„Eine riesige Chance für Roding“: Das sind die Pläne für das ehemalige Krankenhaus-Areal

„Roding kann nichts Besseres passieren, als wenn dort etwas passiert und wieder Leben einkehrt“, sagte Bürgermeisterin Alexandra Riedl am Donnerstagabend in der Stadtratssitzung im Bezug auf das ehemalige Krankenhaus-Areal. Mit einem Bebauungsplan soll der Weg frei gemacht werden, um auf dem 44 000 Quadratmeter großen Gelände neben dem Gesundheits-Campus auch Wohnungen und Nahversorgung verwirklichen zu können.
Die Stadträte zeigten sich angetan von den Plänen des Investors, der Rodinger Baufirma Feldbauer, und votierten einstimmig für den Aufstellungsbeschluss.
Riesiges Areal
Christian Weinzierl vom Architekturbüro PSB Wagner stellte dem Gremium die Planungen vor. „Die Ziele sind jetzt schon relativ klar“, sagte er, auch wenn das Vorhaben noch in der groben Planungsphase sei. Auf etwa 24 000 Quadratmetern Fläche im Norden und Osten des Areals soll ein Sondergebiet „Gesundheit“ ausgewiesen werden. Dabei werde das Vier-Säulen-Modell (Ambulante ärztliche Versorgung, Pflegeangebote, Schulen im Gesundsheits-Sektor sowie gesundheitsnahe Dienstleistungen) der Sana AG und des Landkreises Cham weiter verwirklicht. Ein ambulantes OP-Zentrum, Fachärzte, Sanitätshaus, Physiotherapie, ein Pflegezentrum der BRK und für kindermedinizischen Intensivpflege gibt es bereits im ehemaligen Krankenhaus.
Auf dem Campus soll das Angebot aber noch deutlich erweitert werden: 20 Facharztstellen und mehr plant Projektleiter Klaus Fischer langfristig für Roding, dazu wird unter anderem ein Ärztehaus gebaut. Zwei bis drei Bauabschnitte sind für diesen Bereich vorgesehen.
Neben dem Gesundheits-Campus sei auf dem sehr großen Areal aber auch Platz für ein allgemeines Wohngebiet im Süden (der Bedarf an innerstädtischen Wohnraum ist sehr groß) sowie ein Sondergebiet „Einzelhandel“ im Osten an der Falkensteiner Straße, machte Weinzierl deutlich. Dort könnte sich ein Lebensmittelmarkt ansiedeln.
Es soll so schnell wie möglich losgehen
Im Gremium kamen die Pläne gut an. Hubert Hofweber (Freie Wähler) etwa freute sich, dass etwas vorangehe. „Das bringt uns vorwärts“, befand ebenso Sebastian Meier (SPD). Auch 2. Bürgermeister Dr. Reinhold Schoierer (Freie Wähler) zeigte sich grundsätzlich angetan und fragte nach, ob es schon einen groben Zeitplan gäbe. Ziel sei es, den Bebauungsplan so bald wie möglich aufzustellen und dann im kommenden Jahr mit dem Bau des Ärztehauses zu beginnen, antwortete Weinzierl. Es sei der Wunsch des Investors, so schnell wie möglich anfangen zu können.
Dies sei auch im Interesse der Stadt, sagte Riedl, die erläuterte, dass das Projekt Zug um Zug umgesetzt werden würde, was bei so einer großen Maßnahme auch der einzig mögliche Weg sei. Zunächst werde das Ärztehaus entstehen, dann die Wohnhäuser, gefolgt vom Einzelhandel. „Wir werden nicht in fünf Jahren mit allem fertig sein“, machte die Rathaus-Chefin deutlich, sie freue sich aber, dass nun etwas vorangehe.
Einstimmiger Beschluss
Josef Messerer (Freie Wähler) regte an, über mehrere Zufahrten nachzudenken, um den Verkehr zu entzerren. „Hoffentlich geht es bald los“, meinte Rainer Schwarzfischer (CSU), der wie sein Fraktionskollege Rainer Gleixner betonte, dass man sehr froh sein könne, mit der Baufirma Feldmeier einen örtlichen Investor zu haben. „Da weiß man, dass etwas Gescheites kommt“, sagte Gleixner. Von einer „riesigen Chance für Roding“ sprach Alfred Reger (CSU).
So stimmten letztlich alle Stadträte für den laut Riedl „zukunftsweisenden Beschlussvorschlag“ und brachten die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden auf den Weg.
Stadtrat in Kürze
Sanierung Dorftreff Kalsing: Immer wieder gebe es Fragen, warum mit der energetischen Sanierung des Dorftreffs in Kalsings nichts vorangehe, sagte Bürgermeisterin Alexandra Riedl bei den Bekanntgaben im öffentlichen Teil der Stadtratssitzung. Sie betonte dabei, dass dies nicht die Schuld der Kommune sei: „Wir warten weiter auf die Baugenehmigung durch das Landratsamt Cham.“ Die Stadt habe schon viel Arbeit in das Projekt investiert, „wir können aber nicht mehr als zuarbeiten und es nicht beschleunigen“. Nun sei (erneut) eine baldige Genehmigung in Aussicht gestellt worden, die Rathaus-Chefin hofft, dass diese nun schnell eintrifft und es losgehen kann, denn: „Wir brauchen dort eine Lösung für den Dorfverein und die Feuerwehr – und die hätten wir mit der Sanierung.“
Jahreskarten für neue Freibad-Saison: Am 1. Mai 2025 wird das Rodinger Freibad nach der Generalsanierung wieder öffnen – schon jetzt seien aber die Vorfreude der Wunsch nach Jahreskarten bei den Bürgern groß, hat unter anderem 2. Bürgermeister Dr. Reinhold Schoierer festgestellt. Er schlug deshalb vor, schon jetzt Jahreskarten anzubieten, „das wäre sicher ein gefragtes Weihnachtsgeschenk“. 3. Bürgermeister Al-fred Stuiber stimmte ihm zu: „Wir könnten den alten Preis plus eine normale Teuerungsrate nehmen und das als Weihnachts-Special verkaufen.“ Bürgermeisterin Alexandra Riedl zeigte sich angetan von der Idee, so wird es von 1. bis 24. Dezember die Jahreskarten in einem besonderen Angebot zum Preis der alten Tickets plus fünf Prozent (57,75 für eine Einzel- und 110,25 Euro für eine Familienkarte) zu kaufen geben. Die Preise gelten aber nur in diesem Zeitraum und wurden für später noch nicht von den Städtischen Betrieben festgelegt, merkte die Rathaus-Chefin an, „es kann sein, dass es dann etwas teuerer wird“.