Hochwasserschutz für den Untern Wöhrd in Regensburg nimmt die nächste Hürde

Ein halbes Jahr ist es her, seit die Regensburger Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei seinem Besuch im vom Junihochwasser gebeutelten Krisengebiet den Schutz für die Wöhrde einforderte. Jetzt geht es weiter.
Jetzt kann die Stadt beim Freistaat beantragen, das Planfeststellungsverfahren für den Schutz am Unteren Wöhrd einzuleiten. Das beschloss der Planungsausschuss während seiner gestrigen Sitzung einstimmig. Der Freistaat hatte dem Gremium den Bauentwurf für das Projekt vorgelegt. Das beauftragte die Verwaltung mit dem nächsten Schritt. Damit nahmen die Pläne für den Hochwasserschutz eine wichtige Hürde. So soll mit der Werftstraße auch eine Stelle geschützt werden, die sowohl beim Junihochwasser im Jahr 2013 als auch bei dem in diesem Jahr Probleme machte.
„Endlich ist es soweit, dass ich vor Ihnen stehen darf“, sagte Rainer Zimmermann, Projektleiter für den Hochwasserschutz Regensburg beim Wasserwirtschaftsamt, während der Präsentation der Pläne in der Sitzung. Sieben Jahre sei es her, seit er den Vorentwurf vorgestellt habe. „Schon eine lange Zeit“, verdeutlichte er.
„Juni hat uns dabei auf jeden Fall nicht ausgebremst“
Dabei hätte es schon vor einem Jahr soweit sein können, räumte er ein. Dann aber habe seine Behörde „Stop“ gesagt. Reichen die Gelder des Freistaates? Sagt der Freistaat zu, dass die Mittel für Regensburg bereit gestellt werden? Diese Fragen seien zunächst zu klären gewesen. „Der Juni hat uns dabei auf jeden Fall nicht ausgebremst“, kam Zimmermann auf Söders Besuch und Maltz-Schwarzfischers deutliche Worte an ihn zu sprechen.
Die Planfeststellung soll laut Zimmermann im ersten Quartal des neuen Jahres eingeleitet werden. Die Dauer so eines Verfahrens sei schwer einzuschätzen. Im Vorfeld der Sitzung sagte er, dass sie bisher etwa zwei Jahre gedauert hätten. Allerdings gebe es zu diesem Thema ja auch Beispiele wie die Sallerner Regenbrücke.
Allein Ausführungsplanung könnte dauern
Zimmermann rechnet damit, dass allein die Ausführungsplanung, die nach dem Bescheid für die Planfeststellung ansteht, ein bis zwei Jahre dauern könnte. Erst im Zuge dieser könne ein Bauablauf erarbeitet werden. Als Ziel nannte er während der Sitzung eine Bauzeit von fünf Jahren, was er aber als straff bezeichnete.
Die Bauzeit sei auch davon abhängig, wie viel Geld zur Verfügung gestellt werden kann. Zwar zeigte Zimmermann von 18 geplanten Abschnitten in Regensburg bereits zehn grün markiert. Finanziell sei man aber noch dabei, sich zur Mitte vorzuarbeiten. „55 Millionen Euro sind bisher ausgegeben worden“, sagte er. Zum Vergleich: Mit ebenso hohen Kosten ist laut der Vorlage allein für den Unteren Wöhrd zu rechnen. Das jährliche Budget beim Freistaat liegt laut Zimmermann aber bei 150 Millionen Euro. „Bei über 100 Großprojekten ist das schon eine dicke Scheibe“, verdeutlichte er.