Vorfall in Regensburg: Linksextreme Aktivisten kippen Bundeswehr Müll vor die Füße

Hier prallen Welten aufeinander: Die Bundeswehr versucht, mit einem Pop-up-Store in Regensburg neue Leute zu gewinnen – und eine Gruppe von linksextremen Aktivisten läuft dagegen Sturm. Nach einer Protestaktion vor rund drei Wochen setzten Aktivisten erneut ein Zeichen.
Die Regensburger Splittergruppe der linksextremen Organisation Freie Deutsche Jugend (FDJ) hat am Freitagmorgen ein Bekennervideo auf Instagram veröffentlicht. Darin ist ein Mann zu sehen, der den Bundeswehr-Laden im Donau-Einkaufszentrum mit einer Mülltüte in der Hand betritt. Er fackelt nicht lange und kippt deren Inhalt den Bundeswehr-Mitarbeitern vor die Füße. Ein uniformierter Mann springt auf und geht dem Aktivisten nach, dann bricht die Videosequenz ab. Im Hintergrund ist das Lied „Warum geht es mir so dreckig“ der legendären Rio-Reiser-Band „Ton Steine Scherben“ zu hören.
Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums der Oberpfalz bestätigt den Vorfall auf Anfrage. Zu möglichen Tatverdächtigen könne man noch nichts sagen, so die Sprecherin.
Kommunisten sind in Regensburg umtriebig
Die Regensburger FDJ-Gruppe ist durchaus umtriebig. Immer wieder demonstriert sie mit dem Arbeiterbund zum Wiederaufbau der KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) in der Domstadt für eine Revolution. Der Verfassungsschutzbericht bezeichnet die FDJ-Aktivisten als „orthodox-kommunistischen Personenkreis“.
Bisweilen sorgen die Aktivitäten der Ortsgruppen für größere Aufmerksamkeit. Vor anderthalb Jahren ritten die Kommunisten beispielsweise auf dem Nachbau einer Nazi-Rakete vor einer Regensburger Schule. Im Fokus der Aktionen stand in den vergangenen Jahren vorrangig das Thema Frieden.
„Nie wieder Deutschland dienen“: Regensburger Kommunisten kontra Bundeswehr
Der liebste Feind der Gruppierung scheint dabei die Bundeswehr zu sein. Plakate einer Werbekampagne der Armee wurden beispielsweise überschmiert mit „Nie wieder Deutschland dienen.“ Unter dem gleichen Motto rufen die Kommunisten zu Aktionstagen auf, bei denen es darum gehen soll, das Militär aus Schulen, Universitäten und Betrieben herauszuhalten. Es scheint durchaus möglich, dass die Gruppierung auch hinter dem ersten Protest vor dem Bundeswehr-Laden steckt. Im Oktober demonstrierten mehrere Menschen mit Plakaten gegen die Bundeswehr.
Eine Armee-Sprecherin teilte der MZ damals mit, dass Soldaten und zivile Bundeswehr-Mitarbeiter stets für einen konstruktiven Austausch mit Demonstranten zur Verfügung stünden. Es gelte das Motto: „Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst.“ Die Bundeswehr-Sprecherin sagte allerdings schon vor rund drei Wochen: „Weitere Protestaktionen sind erfahrungsgemäß nicht gänzlich auszuschließen.“ Sie sollte Recht behalten.