Selbst Schwandorfs OB Feller findet: Es war ein Volksfest „mit Licht und Schatten“

Das 84. Schwandorfer Volksfest ist gerade mal ein paar Stunden Geschichte, da haben Stadt, Festleitung und Festwirt traditionell zur Bilanz-Pressekonferenz eingeladen. Das Fazit der Verantwortlichen fiel trotz anderer Schlagzeilen zum Festauftakt überwiegend positiv aus.
Das erste Wochenende sei zwar „vom Regen überschattet“ gewesen, aber Angebote wie die Ein-Euro-Eröffnungsaktion, der Kindertag oder die Happy Hour wurden laut Festleiterin Ulrike Sachs gut angenommen.
Für das schlechte Wetter könne kein Mensch etwas, war sie sich mit Josef Ebnet von der Festbetriebe Böckl GbR einig. Ebnet nannte den Tag der Betriebe, Behörden und Vereine als positives Beispiel, der überdurchschnittlich gut gelaufen sei. Das Feuerwerk habe einen schönen Schlusspunkt gesetzt.
Auch am zweiten Festwochenende kamen wenige Besucher ins Zelt
Mancher Schwandorfer wird das positive Resümee der Veranstalter so wohl nicht teilen. Gleich zum Start gab es in den sozialen Medien Kritik an dem fast leeren Bierzelt. Auch an anderen Tagen lief es kaum besser. Am zweiten Festwochenende war das riesige Zelt sowohl am Samstag als auch am Sonntag nur zu etwa einem Viertel gefüllt.
Nach der durchwachsenen Bilanz für das diesjährige Schwandorfer Volksfest sind Ideen gefragt. Die gibt es längst. Stadt und Festleitung müssten nur deren Umsetzung wagen, schreibt MZ-Redaktionsleiter Martin Kellermeier in seinem Kommentar.
Im Vorfeld des Volksfestes war ein neues Konzept erarbeitet worden, um mehr Besucher auf den Festplatz zu locken. Eine der wichtigsten Neuerungen war die Verschiebung des Festes: Heuer fand das Spektakel nicht mehr über Pfingsten statt. Die Besucher müssten sich erstmal daran gewöhnen, meinte Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU). Die Veranstalter bräuchten Zeit, um was auszuprobieren, forderte der Rathauschef, der das diesjährige Volksfest beim Pressetermin als „ein Fest mit Licht und Schatten“ bezeichnete.
Theoretisch haben sie diese Zeit auch: Der Vertrag mit dem bisherigen Festwirt Gerhard Böckl läuft noch bis 2025. Danach muss die Stadt entscheiden, ob die Vereinbarung erneut verlängert oder ein anderer Festwirt gesucht wird.
OB Feller kündigt an: Kritik wird ernst genommen
Man werde die Kritik ernst nehmen, versicherte der OB. Die Kritiker forderte er aber auch auf, Verbesserungsvorschläge zu machen. Diese könnten direkt an ihn oder die Festleitung herangetragen oder in den Bürgersprechstunden angesprochen werden.
Mit den Veranstaltern werden sich die Verantwortlichen der Stadt in nächster Zeit noch mal zusammensetzen und das Fest auswerten, kündigte Feller an. Es werde aber „nicht krampfhaft nach neuen Ideen“ gesucht, so der OB.
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Das brauchen die Veranstalter auch gar nicht, denn schon während des Volksfestes gab es immer wieder Vorschläge, was anders oder besser gemacht werden könnte. Eine dieser Ideen ist die Konzentration des Volksfestes auf ein verlängertes Wochenende. Dieser Überlegung erteilte Festleiterin Ulrike Sachs umgehend eine Absage. Zwei Wochenenden würden mehr Sicherheit bedeuten. Wenn das Volksfest nur ein Wochenende gedauert hätte und dieses verregnet wäre, hätte es ein „Minus ohne Ende“ gegeben, zeigte sich Sachs überzeugt. Das zweite Wochenende habe für den Ausgleich gesorgt.
Vize-Polizeichef Meier kann nur von einer Straftat berichten
Wie viele Besucher auch immer beim Volksfest gefeiert haben, sie taten dies friedlich. Zu diesem Fazit kommt Florian Meier, der Vize-Chef der Polizeiinspektion Schwandorf. Es habe lediglich einen strafrechtlichen Vorfall, eine Körperverletzung, gegeben, erklärte er. Ansonsten sei das Volksfest heuer sehr ruhig und angenehm gewesen.
An der von Meier erwähnten Straftat waren übrigens Deutsche beteiligt. Migranten seien beim Fest nicht auffällig gewesen, erklärte der Vize-Polizeichef auf Nachfrage.
Im Vorfeld des Festes hatte ein Kommunalpolitiker der AfD behauptet, dass sich deutsche Besucher wegen der vielen Migranten nicht mehr auf das Volksfest trauen könnten.

