Schwandorf sucht einen neuen Festwirt: Kommt Gerhard Böckl auch nach 2025 noch zum Zug?

Nach 35 Jahren könnte in Schwandorf eine Ära zu Ende gehen: Die Große Kreisstadt sucht für die Volksfeste 2026 und 2027 einen neuen Festwirt. Ob Gerhard Böckl, der langjährige Chef im Festzelt, erneut den Zuschlag erhält, ist offen. Denn offenbar haben auch andere Gastronomen Interesse an seiner Aufgabe.
Wie berichtet, fiel trotz mehrerer Neuerungen die Bilanz für das diesjährige Volksfest durchwachsen aus. Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) beschrieb die 84. Auflage des Festes als eine Veranstaltung „mit Licht und Schatten“. Im Netz wurde schon während der Festtage eifrig diskutiert. Auch Bilder von einem fast leeren Zelt verbreiteten sich.
Zudem wurde Kritik an Festwirt Gerhard Böckl laut. Der Schwandorfer Gerhard Johann Reisinger veröffentlichte in der MZ einen Leserbrief, in dem er meinte, dass man für das Management des Wirts „nur die Note sechs“ vergeben könne.
Böckl reagierte auf das Schreiben und äußerte sich zu den einzelnen Kritikpunkten, die er so teilweise nicht nachvollziehen konnte. Er bedauerte, dass der verärgerte Gast nicht das Gespräch mit ihm gesucht habe. „Wir wollen keinen unserer Kunden enttäuschen“, so der Festwirt gegenüber der MZ Mitte Juni.
2025 wird Gerhard Böckl nochmals der Festwirt sein
Auch 2025 wird Böckl der Festwirt in Schwandorf sein. So steht es im Vertrag, den die Stadt mit der Festbetriebe Böckl GbR geschlossen hat. Die 85. Auflage des Volksfestes soll vom 30. Mai bis zum 9. Juni 2025 über die Bühne gehen. Vom 2. bis 4. Juni findet jedoch kein Festbetrieb statt.
Wer in den Folgejahren die Regie im Bierzelt und auf dem Festplatz führt, ist offen. Der Schwandorfer Stadtrat hat sich kürzlich dazu entschlossen, per Ausschreibung einen Festwirt für die Jahre 2026 und 2027 zu suchen. „Wir suchen einen Generalunternehmer, der Festzelt und Festleitung in einer Person abdeckt“, sagte 2. Bürgermeister Andreas Wopperer (CSU) auf Anfrage.
Ziel sei es, dass die Stadt künftig für das Zelt und den Vergnügungspark einen Ansprechpartner habe. Der Zeitpunkt der Veranstaltung und die Anzahl der Festtage seien nicht festgelegt. „Will man nur zwei Wochenenden oder auch die Tage dazwischen nutzen?“, so Wopperer dazu wörtlich. Die Ausschreibung sei „ziemlich offen“ gehalten.
Bier aus Schwandorf soll keine Pflicht mehr sein
Eine Lockerung gibt es dabei auch beim Bier, das zum Ausschank kommen soll. Galt bis 2023 noch die Regel, dass dieses im Schwandorfer Stadtgebiet gebraut werden muss, reiche es künftig, wenn es aus Bayern kommt, so Wopperer.
In diesem Monat will die Stadt die Ausschreibung veröffentlichen. Möglichst noch im November wolle man dann über die Vergabe entscheiden, um dem künftigen Festwirt ausreichend Vorlauf zu geben. „Ziel ist ein ordentliches Volksfest, das wieder besser von der Bevölkerung angenommen wird“, sagte Wopperer .
Der amtierende Festwirt Gerhard Böckl hat von der anstehenden Ausschreibung bereits erfahren. „Wir werden uns diese ansehen und dann entscheiden“, sagte er dazu. Will er eine Bewerbung an die Stadt senden? „Wenn die Rahmenbedingungen passen, dann gerne.“
Pläne sprechen sich in der Gastroszene bereits herum
Auch in der Gastroszene haben sich die Pläne der Großen Kreisstadt für das Volksfest ab dem Jahr 2026 herumgesprochen. Eine Brauerei aus dem Landkreis interessiert sich stark für die Traditionsveranstaltung. „Wir hätten große Lust, das Fest in Schwandorf zu beleben“, sagte der Brauereichef, der vorerst noch anonym bleiben will. Man führe bereits Gespräche mit einem Festwirt, mit dem man regelmäßig zusammenarbeite. „Wir wollen auf jeden Fall eine Bewerbung abgeben“, so der Brauereibesitzer weiter.
Selbst unter den Schwandorfer Wirten gibt es erste Interessensbekundungen. „Auch ich bin an einem Neustart interessiert und will für mehr Vielfalt am Festplatz sorgen“, erklärte ein erfahrener Gastronom. Und ein anderer meinte: „Wir würden es schön finden, wenn es mehr Kulinarik am Festplatz gibt.“ Auch er überlege daher, sich bei der Stadt zu bewerben.

