Dampfbad, Wassertemperatur, Kassenautomat: Berching kämpft mit dem Berle-Bad

Bröckelnde Fliesen, verkalkte Leitungen, defekte Pumpe: Das bald 27 Jahre alte Berle-Bad in Berching hat schon bessere Zeiten erlebt. Eigentlich müsste es komplett saniert werden. Doch dafür fehlt der Stadt das Geld. Dennoch gibt es positive Nachrichten für Wasserratten.
Anfang November konnten Besucher das Dampfbad für wenige Tage nicht nutzen, weil die Leitungen verkalkt waren, wie die Stadt mitteilt. Nachdem diese gespült worden waren, konnte das Bad-Team das Dampfbad nach kurzer Zeit wieder in Betrieb nehmen.
Berle-Bad in Berching: Wasser im Erlebnisbecken war kälter
Etwas länger dauerte dagegen die Fehlersuche bei einem anderen Problem. An manchen Tagen im November war das Wasser in Erlebnis- und Kinderbecken sowie im Whirlpool kälter als sonst. „Das hat uns gefuchst, weil wir auf der Suche nach der Ursache waren“, erzählt Manfred Lang vom Bauamt. Zuerst habe man vermutet, dass der Wärmetauscher defekt sei. Das sei aber nicht der Fall gewesen.
Stattdessen habe eine Pumpe nicht ihre volle Leistung erbracht. „Wir konnten nicht genügend Wärme in die Becken transportieren“, sagt Lang. Statt wohlig warme 32 Grad war das Wasser im Erlebnisbecken an manchen Tagen in den vergangenen Wochen „zwei, drei Grad“ kälter. Vereinfacht gesagt hat die Leistung der Pumpe an milderen Tagen ausgereicht, das Wasser auf 32 Grad zu erwärmen, an kälteren Tagen dagegen stieß die Pumpe an ihre Grenze. Am Dienstagabend vermeldete die Stadt, dass die Becken wieder ihre gewohnte Temperatur haben.
Berle-Bad in Berching wurde 1998 eröffnet
Das freut Christian Meissner als Zweiten Bürgermeister zwar. Zu 100 Prozent glücklich ist Meissner, der aktuell im Rathaus die Geschicke leitet, allerdings nicht. „Wir hangeln uns derzeit mit kleineren Reparaturen durch.“ Statt hier und dort zu flicken, wäre eine Generalsanierung des im Januar 1998 eröffneten Bads notwendig, weiß Meissner. „Doch das geht finanziell nicht. Die Schule ist das allumfassende Thema.“
Die Stadt rechnet mit 44 Millionen Euro für die ersten beiden Bauabschnitte für den Neubau der Grund- und Mittelschule. Der dritte Teil ist dabei nicht eingerechnet. Dieser steht erst einmal hinten an.
Weil im Haushalt diese Mammut-Aufgabe gestemmt werden muss, bleibt wenig Geld für andere Großprojekte. Im Berle-Bad wird deshalb nur das erneuert, was wirklich sein muss – zum Beispiel der Kassenautomat. Das derzeitige Bezahlsystem zickt hier und da. Es soll Anfang des Jahres durch einen neuen Automaten ausgetauscht werden, sagt Geschäftsleiter Reinhard Buchberger, der bei dieser Gelegenheit das Bad-Team im Berle lobt. „Unsere Mitarbeiter sind super engagiert und versuchen, das Bad immer am Laufen zu halten“, sagt Buchberger.
Stadt Berching will das Berle-Bad aufrecht erhalten
Dass es in einem Bad, das 26 Jahre lang fast jeden Tag geöffnet hatte, einen Verschleiß gebe, sei normal. Die defizitäre Einrichtung deshalb dauerhaft zu schließen, sei aber keine Option, sind sich Meissner, Buchberger und Lang einig. „Das stand nie zur Debatte.“