Das sind die Wünsche der MZ-Leser fürs Schwandorfer Volksfest – Verantwortliche äußern sich

Vor knapp drei Wochen ist das 84. Schwandorfer Volksfest zu Ende gegangen. Doch obwohl heuer extra ein neues Konzept umgesetzt wurde und die Veranstalter ein überwiegend positives Fazit zogen, gab es unter den Besuchern wieder einige kritische Stimmen – vor allem in den Sozialen Netzwerken. Wie aber kann das Fest verbessert werden? Über diese Frage haben die Leser der Mittelbayerischen abgestimmt.
Insgesamt haben sich 2294Menschen an der Umfrage beteiligt, wie eine Auswertung zeigt. Dabei konnten die Teilnehmer zwischen sechs verschiedenen Optionen wählen. Zu den Ideen zählten eine Weißbierhütte oder Weinlaube am Festplatz, ein Auftritt von Schlager-Rapper „Tream“ oder eine stärkere Einbindung der Schwandorfer Blaskapellen ins Festprogramm.
Viele wünschen sich einen neuen Festwirt mit billigeren Preisen
Die meisten Teilnehmer – nämlich 31,43 Prozent – wünschen sich, dass ein neuer Festwirt die Verantwortung übernimmt, der das Preis-Leistungs-Verhältnis überdenkt. In absoluten Zahlen votierten 721Menschen für diesen Vorschlag. Das Amt als Festwirt hat seit 1990 Gerhard Böckl inne. Noch bis 2025 läuft sein Vertrag mit der Großen Kreisstadt. Einen Grund, um vorzeitig auszusteigen, sieht der Schwarzenfelder nicht. Mit der Stadt mache man seit 35 Jahren gute Geschäfte. „Die Stadt ist zufrieden, wir sind zufrieden“, sagt der langjährige Festwirt. „Wir sind der Stadt ein verlässlicher und guter Partner.“
Die Forderung nach einem neuen Festwirt, wie sie im Netz laut wird, möge sich in der Theorie gut anhören. Doch seit der Corona-Pandemie sei der Markt an Festwirten „massivst eingebrochen“, so Böckl. Es gebe nur noch „sehr, sehr wenige potenzielle Wirte“, die für ein Volksfest überhaupt infrage kämen. Auch deshalb gibt sich Böckl entspannt: „Diese Sprüche kann ich gut hören, weil ich genau weiß, was es am Markt gibt.“
Zur Kritik an den hohen Preisen hatte sich der Festwirt bereits zuvor im MZ-Gespräch geäußert. Laut Böckl hätten die Beträge unter dem Niveau von anderen Festen gelegen, die größer waren. So habe er das halbe Gockerl samt Semmel für 9,90 Euro verkauft. Bei der Dult in Regensburg habe es hingegen 14,90 und beim Frühlingsfest in Cham zwölf Euro gekostet.
Eine Weißbierhütte oder eine Weinlaube als Ergänzung
Insgesamt 543 Teilnehmer – das sind 23,67 Prozent – würden sich eine Weißbierhütte oder eine Weinlaube für den Festplatz wünschen. Tatsächlich habe es vor ein paar Jahren bereits eine „wunderschöne“ Weinlaube gegeben – mit großem Sortiment, mehreren Tischen und kleinen Brotzeiten, erinnert sich Böckl. Nur sei das Angebot von den Besuchern nicht angenommen worden. Allerdings betont der Festwirt, dass man auf alles reagieren könne. „Wir waren schon immer offen für Verbesserungsvorschläge“, sagt er – schließlich sei man ein Dienstleister. Im Ergebnis müsse man jetzt alles in Ruhe analysieren.
Größere und spektakulärere Fahrgeschäfte für den Vergnügungspark
Das wollen laut Umfrage 15,39 Prozent der Teilnehmer, also 353 Menschen. Für den Bereich vor dem Zelt ist Festleiterin Ulrike Sachs zuständig. „Für diese Idee sind wir immer offen, aber da haben wir wenig Einfluss drauf“, sagt sie. Denn letztlich hängt das von den Bewerbungen ab, die meist ab Herbst beginnen. Die Entscheidung fällt dann über den Winter. Die Festleiterin betont aber, dass durchaus gewechselt werde. „Wir haben jedes Jahr immer verschiedene Fahrgeschäfte.“
Und laut Sachs habe es in Schwandorf bereits größere, spektakulärere Fahrgeschäfte gegeben – so wie den 42 Meter hohen „Godzilla“ im Jahr 2022 oder den „Salto Mortale“ im vergangenen Jahr. Nur wurden diese spektakuläreren Geschäfte nicht gut angenommen, wie Sachs berichtet. Sie seien zwar gut bestaunt worden, aber das Bestaunen allein sei für den Inhaber der Geschäfte eben nicht rentabel. Davon ließen sich die Unkosten jedenfalls nicht decken.
Eine bessere Einbindung der örtlichen Blaskapellen ins Programm
Für diesen Vorschlag votierten 11,07 Prozent oder 254 Menschen – das ist der vierte von sechs Plätzen. Fragt man Festwirt Gerhard Böckl nach diesem Punkt, so erinnert er an die Blechzipfl, die am ersten Festsonntag ab 18 Uhr gespielt haben, aber auch an Blasmusik während und nach dem Gottesdienst. Und ein eigener Abend für die Blasmusik? Der sei bereits vor 25 Jahren forciert worden, so Böckl. „Aber da sind die Leute nicht hingegangen.“ Aktuell sieht er dafür nicht das Publikum.
Soll Schlager-Rapper Tream auf dem Festplatz auftreten?
Der Schwandorfer Timo Grabinger, bekannt als Schlager-Rapper Tream, verzeichnet spektakuläre Erfolge und füllt selbst die Olympiahalle in München. Für 10,9 Prozent (250Menschen) ist daher klar, dass Tream beim Volksfest auftreten sollte, um das Programm attraktiver zu gestalten.
Auch Festwirt Böckl würde sich über einen solchen Auftritt freuen. Das wäre ein „tolles Ding“. Doch leider wolle Tream aktuell nicht auf dem Volksfest spielen, so der langjährige Festwirt.
David Wessel, der Manager von Tream, sagt hingegen: „Wenn wir könnten, würden wir sofort – allein schon, um die Heimatregion zu unterstützen.“ Allerdings sei das nicht so einfach, weil Tream bei sehr vielen Festivals spielt. Und die, so Wessel, lassen sich teilweise einen Gebietsschutz zusichern. Das bedeutet, dass ein Künstler in den Wochen davor und danach in einem gewissen Umkreis nicht auftreten darf – so nämlich wollen sich die Veranstalter die Exklusivität sichern. Genau das sei bisher der Knackpunkt für das Volksfest in Schwandorf gewesen.
• Bessere Deko und individuelle Boxen für die lokalen Vereine: Wenn es nach 7,54 Prozent (oder 173 Menschen) geht, wäre das eine gute Idee. Dabei geht es um spezielle Boxen im Festzelt, die für die Vereine eigens dekoriert sind. Böckl ist aber skeptisch, was das angeht. Nach seiner Einschätzung seien eigene Boxen nicht unbedingt das ausschlaggebende Kriterium. Wenn, dann sei für Vereine eher ein guter Preis wichtig.