2026 und 2027: Mindestens ein neuer Bewerber für das Schwandorfer Volksfest

Die Stadt bastelt weiter an einem Erfolgskonzept für das Schwandorfer Volksfest. Vor kurzem wurde auf der Homepage die Ausschreibung für die Feste 2026 und 2027 veröffentlicht – mit einigen Neuerungen. Die machen die Traditionsveranstaltung nun auch für andere Gastronomen interessant.
Seit 35 Jahren bekam die Festbetriebe Böckl GbR in schöner Regelmäßigkeit den Zuschlag für den Festzeltbetrieb. Und auch im kommenden Jahr wird Gerhard Böckl als Festwirt tätig sein, denn der Vertrag mit der Stadt gilt auch für 2025. Doch zuletzt ließen die Besucherzahlen zu wünschen übrig – übrigens nicht nur in Schwandorf. Auch das Konzept der Stadt, die Traditionsveranstaltung vorzuverlegen, um Konkurrenz zur Regensburger Dult und anderen Veranstaltungen aus dem Weg zu gehen, mochte nicht so recht aufgehen.
Vorgabe: Bier muss aus Bayern sein
Die Stadt Schwandorf hat deshalb in ihrer aktuellen Ausschreibung für die Volksfeste 2026 und 2027 noch einmal an ein paar Stellschrauben gedreht. Die beiden wichtigsten: Bei der nächsten Staffel soll ein Generalunternehmer die Verantwortung für das gesamte Volksfest tragen. Die Stadt wünscht sich einen zentralen Ansprechpartner, der nicht nur für den Festzeltbetrieb, sondern auch für die Schausteller zuständig ist.
Zweite Neuerung: Anders als bisher muss das ausgeschenkte Festbier nicht mehr aus dem Schwandorfer Stadtgebiet stammen. „Das Festbier ist von einer Brauerei zu beziehen, die ihren Sitz in Bayern hat und in Bayern braut“, heißt es lediglich in den Ausschreibungsunterlagen. Auch dadurch könnte sich der Kreis möglicher Interessenten erweitern.
Beim Termin, der heuer erstmals auf die Zeit nach den Pfingstferien verlegt worden war, hat der Generalunternehmer künftig freie Hand. Denkbar sind laut Ausschreibung nicht nur die Pfingstferien oder die Zeit danach. Alternativ könne die Bewerbung „auch für einen anderen Zeitraum erfolgen“, steht in den Unterlagen.
2500 Freibiermarken werden ausgegeben
Festhalten will die Stadt an Altbewährtem wie dem Kindernachmittag mit dem Ballonwettfliegen oder dem Tag der Betriebe, Behörden und Vereine. Beim großen Finale ist es dem Generalunternehmer freigestellt, ob er einem Abschlussfeuerwerk oder einer Lasershow den Vorzug gibt. Darüber hinaus erwartet die Stadt „weitere publikumswirksame Aktionen auf dem Festplatz und im Festzelt“, etwa eine Oldtimer-Ausstellung oder einen großen Preisschafkopf.
Der Generalunternehmer ist schließlich auch noch zuständig für die Freibiermarken, die nach Angaben der städtischen Pressestelle „entsprechend der bisherigen Praxis“ verteilt werden sollen. In Zahlen: Laut Ausschreibung sind wie in den vergangenen Jahren auch 2500 nummerierte Freibiermarken und 100 Marken für halbe Hendl kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Halbe Hendl für Ehrengäste und Ehrenamtliche
Die Freibiermarken werden nach Angaben der Pressestelle an die bis zu 1500 Teilnehmer des Festzugs und Mitwirkende wie etwa Blaskapellen verteilt, die Hendl-Marken für Ehrengäste und Ehrenamtliche ausgegeben, etwa von den Rettungsorganisationen. Ein Teil der Freimarken wird außerdem für Gewinnspiele verwendet.
Die Ausgabe wird von der Stadt dokumentiert, nicht ausgegebene Marken „zunächst verwahrt und dann vernichtet“. Bis zur vergangenen Woche sind nach Angaben von stellvertretender Pressesprecherin Lara Schmaus noch keine offiziellen Bewerbungen oder Absichtserklärungen bei der Stadt Schwandorf eingegangen.
Aber das wird sich ändern. Eine Brauerei aus dem Landkreis Schwandorf, die bislang in der Großen Kreisstadt nicht zum Zug gekommen war, will auf jeden Fall eine Bewerbung abgeben, wie deren Inhaber auf Anfrage bestätigte. Nach mehreren Abstimmungsgesprächen mit einem Festwirt, mit dem man regelmäßig zusammenarbeite, wolle man nun Kontakt mit der Stadt aufnehmen. „Ich denke schon, dass noch Gesprächsbedarf besteht, es muss einfach für alle Seiten passen. Letztlich muss das Ziel sein, das Volksfest in Schwandorf wieder neu aufzubauen.“
Gibt langjähriger Festwirt Böckl eine Bewerbung ab?
Für die offizielle Bewerbung hat die Stadt in der Ausschreibung eine Frist bis Freitag, 10. Januar 2025, um 12 Uhr gesetzt. Ob bis dahin auch der langjährige Festwirt Gerhard Böckl seinen Hut in den Ring werfen wird, bleibt unklar. Böckl war in den vergangenen Tagen für die Mittelbayerische nicht erreichbar. Zuletzt hatte er angekündigt, erst die Ausschreibung zu prüfen und dann eine Entscheidung zu treffen. „Wenn die Rahmenbedingungen passen, dann gerne“, so Böckl damals wörtlich.
