Popstar Leony unter den Geehrten: Kreisehrenzeichen an fünf Chamer Landkreisbürger vergeben

Zu einem der Höhepunkte des Jahresempfanges des Landkreises gehört jedes Jahr die Verleihung der Kreisehrenzeichen – Die höchste Auszeichnung, die der Landkreis zu vergeben hat, wie Landrat Franz Löffler am Freitagvergeben betonte. In diesem Jahr durften sich fünf Bürger darüber freuen.
So auch Christa Dendorfer aus Loibling. Seit 1992 engagierte sie sich aktiv im ehrenamtlichen Besucherdienst des Seniorenheims St. Michael in Cham. „Sie haben kostenlos regelmäßige Besuche, Gespräche, Begleitung zu hausinternen Feiern sowie zu Spaziergängen und vieles mehr angeboten“, sagte der Landrat. In 31 Jahren Leitung habe sie sehr viele und unvergesslich schöne Feiern im Seniorenheim für die Bewohner organisiert und durchgeführt. Selbst während der Corona-Pandemie hab Christa Dendorfer alles dafür unternommen, um den Besucherdienst im St. Michael am Laufen zu halten. Ihr Credo in dieser Zeit sei es neben dem täglichen Testen und Maske tragen gewesen, Präsens vor Ort zu zeigen und weiterhin für die Menschen da zu sein.
Nach nun über 30 Jahren habe sie dieses Jahr ihr Amt als Leiterin des Besucherdienstes in St. Michael nieder, als Anerkennung gab es für diese Leistung des Ehrenzeichen des Landkreises. Krankheitsbedingt nahm die Leiterin des Seniorenheims in Empfang.
Landrat Löffler: Leony ist „persönliches Vorbild“
Auch Leonie Burger, die besser unter ihrem Künstlernamen Leony als Sängerin bekannt ist und aus Chammünster stammt, erhielt die Auszeichnung. Sie habe sich als Senkrechtstarterin in der internationalen Musikbranche fest etabliert, so Landrat Franz Löffler. „Schon als Kind war es ihr Traum, auf großen Weltbühnen zu brillieren und sich in die Herzen der Zuschauer zu singen.“ Mit Ehrgeiz und tiefster innerer Überzeugung habe sie ihre Ziele verfolgt und so ihren Kindheitstraum verwirklicht. Nicht zuletzt sei ihr in diesem Jahr die Ehre zu teil geworden, den EM-Song der Fußballeuropameisterschaft zu singen. „Ich möchte Frau Burger als maßgebliches, persönliches Vorbild bezeichnen, die insbesondere für junge Menschen hier in unserer Region beispielgebend dafür ist, dass es jeder zu etwas Großem bewegen kann.“ Da die Künstlerin beruflich gerade unterwegs ist, nahmen ihre Eltern Daniela und Ronald Burger die Auszeichnung in Empfang.
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Für seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Umwelt wurde Robert Kurzmann aus Waldmünchen in gleicher Weise geehrt. „Heuer feierte die Kreisgruppe Cham ihr 50-jähriges Bestehen. Im Jahr 1974 haben sich Naturschützer zusammenschlossen, um sich gemeinsam für den Natur- und Umweltschutz zu engagieren“, erklärte Franz Löffler. Robert Kurzmann übe dabei bereits seit 31 Jahren das Amt des Vorsitzenden des Kreisverbandes Bund Naturschutz aus – und auch wenn „wir nicht immer gleich einer Meinung sind“, sagte der Landrat, seien nicht zuletzt die Projekte mit der Unteren Naturschutzbehörde, wie etwa die Biberkartierung oder die Errichtung von Krötenzäunen Anfang der 80er Jahre, aber auch die Zusammenarbeit beim Grundstücksankauf in der Regentalaue oder beim Programm für die Silphie als Maisersatz beispielgebende Projekte, die auch ihm Respekt abrängen.
Jahrzehntelanger Einsatz für die Umwelt
„Seit der Umweltkatastrophe von Tschernobyl und Fukushima treten Sie verstärkt für den Ausstieg aus der Kernkraftenergie ein und verfolgen bis heute mit großer Hingabe die Ziele und Belange des Natur- und Umweltschutzes“, so Löffler. Seine Arbeit sei ein leuchtendes Beispiel dafür, „dass wir alle Teil der Lösung sind, wenn es darum geht, unsere Umwelt zu schützen und eine nachhaltige Zukunft zu gestalten.“
Als Unternehmer wurde Rainer Müller ebenfalls mit dem Kreisehrenzeichen bedacht. Er gründete die Betriebsstätte Müller Präzision und wagte 1974 den Schritt in den Landkreis. „Besonders in den 70er Jahren, zur Zeit der Grenzhilfe, war es eine enorme Herausforderung, ein Unternehmen zu gründen, das sich über künftige Jahre hinweg fest etablieren soll, um einen langfristigen und nachhaltigen Industriestandort zu gewährleisten“, sagte Löffler. Von bescheidenen Anfängen mit sehr wenig Arbeitskräften habe sich das Unternehmen kontinuierlich vergrößert und bietet rund 500 Beschäftigten einen sicheren Arbeitsplatz. Müller Präzision sei seit 50 Jahren ein hervorragender Ansprechpartner für junge Menschen, die Interesse für die Industrie- und Metallbranche zeigen.
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Neben seiner Zeit als eifriger Unternehmer sei Rainer Müller auch musikalisch sehr begabt. Dabei habe er auf diesem Gebiet unkonventionelle Ansätze ausprobiert: „Zusammen mit dem Ostbayerischen Jugendorchester und mit dem Verein Aktionskreis Lebens- und Wirtschaftsraum Landkreis Cham hat er ein besonderes Seminar namens ,Ein eingespieltes Team – was Unternehmen von Orchestern lernen können‘ angeboten.“ Er habe Unternehmer und Führungskräfte zwischen Orchestermusiker gesetzt, damit diese die Teamarbeit, die besondere Atmosphäre und die Energie „erspüren“ und verinnerlichen konnten. Krankheitsbedingt nahm seine Frau Dorothea die Auszeichnung für Rainer Müller entgegen.
Bedeutender Unternehmer
„Du giltst als eine der bedeutsamsten Unternehmerpersönlichkeiten, der weit über die regionale Bedeutung hinaus ein zukunftsweisendes Unternehmen aufbaute“, leitete Landrat Löffler zum letzten zu Ehrenden des Abends ein und sprach damit von Max Schierer. „Im Jahre 1952 bist du in das Familienunternehmen Schierer am Regen in Cham eingetreten. Die Verantwortung wurde vom Vater an dich und deinen älteren Bruder Ludwig knapp 17 Jahre später übertragen.“ Sein mittelständisches Unternehmen im Baustoffwesen biete in der Region weit über 400 qualifizierten Mitarbeitern eine Beschäftigung. „Mit Bodenständigkeit und großem Weitblick hast du inzwischen acht Baustoff-Fachhandelstandorte sowie drei großflächige Baumärkte in ganz Bayern geschaffen.“
Die erfolgreiche Firmengeschichte sei stets eng mit der positiven Entwicklung der Stadt und des Landkreises Cham verbunden gewesen. „Du setzt dich stets für die Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze und für junge Menschen ein, indem du mit deinem Betrieb beispielgebend vorangehst“, lobte Löffler. Neben deinem beruflichen Wirken engagierte er sich auch konsequent für die kulturelle, sportliche und gesellschaftliche Entwicklung Chams: „Du bist nicht nur Gönner und Sponsor örtlicher Vereine, sondern unterstützt auch sehr gerne soziale und gesellschaftliche Projekte unserer Region.“ Für hervorragende Leistungen und die Verbundenheit zum Landkreis Cham erhielt Max Schierer das Ehrenzeichen.