Boden wird ausgetauscht: Wann Sportler die Europahalle in Berching wieder nutzen können

An Handball, Fußball oder Tanzauftritte ist in der Europahalle in Berching derzeit nicht zu denken. Das Drittel des Bodens, das vom Wasserschaden im Sommer betroffen war, wurde bereits entfernt. Bald wird auch der Rest des Belags, auf dem derzeit die zwei ungenutzten Handballtore stehen, herausgenommen. Warum das so ist und wie der Zeitplan aussieht, verrät die Stadt.
Ende Juni hatte ein heftiger Regen dafür gesorgt, dass Wasser in die Europahalle lief. Das Niederschlagswasser hatte sich bei der Zufahrtsrampe zum Untergeschoss auf der Gebäuderückseite gesammelt und gelangte über den Fluchtweg in die Mehrzweckhalle, die hauptsächlich für den Schul- und Vereinssport, aber auf für Veranstaltungen genutzt wird.
Das Wasser hatte sich großflächig auf und unter dem Hallenboden verteilt. Oberflächig hatte die Feuerwehr das Wasser abgesaugt. Danach hatte die Stadt Trocknungsgeräte aufstellen lassen, die aber nur bedingt geholfen haben. „Die im Bodenaufbau verbaute Mineralwolle schirmte das eingedrungene Wasser ab, so dass trotz mehrwöchiger Belüftung keine ausreichende Trocknung festgestellt wurde“, skizzierte Manfred Lang die Problematik am Dienstagabend in der Sitzung des Bau- und Umweltausschuss.
Boden in der Europahalle Berching ist 33 Jahre alt
Die Stadt hat mittlerweile entschieden, dass der Boden komplett herausgenommen werden soll – und nicht nur jenes Drittel erneuert werden soll, das vom Wasserschaden betroffen war. Nur den beschädigten Bereich auszutauschen, mache aber keinen Sinn, sagt Lang. „Wenn wir nur den einen Teil erneuern, haben wir nicht das gleiche Schwingungsverhalten beim alten und neuen Boden“, erklärt er. Der 33 Jahre alte Schwingboden in der Europahalle dämpfe schlechter als ein neu eingebauter.
Deshalb wird zuerst der restliche Boden zurückgebaut (Kosten: 45.000 Euro), dann die Bodenabdichtung überarbeitet, ehe ein Kabelkanal (5000 Euro) mit mehreren Bodentanks gelegt wird. Dieser soll die Elektroversorgung bei Veranstaltungen ermöglichen.
Danach wird eine Wärmedämmung angebracht und der neue Schwingboden eingebaut (180.000 Euro). Dieser gibt unter Belastung etwas nach und ist folgendermaßen aufgebaut: Mineralwolle, diverse Bretterlagen und Klötzchen aus Holz, eine Folie, Spanplatten und als Oberbelag Linoleum. Linienmarkierungen für den Sportbetrieb sind ebenfalls vorgesehen.
Europahalle in Berching: Neuer Boden kostet 230.000 Euro
Insgesamt rechnet die Stadt mit Kosten von 230.000 Euro. „Die Versicherung hat bisher alle aufgetretenen Kosten übernommen“, teilte Lang in der Sitzung mit. Roland Meyer (CSU) und Dietmar Zeller (SPD) hakten nach, ob in Aussicht steht, dass die Versicherung die Kosten komplett übernimmt.
Da muss Lang auf die Euphoriebremse treten, wie er sagte. Es sei schon eine Diskussion gewesen, dass die bisherigen Kosten für den wassergeschädigten Bereich übernommen wurden.
Optimistischer sei Lang dagegen, dass die Halle noch im Januar genutzt werden könne. Die Arbeiten sollen zeitnah ausgeschrieben werden. Lang rechnet damit, dass der restliche Boden im Dezember herausgenommen und im Januar der neue Boden verlegt werde. Der Einbau solle zwei Wochen in Anspruch nehmen.
Und so ermächtigte das Gremium den Bürgermeister einstimmig, die Arbeiten eigenmächtig an den wirtschaftlichsten Bieter zu vergeben – um keine weitere Zeit mehr zu verlieren.
Nach dem Starkregen: So wappnet sich die Stadt Berching
Regenmassen: „Wir sind damals böse überrascht worden“, sagte Manfred Lang vom Bauamt über den Starkregen Ende Juni. Mehrere Gebäude – unter anderem die Firma Schabmüller, Wohnhäuser und die Europahalle – hatte es damals getroffen.
Europahalle: In der Mehrzweckhalle waren laut Lang die Regenfallrohre mit den Wassermassen überfordert. „Am Tiefpunkt hat sich das Wasser dann gesammelt und stand knappe 40 Zentimeter außen an der Türe an der Rückseite der Halle“, erklärte Lang.
Maßnahmen: „Wie kann man verhindern, dass so etwas in Zukunft nicht mehr passiert?“, fragte Franz Donhauser (DFB) in der Sitzung. Die Stadt habe verschiedene Maßnahmen getroffen, so Lang. Unter anderem habe man die Regenfallrohre anders angeordnet, dass sie nicht mehr verstopfen. Zudem soll in einer Zisterne vor der Türe noch eine leistungsstarke Pumpe eingebaut werden. „Sie ist schon bestellt“, sagte Lang. Damit sollen die Wassermassen abgepumpt werden. „Wir sind guter Dinge, dass wir gerüstet sind.“