Georg-Zimmermann-Straße bleibt: Bürger stimmen für Missbrauchstäter-Namen

Von Mittelbayerische Zeitung · 24. November 2024 um 19:59

Die Georg-Zimmermann-Straße in Eslarn trägt den Namen eines Priesters, der wegen Kindesmissbrauchs im Gefängnis saß. Die Bürger des Ortes haben jetzt entschieden: Der Straßenname bleibt.

Im oberpfälzischen Eslarn (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) gibt es auch in Zukunft eine Straße, die nach einem verurteilten Missbrauchstäter benannt ist. Die Bürger entschieden sich am Wochenende im Rahmen eines Bürgerentscheids dafür, die nach dem Priester Georg Zimmermann benannte Straße nicht umzubenennen. Das bestätigte Bürgermeister Reiner Gäbl (SPD) der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Sonntagabend auf Anfrage.

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Der aus Eslarn stammende Regensburger Diözesanpriester Georg Zimmermann (1916-1984) war Diözesanmusikdirektor und saß wegen Kindesmissbrauchs im Gefängnis. In seiner Heimatgemeinde, wo der Geistliche seit 1973 seinen Ruhestand verbrachte, war er jedoch weiter ein angesehener Mann, nach dem eine Straße benannt wurde. Auf Initiative des Betroffenenbeirats des Bistums Regensburg hatte der Eslarner Gemeinderat im Mai dieses Jahres eine Umbenennung beschlossen.

700 Unterschriften für Bürgerbegehren

Die Anwohner der Straße hatten dann fast 700 Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen die Umbenennung gesammelt, das vom Gemeinderat zugelassen worden war. Bürgermeister Gäbl hatte den betroffenen Anwohnern im Vorfeld zugesichert, dass die Gemeinde im Falle einer Umbenennung keine Gebühren für Verwaltungsangelegenheiten wie Adressänderungen erheben werde.