Neuer Sportpark Ost in Regensburg ist fast fertig – Der Radweg kommt Jahre später

Von Rainer Wendl · 18. November 2024 um 17:00

Die Stadt Regensburg feiert die Baufortschritte zum neuen Sportpark Ost, Mitte 2025 soll Eröffnung sein. Die direkte Radweg-Verbindung dorthin lässt allerdings auf sich warten.

In der Guerickestraße, genauer im Bereich zwischen Safferlingsteg und dem neuen Sportpark-Ost, hat Jakob Friedl ein Heimspiel. Der Stadtrat der Ribisl-Partie kennt hier jeden Strauch, weil sich auf halber Strecke sein Nachbarschaftstreffpunkt „Kaufladen für Erwachsene“ befindet.

Seit geraumer Zeit ist es ihm daher ein Dorn im Auge, dass der parallel zur Guerickestraße an den Bahngleisen geplante Radweg nicht vorankommt. In der Sitzung des Planungsausschusses an diesem Mittwoch klärt die Stadt nun über den Stand des Projekts auf. Ist der Antragsteller damit zufrieden? Jein.

„Schön, dass es eine Berichterstattung gibt“, sagt er und hebt explizit die Offenheit von Planungs- und Gartenamt bei diesem Thema hervor. „Ich finde gut, dass dieser Weg als Bestandteil des Hauptradroutennetzes als wichtig angesehen wird. Ich gehe auch davon aus, dass das nicht allein auf meine Initiative zurückzuführen ist.

Das war’s dann aber schon mit dem Lob, denn den Inhalt der Berichterstattung hält Friedl für enttäuschend: „Vom Informationsgehalt her treten die Antworten hinter das zurück, was ich in meiner Anfrage formuliere. Da ergibt sich kaum ein Erkenntnisgewinn.“

Baustart erst 2026

Der hauptsächliche Kritikpunkt des Ribisl-Stadtrats bleibt der Zeitplan der Stadt. Als Beispiel hierfür nennt er den Umstand, dass die Eröffnung vom Sportpark-Ost für das zweite Quartel 2025 vorgesehen ist, der dahinter führende 250 Meter lange Geh-und Radweg aber erst ab Anfang 2026 gebaut werden soll. „Das hinkt hinterher, das läuft nicht synchron“, bemängelt Friedl. „Ich wundere mich, warum man einen Sportpark-Ost baut, aber den Radweg nicht gleich mit fertigstellt.“

Zumal dieser auf eine bereits fertige Trasse von rund 200 Metern Länge treffen würde. Denn an den geplanten Sportpark-Radweg schließt sich – derzeit noch abgetrennt durch ein grünes Gittertor – eine Betonstraße aus Kasernenzeiten an. „Der Weg ist in einem angemessenen baulichen Zustand und könnte zumindest übergangsweise ohne bauliche Maßnahmen genutzt werden“, heißt es im städtischen Bericht zu diesem Abschnitt.

Auch daran stört sich Friedl. „Warum ,übergangsweise’? Über diese Straße sind früher Panzer gefahren. Die kann man noch 30 Jahre nutzen, ohne irgendetwas ausbessern zu müssen“, sagt er. Schon im Frühjahr hatten der Stadtrat und Johann Brandl vom Bürgerverein Süd-Ost zu einem Ortstermin an diesem Teil der Strecke geladen und darauf hingewiesen, dass die in den Augen der Stadt als wichtig erachteten Radweg-Verbindung in Teilbereichen sehr viel schneller umgesetzt werden könnte.

So aber gilt es weiterhin zu warten. Der Abschnitt vom östlichen Ende in der Dieselstraße bis zum neuen Wohngebiet „Kunstpark“ wird frühestens im Lauf des Jahres 2026 Gestalt annehmen, im weiteren Verlauf in Richtung Bauhof Ost und (neuem) Safferlingsteg ist der Maßnahmenbeginn sogar erst für 2027 vorgesehen.

Immerhin: Für dieses Projekt sind im Investitionsprogramm bereits Mittel in Höhe von 2,34 Millionen Euro vorgesehen. Allerdings gibt Friedl zu bedenken, dass der Streckenverlauf durch den Bauhof Ost noch ungeklärt ist. „Der für die Hauptradroute erforderliche Raum wird in die Flächen des Bauhof Ost eingreifen. Welche Auswirkungen dies auf den Betrieb des Bauhofs hat, muss in den nächsten Monaten untersucht werden“, steht dazu im Bericht der Stadtverwaltung.

Sechs Jahre ohne Idee?

„Offensichtlich hat sich also seit 2018 – so lange gibt es die Planung schon – niemand darüber Gedanken gemacht, wie die Wegeführung in diesem Bereich aussehen soll“, schüttelt Friedl den Kopf und wiederholt seine Wertung vom voraussichtlich überschaubaren Erkenntnisgewinn der Berichterstattung im Planungsausschuss.

Trotzdem bemüht sich der Ribisl-Stadtrat, auch die positiven Aspekte zu sehen. Er freut sich, dass die Stadt den Weg insgesamt auf dem Schirm hat und für die von ihm propagierte abschnittsweise Fertigstellung plädiert – „nur schneller könnte es halt gehen“.