Pfingsten war gestern: Volksfest in Schwandorf startet 2024 mit neuem Konzept

Von Hubert Heinzl · 21. Dezember 2023 um 05:00

Das Schwandorfer Volksfest steht vor gravierenden Änderungen, und dabei geht es nicht nur um Terminfragen. Stadtspitze, Stadtrat und Organisatoren wollen damit auf die zuletzt enttäuschende Resonanz reagieren.

Wie berichtet, hatten die Veranstalter nach dem Pfingstvolksfest in diesem Jahr eine durchwachsene Bilanz gezogen. Während die Schausteller alles in allem noch zufrieden waren, herrschte bei Festwirt Gerhard Böckl Ernüchterung. Der Besuch im Festzelt ließ teilweise sehr zu wünschen übrig, die erhofften Umsätze blieben aus. 2. Bürgermeister Andreas Wopperer (CSU) sah bei der Abschlusspressekonferenz auch die Stadt Schwandorf in der Pflicht, für Verbesserungen zu sorgen.

Konkurrenz zu Amberg und Regensburg vermeiden

In mehreren Gesprächsrunden haben sich in den vergangenen Wochen Festwirt und Schausteller, Ordnungsamt und Stadtspitze sowie die Stadtratsfraktionen auf verschiedene Neuerungen verständigt, wie Wopperer unserer Zeitung berichtete. Die bedeutendste Änderung betrifft den Termin. Im Schwandorfer Veranstaltungskalender findet sich darauf bereits ein dezenter Hinweis. Laut Internetseite der Stadt soll das Volksfest im kommenden Jahr vom 31. Mai bis 9.Juni stattfinden, also zumindest in seiner Kernzeit erst nach den Pfingstferien.

Mit der Verschiebung will man laut Wopperer der Konkurrenz in Amberg und Regensburg aus dem Weg gehen. Die Dult fand in beiden Städten bisher zeitgleich zum Schwandorfer Pfingstvolksfest statt. Auch die Überschneidung mit der Burschenkirwa in Klardorf ist damit vom Tisch. Einen weiteren Vorteil sieht Wopperer darin, dass das Geld den Besuchern am Monatsanfang noch lockerer in der Tasche sitzt: „Die Leute sind ganz einfach ausgabefreudiger.“

Künftig nur noch sieben Tage Betrieb

Auch die zweite Änderung betrifft den Terminplan. Statt bisher einem soll es künftig drei Ruhetage Anfang der Woche geben. Von Montag bis Mittwoch bleiben demnach am Schwandorfer Anger die Lichter aus; aus neun Veranstaltungstagen werden sieben. Der Kinder- und Familientag soll beibehalten, aber vom Mittwoch auf den Donnerstag verschoben werden. Weniger ist mehr, lautet die Devise.

Der Hintergrund: „Unter der Woche ist der Betrieb einfach nicht mehr rentabel“, so der 2.Bürgermeister. Die Personalkosten, unter anderem für die tägliche Security, ließen sich nicht mehr einspielen. Und es sei zunehmend schwieriger, unter den bisherigen Rahmenbedingungen überhaupt noch Personal zu finden.

Josef Ebnet von der Festbetriebe Böckl GbR, die das Volksfest auch im kommenden Jahr ausrichten wird, unterstreicht die Aussage zumindest teilweise. Personalprobleme habe man zwar nicht, denn „wir zahlen gut und haben uns langfristig einen Mitarbeiterstamm aufgebaut“. Doch die Umsätze seien in den vergangenen Jahren zurückgegangen, besonders der Montag und Mittwoch schlecht besucht gewesen.

„Wir brauchen einfach einen gewissen Grundumsatz, um die Kosten hereinzubringen“, sagt Ebnet. In den nächsten Tagen will das Unternehmen um Festwirt Gerhard Böckl mit der Akquise der Musikgruppen durchstarten. Die Firma Uebel & Sachs, die auf dem Schwandorfer Volksfest für die Schausteller zuständig ist, war für eine Anfrage unserer Zeitung nicht erreichbar.

Vorschlag: Blasmusik statt Partysound

Auch an weiteren Stellschrauben soll laut 2. Bürgermeister Wopperer gedreht werden, um die Volksfestbilanz zu verbessern. So will die Stadt nach seinen Angaben den Umzug der Vereine am Samstag von 15.30 auf 17 Uhr verschieben, damit die Teilnehmer nach Möglichkeit gleich im Festzelt bleiben. Am Abend soll dann statt einer Partyband eine der Schwandorfer Blasmusikkapellen aufspielen, „damit man sich auch noch unterhalten kann“. Für den Volksfestsonntag sind unter anderem ein Frühschoppen und ein ökumenischer Gottesdienst geplant.

Nach dem Wunsch der Stadt sollten die Schwandorfer stärker ins Volksfest einbezogen werden. Wopperer könnte sich gut eine Beteiligung des Stadtmarketing Schwandorf vorstellen – etwa mit einer Modenschau. Und als DJ Vorsitzender Stefan Theuerl am Mischpult? Für ihn ebenfalls gut denkbar.

Bei den Stadtratsfraktionen gibt es wenig Einwände gegen ein solches Update für das 84.Volksfest im nächsten Jahr. SPD-Fraktionschef Franz Schindler etwa sieht zum eingeschlagenen Kurs „keine Alternative“. Es sei Fakt, dass die Veranstaltung nicht mehr so angenommen werde wie früher. Das aber habe „viele Ursachen“ und liege weniger an Personen, sondern eher am veränderten Freizeitverhalten, sagte er auf Anfrage. Schindler: „Und es hat schon auch damit zu tun, dass die Leute weniger Geld zur Verfügung haben.“

Der Umzug der Vereine wird nach den Plänen der Stadt auf den späten Nachmittag verschoben. Foto: Dietmar Zwick, Archiv