Noch keine Einigung, aber eine Annäherung bei der vierten Verhandlungsrunde in Cham

Von Tanja Fenzl · 6. Juni 2024 um 17:10

Auch in der vierten Verhandlungsrunde zwischen den Sana Kliniken des Landkreises Cham und Verdi konnten sich die Tarifparteien nicht einigen. Dennoch sieht Gewerkschaftssekretär Sven Czekal die Gespräche am Donnerstag als einen Teilerfolg.

„Die Tatsache, dass die Arbeitgeberseite zumindest unsere Systematik anerkannt hat und mit ihr als Grundlage bereit ist zu verhandeln, ist ein gutes Zeichen.“ Bei der letzten Verhandlungsrunde hatte Sana, wie berichtet, kein Angebot vorgelegt, stattdessen wurde den im Haustarif Beschäftigten der Wechsel in einen anderen, für viele schlechteren Tarifverbund empfohlen.

Das neue Angebot

Eine abschließende Einigung wurde auch am Donnerstag nicht erzielt. Doch das neue Sana-Angebot nähere sich immerhin den Forderungen von Verdi an. Czekal listet das Sana-Angebot auf: Inflationsausgleich von 1200 Euro, Azubis 400 Euro. Erhöhung des Wechselschicht-/Pflegezuschlags zum 1. Oktober um 100 Euro. Zum 1. Januar ein Sockelbetrag von 100 Euro für alle, ab 1. Oktober 2025 fünf Prozent mehr Gehalt sowie eine Laufzeit bis 31. Mai 2026.

„Damit sind wir noch ein Stück entfernt von unserem Gegenangebot“, räumt Czekal ein. Dennoch stimmten beide Parteien bereits einem weiteren Verhandlungsgespräch am 1. Juli zu.

Diskussionsabend mit Beschäftigten

Am Abend wollte Czekal den Sana-Beschäftigten im Kolpinghaus das Angebot von Sana vorlegen und weitere Maßnahmen diskutieren. „Natürlich behalten wir uns auch weiterhin Arbeitskampfmaßnahmen vor“, sagte Czekal . Nach der ergebnislosen dritten Verhandlungsrunde hatten die Sana-Beschäftigten zum ersten Mal in der Geschichte der Sana-Kliniken 24 Stunden lang gestreikt, und nur eine Notbesetzung aufrecht erhalten – möglicherweise Grund für die neuerliche Verhandlungsbereitschaft von Sana am Donnerstag. Kurz nach dem Streik hatte die Verdi-Seite betont, ein weiterer Streik werde vermutlich länger werden als die 24-Stunden-Arbeitsniederlegung.

Die Forderungen der Sana-Beschäftigten

Die ursprünglichen Forderungen der Sana-beschäftigten mit ihrem Haustarifvertrag: eine Annäherung an die Entlohnung nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) in Form einer Lohnsteigerung um 13,5 Prozent, den vollen Inflationsausgleich von 3000 Euro, außerdem mindestens zehn Tage Zusatzurlaub für Schichtbeschäftigte, eine Treueprämie für Langzeitbeschäftigte und eine Laufzeit des Haustarifvertrags von nur zwölf Monaten.