Neuer Gesundsheitscampus in Roding beeindruckt Landtags-Gesundheitsausschuss

Von Oliver Hausladen · 8. Juni 2024 um 19:00

Der Umbau des ehemaligen Rodinger Krankenhaus zu einem Gesundheitscampus mit einem vielfältigen medizinischen Angebot könne Beispiel sein für Bayern und sogar ganz Deutschland, befand der Vorsitzende des Landtags-Ausschusses für Gesundheit, Pflege und Prävention, Bernhard Seidenath, bei einem Besuch vor Ort am Freitag. Er zeigte sich beeindruckt von dem, was bereits geschaffen wurde – und auch von den Plänen, die Projektleiter Klaus Fischer und Sana-Geschäftsführer Dr. Thomas Koch vorstellten.

Er sei froh und stolz, dass die Entwicklung des Gesundheits-Campus Roding auf einem guten Weg sei, sagte Koch. Ein Zeichen dafür, dass wieder mehr Leben herrsche und die ansässigen Fachärzte gut zu tun hätten, sei, dass der Parkplatz wieder deutlich besser gefüllt ist, merkte der Geschäftsführer an. Ziel sei „die bestmögliche Versorgung der Bevölkerung vor Ort“. Mit dem ambulanten OP-Zentrum, den Fachärzten und den weiteren Angeboten sei man dafür in Roding gut gerüstet.

Nachdem feststand, dass das Rodinger Krankenhaus geschlossen werden muss, sei es von Anfang an das große Ziel gewesen, eine „sinnvolle, echte Alternative“ für die Bevölkerung vor Ort zu bieten, erläuterte Fischer. Ein erster Schritt sei dabei gewesen, fast den kompletten Bereich der ambulanten Operationen von Cham nach Roding zu verlagern. Dies habe sehr gut funktioniert, von Dienstag bis Donnerstag seien die drei Säle gut belegt, zumal das OP-Zentrum auch von Fachärzten genutzt werden kann, berichtete Fischer.

Interessenten sind da

Außerdem haben sich mehrere Fachärzte bereits im ehemaligen Krankenhaus angesiedelt, seit kurzem gibt es unter anderem auch eine Gynäkologie. Es sollen aber noch deutlich mehr werden: 20 Facharztstellen und mehr plant Fischer langfristig für Roding. Im Bereich Pflege gibt es seit kurzem mit der kindermedinizischen Intensivpflege neben dem BRK einen zweiten Mieter, bei den gesundheitsnahen Dienstleistungen werden derzeit Gespräche unter anderem mit einer Fußpflege und einem Anbieter für Wundheilversorgung geführt. Dass sich wieder etwas rühre, in den Gebäuden und es schon positive Erfahrungen gäbe, mache es leichter, weitere Interessenten zu finden, erläuterte der Projektmanager.

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Um die Pläne weiter verfolgen zu können, sei es aber nötig, Gebäudeteile komplett zu sanieren, oder auch abzureißen und neu zu bauen, erklärte Fischer. Dazu würden intensive Verhandlungen mit einem Investor laufen, die schon sehr weit seien, ließ er wissen. „Um langfristig tragfähige Strukturen zu haben, brauchen wir auch Räumlichkeiten, die dafür geeignet sind“, so der Projektmanager.

Da es „irgendwann auch losgehen müsse“, strebt er für das kommende Jahr als Erstes den Bau eines Ärztehauses an. Dafür sei aber, wie auch bei den anderen Bauprojekten, die danach anstehen, eine enge Abstimmung der Gesellschafter (Sana AG und Landkreis Cham) sowie mit dem Investor, Kreis- und Stadtrat nötig. Nicht immer sei es einfach, die verschiedenen Wünsche unter einen Hut zu bringen, merkte Fischer an, „wir sind aber auch auf diesem Sektor auf einem guten Weg, wenn auch noch mitten im Prozess.“

„Modell, das vorangeht“

Am Samstag, 20. Juli, ist ein Tag der offenen Tür am Gesundheitscampus geplant. Fischer hofft, dass dann detaillierter informiert werden könne, wie die weiteren Planungen aussehen.

Dass eine gute medizinische Versorgung besonders im ländlichen Raum äußerst wichtig sei, betonte Seidenath, der auch Gesundheits- und Pflegepolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion ist. In Roding gäbe es „ein Modell, das vorangeht“, lobte er, „so etwas brauchen wir in der Gegend.“ Sehr positiv sei auch, dass die Krankenpflegeschule weiter betrieben und sogar ausgebaut werde, denn mit dem Personal stehe und falle jedes Konzept.

Vier-Säulen-Modell

Entwicklung auf vier Ebenen: Die Entwicklung des ehemaligen Rodinger Krankenhauses zu einem Gesundheitscampus fußt auf einem sogenannten Vier-Säulen-Modell.

Ambulante fachärztliche Gesundheitsversorgung: Neben einer Erweiterung der fachärztlich-ambulanten Versorgung durch externe Praxisbetriebe betreiben die Sana-Kliniken des Landkreises Cham ihr eigenes Medizinisches Versorgungszentrum am Standort Roding. Dieses bietet ambulante Leistungen aus dem gesamten orthopädischen und chirurgischen sowie aus dem internistischen Behandlungsspektrum. Darüber hinaus ist mit der Schließung des stationären Krankenhausbetriebs zum 31. März 2022 auch die weitgehende Auslagerung des ambulanten Betriebs des Krankenhauses Cham nach Roding beschlossen worden. Das ambulante OP-Zentrum steht einerseits dem klinikeigenen MVZ zur Verfügung, aber auch externen Partnern.

Pflegeangebote: Das BRK betreibt auf zwei Ebenen des ehemaligen Bettenhauses eine Seniorenpflege. Eine weitere Ebene mit etwa 800 Quadratmetern ist durch die Intensivpflegeeinrichtung für Kinder (Amicus) angemietet.

Bildung: Die bestehende Berufsfachschule für Krankenpflege hat seit September ihren Betrieb erweitert. Ein einjähriger Ausbildungsgang zum Krankenpflegehelfer hat das bestehende Angebot ergänzt. Darüber hinaus wird eine derzeit leerstehende Ebene des ehemaligen Bettentraktes genutzt, um zusätzliche Wohnangebote für die Krankenpflegeschüler anbieten zu können.

Gesundheitsnahe Dienstleistungen: Als vierte Säule entstehen gesundheitsnahe Dienstleistungsbetriebe wie Apotheke, Sanitätshaus und Physiotherapie.