Nach Starkregen in Berching: Über 150 Geräte trocknen Schabmüller-Gebäude und Europahalle

Von Bernhard Neumayer · 12. Juli 2024 um 19:00

Auch gut zwei Wochen nach dem Starkregen in und um Berching sind Betroffene noch mit Aufräumen beschäftigt. Derweil stellt sich die Frage, ob und wie sich die Stadt besser auf künftige Unwetter vorbereiten kann.

Donnerstag, 27. Juni, kurz nach 11 Uhr: Wie eine Fontäne sprudelt das Wasser aus einem Abfluss in der Produktionshalle der Firma Schabmüller in Sollngriesbach.

Zuerst versuchen Mitarbeiter, das Wasser, das bereits von der Halle in das Foyer und in Büros im Erdgeschoss geflossen ist, mit Besen aus dem Eingangsbereich zu kehren. In der Halle selbst schaufeln sie das Wasser mit Kübeln aus dem Gebäude, ehe die Feuerwehr eintrifft und es herauspumpt.

„Durch den Zusammenhalt der Mitarbeiter und der Einsatzkräfte haben wir das Wasser dann doch relativ schnell draußen gehabt“, sagt Karin Stahn, die Assistentin des Geschäftsführers.

150 Trocknungsgeräte bei Firma Schabmüller

Vier Stunden nachdem das erste Wasser aus dem Boden ausgetreten war, habe die Spätschicht die Produktion wieder aufnehmen können. Welchen Schaden das Wasser angerichtet habe, könne man jetzt noch nicht beziffern, sagt Stahn. Ein Sachverständiger müsse diesen begutachten.

Dass sich Feuchtigkeit in den Böden gesammelt habe, sei aber schon jetzt klar. Deshalb seien diese angebohrt und desinfiziert worden. „Aktuell sind bei uns 150 Trocknungsgeräte im Einsatz, die versuchen, alles wieder trocken zu bekommen“, sagt Stahn.

Doch wie kam es, dass Wasser aus Abflüssen hinaufschoss, nachdem es eine halbe Stunde heftig geregnet hatte? „Die Kanalisation konnte das Wasser nicht mehr aufnehmen“, mutmaßt Stahn. Lag es an zu kleinen Abflussleitungen?

Starkregen: Was kann die Stadt tun? Das sagt der Bürgermeister

„Dass die Abflussleitungen per se zu klein seien, kann nicht bestätigt werden“, antwortet Bürgermeister Ludwig Eisenreich. Es sei ein Zusammenspiel von einigen Faktoren auch im Hinblick auf versiegelte Flächen, Entwässerung der vorhandenen Dachflächen, Planungen der Entwässerung auf Privatgrund und dem Baukörper entsprechend, welche gegebenenfalls auch nach der Erschließung vergrößert werden.

Bei dem Starkregen am 27.Juni sei das Netz „zugegebenermaßen überfordert“ gewesen, sagt Eisenreich. In Bezug auf die Firma Schabmüller sei der Stadt nicht bekannt, wie die Entwässerung der (Dach)-Flächen organisiert sei, sodass die Ableitung des Wassers nicht zwingend allein über die Kanalisation der Gemeinde abgeführt werden müsse.

„Festzuhalten ist, dass das Kanalnetz der Gemeinde nach den gültigen Regularien ausgebaut und gewartet ist“, teilt der Bürgermeister mit. Jeder Gebäudeeigentümer könne mit Maßnahmen zur Vermeidung eines Kanalrückstaus, der Erhöhung von Lichtschächten und mobilen Schutzsystemen für Kellerabgänge für mehr Schutz sorgen, sagt Eisenreich.

Nach Starkregen: Geräte trocknen Europahalle in Berching

Trotz der Vorkehrungen sind Eigentümer nicht immer vor Starkregen sicher. Neben dem Altenheim, das laut Leiter Gerhard Binder „Glück im Unglück“ hatte, und der Pizzeria Il Castagno in Sollngriesbach hat es am 27. Juni auch die Europahalle in Berching getroffen.

„Das Wasser lief am Hang entlang der Halle hinunter und anschließend am Fuße des Hanges in die Halle“, teilt die Stadt mit. Circa ein Drittel der Halle sei mit einer deutlich erkennbaren Wasserpfütze in Mitleidenschaft gezogen worden, woraufhin die Stadt Trocknungsgeräte aufgestellt habe. Seit 29.Juni trocknen diese den Boden.

Die Versicherung sei informiert und der Gutachter terminiert, um den Schaden zu beurteilen. „Wir sind mit dem Trocknungsergebnis derzeit sehr zufrieden und gehen davon aus, dass die Europahalle sehr bald wieder genutzt werden kann“, informiert die Stadt.