplan vor. Bis zur Fertigstellung werde es demnach etwa noch weitere 13 Jahre dauern. Fünf Jahre würde es alleine brauchen, die Sanierung im Detail zu planen, hieß es damals.

Anfang diesen Jahres teilte die Autobahn GmbH dann mit, dass bislang alles wie veranschlagt laufe. Die erste große Aufgabe, die europaweite Ausschreibung und Vergabe der Planungsaufträge, sei abgeschlossen. Es werde ab sofort am Vorentwurf des Sanierungsplans gearbeitet.

Nun dauert alles doch länger. Die einzelnen Planungsschritte und Genehmigungsverfahren seien sehr „komplex und zeitintensiv“, sagte Graebel. Die bisherigen Arbeiten hätten zudem „aus Ressourcengründen“ auf zwei verschiedene Außenstellen der Autobahndirektion verteilt werden müssen. Die Außenstelle Regensburg habe es alleine nicht bewältigen können, weil diese zuletzt vor allem mit dem A3-Ausbau beschäftigt gewesen sei. Jetzt soll das Projekt aber wieder komplett an die Mitarbeiter in Regensburg zurückkehren, „weil die hier ja auch direkt vor Ort sind“.

„Mehr Zeit, uns mit den Auswirkungen zu beschäftigen“

Auch bei der Gesamtzeit muss nun wohl etwas draufgelegt werden. 2022 hieß es, dass die Sanierung frühestens 2035 abgeschlossen sein könnte. Nun dürfte auch hier die aktuelle Verzögerung von zwei Jahren durchschlagen. Dies habe allerdings zumindest den Vorteil, dass „wir umso mehr Zeit haben, um uns mit den verkehrlichen Auswirkungen zu beschäftigen“, sagte Graebel. Bereits am Montag hatte dieser im Kreistag ausgeführt, dass Tunnelausbau und Brückenneubau erhebliche Belastungen für die Region mit sich bringen werden. So wird ihm zufolge die Anschlussstelle Pfaffenstein nicht während der gesamten Bauphase offen sein können. „Der A3-Ausbau war demgegenüber ein sehr sehr einfaches Projekt“, erklärte er mit Blick auf die technischen Herausforderungen. Als eine der zentralen Aufgabe bewertet er es, die Verkehrszahlen auf der A93 während der Bauphase soweit zu reduzieren, dass zumindest der zwingende Verkehr durchkommt. „Hier ist Google Maps ein Verkehrsfeind und die Ortskenntnis der andere“, sagte Graebel.

Zu Wort meldete sich hier der Pettendorfer Bürgermeister Eduard Obermeier. Er will die Diskussion um eine weitere Donaubrücke westlich von Pfaffenstein nicht fallen lassen. Gerade auch mit Blick auf den bevorstehenden Tunnelausbau kritisierte er, dass vonseiten der Stadt hier nichts vorangehe. „Wir werden sehenden Auges in ein Verkehrschaos laufen“, prophezeite Obermeier. Das unterstrich auch Landtagsabgeordneter Patrick Grossmann. Er forderte vonseiten der Stadt mehr Mut für Lösungen wie die Kneitinger Brücke und für die Umsetzung der Sallerner Regenbrücke. Grossmann appellierte zudem an die Autobahndirektion den Neubau der Sinzinger Autobahnbrücke und den Tunnelausbau nicht zeitgleich umzusetzen.

Was ist mit dem Zugverkehr?

Ähnliche Sorgen treiben auch den Regenstaufer Bürgermeister Josef Schindler um. Er befürchtete, dass der Tunnelausbau mit der Elektrifizierung der Strecke Regensburg-Marktredwitz zusammenfällt. „Dann kommen zu den massiven Behinderungen auf der Straße auch noch Einschränkungen im Zugverkehr“, warnte er. Nach Ansicht von Landrätin Tanja Schweiger ist es jetzt von vordringlicher Bedeutung, dass die Sallerner Regenbrücke und der Ausbau des Lappersdorfer Kreisels möglichst schnell umgesetzt werden.