Bald weitere Mieter für Gesundheitscampus Roding? Fischer: „Konzept wird klappen“

Wie geht es weiter im ehemaligen Rodinger Krankenhaus? Im Interview zeigt sich Sana-Geschäftsführer Klaus Fischer optimistisch, dass das Konzept aufgehen wird. Mit weiteren Mietern stünde man kurz vor dem Abschluss.
Seit knapp einen Jahr ist der stationäre Betrieb im Rodinger Krankenhaus eingestellt. Auch wenn viele Rodinger noch etwas skeptisch auf die Entwicklung hin zu einem Gesundheitscampus und die Geschwindigkeit der Transformation blicken, habe sich bereits viel getan, sagt der Geschäftsführer der Sana-Kliniken im Landkreis Cham, Klaus Fischer: EineFacharztpraxis der medbo für Psychiatrie und Neurologieist ab Sommer für Patienten da, die reha team Nordbayern GmbH hat einSanitätshauseröffnet, Gespräche mit weiteren Mietern laufen. „Unser Konzept wird klappen, Roding wird sich zu einem äußerst innovativen Versorgungsmodell entwickeln“, ist Fischer überzeugt. Allerdings gehe dies nicht von einem Tag auf den anderen, sondern werde in den kommenden Jahren schrittweise geschehen, erläutert der Geschäftsführer in einem Gespräch mit unserer Zeitung.
„Zwei Zeichen gesetzt“
Der stationäre Klinikbetrieb wurde im März 2022 eingestellt, für viele Rodinger immer noch eine schmerzhafte Entscheidung. Was hat sich seitdem getan?
Klaus Fischer:Wir wollen auf dem Gesundheitscampus Roding mehrere Bereiche der ambulanten Gesundheitsversorgung vereinen und sind dabei die ersten Schritte schon gegangen. So finden viele ambulanten Operationen der Sana-Kliniken im Landkreis Cham mittlerweile in Roding statt, bis Ende des zweiten Quartals soll es die Mehrzahl der Eingriffe sein. Auch ist unser eigenes medizinisches Versorgungszentrum mit drei chirurgischen beziehungsweise orthopädischen und einem internistischen Kassenarzt-Sitz mittlerweile komplett im ehemaligen Krankenhaus tätig. Auch operieren eine Augenarzt-Praxis und eine HNO-Praxis seit einiger Zeit in Roding. Eine urologische Praxis operiert seit Februar ambulant in Roding, eine weitere wird in Kürze folgen. Mit der Ansiedlung der Facharztpraxis für Psychiatrie und Neurologie, für die der Bedarf groß ist, und der Eröffnung des Sanitätshauses haben wir weitere Zeichen setzen können, dass etwas vorangeht.
Sind die beiden „Neuzugänge“ auch für die Außenwirkung wichtig?
Fischer:Natürlich. Die Rodinger wollen verständlicherweise sehen, dass etwas vorangeht. Dass ich wieder mehr rührt, sieht man auch daran, dass die Parkplätze vor allem vormittags, wenn die meisten Operationen stattfinden, wieder gut belegt sind. Uns ist bewusst, dass sich die Bevölkerung wünscht, dass es schneller gehen würde, aber wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Gesundheitscampus weiter mit Leben zu füllen.
Das ehemalige Krankenhaus ist groß, welche Flächen sind noch frei?
Fischer:Man muss ehrlich sagen, dass die besten Flächen, etwa im Erdgeschoss in der Nähe des Haupteingangs, fast schon weg sind. Mit einer Facharzt-Praxis laufen intensive Gespräche, die kurz vor dem Abschluss stehen. Danach hätten wir noch Platz für maximal zwei mehr. Bei den Ärzten wären wir damit dann schon voll. Im Untergeschoss soll auch noch ein Labor einziehen.
Intensivpflege soll kommen
Und im Pflegebereich?
Fischer: Auch da laufen konkrete Verhandlungen mit einem potenziellen Mieter, der Intensivpflege anbieten möchte. Das würde auf 800 Quadratmetern Fläche auf einer der ehemaligen Bettenstationen im Westbau passieren, also auf einer sehr großen Fläche. Einige Umbauarbeiten sind noch nötig, aber wir sind zuversichtlich, dass wir in einigen Wochen eine Einigung erzielen.
Welche Flächen oder anderes wären sonst noch zu haben?
Fischer:Unter anderem die Großküche des Krankenhauses, die in einem guten Zustand ist. Allerdings gestaltet es sich schwierig, dafür einen Interessenten zu finden.
Ist bei potenziellen Mietern auch wichtig, ihnen die Option für einen Platz im modernen Ärztehaus zu bieten, das auf dem Gesundheitscampus entstehen soll?
Fischer:Auf jeden Fall. Wer jetzt schon mit uns diesen Weg geht und Flächen anmietet, der wird auch bevorzugt behandelt, wenn das Ärztehaus fertig ist. Das wird natürlich noch etwas dauern, aber auf der Gesellschafter-Ebene finden derzeit intensive Gespräche mit möglichen Investoren statt. Diese müssen als Nächstes mit der Stadt Roding erörtert werden. Neben weiteren Pflegeeinrichtungen und gesundheitsnahen Dienstleistungen wie Apotheken oder Physiotherapie-Einrichtungen sollen auch weitere Facharztpraxen am Campus angesiedelt werden. Wir sind sicher, dass der Campus so entstehen wird, wie wir es der Rodinger Bevölkerung im Zusammenhang mit der Schließung des Krankenhauses versprochen haben – es wird aber seine Zeit dauern.
Neubau für Fachschule?
Was sind die weiteren Planungen für die Berufsfachschule für Pflege?
Fischer:Diese wird am Standort bleiben und sogar ausgebaut. Die formalen Voraussetzungen für die Ausbildung zu Krankenpflegehelfern sind zwischenzeitlich geschaffen, so dass wir ab September diese Ausbildung zusätzlich anbieten werden. Wir werden auch auf ehemaligen Stationsflächen Unterkünfte für die Krankenpflegeschüler anbieten. Ob sich eine Sanierung des Gebäudes der Schule noch rentiert, ist fraglich, möglich wäre auch ein Neubau an einer anderen Stelle am Gesundheitscampus. Das braucht aber einen größeren Zeithorizont.
Vier-Säulen-Modell
Ziel:Nach derSchließung des stationären Klinikbetriebs im März vergangenen Jahressoll der Gesundheitscampus Roding mehrere Bereiche der ambulanten Gesundheitsversorgung vereinen und auf vier Säulen fußen:
• Weiterentwicklung der Bildungsreinrichtungen vor Ort• Ansiedelung von mehreren gesundheitsnahen Dienstleistungen
